30.09.2010, 11:59 Uhr | FUSSBALL.DE
Der Bundesliga-Skandal bringt dem FC Schalke 04 zahlreiche Spielersperren, darunter Klaus Scheer (li.) und Torwart Norbert Nigbur (re.), und eine verkorkste Saison 1972/73. (Foto: imago)
Die Bundesliga steht kopf - zumindest die Tabelle. Denn der VfB Stuttgart und der FC Schalke 04 belegen statt vorderer Plätze derzeit die Abstiegsränge. Noch bleibt den Top-Klubs genug Zeit das Ruder rum zu reißen, doch wie schnell eine Saison gründlich in die Hose gehen kann hat Hertha BSC eindrucksvoll in der vergangenen Spielzeit bewiesen. Plötzlich spielt der Klub im Olympiastadion gegen Mannschaften wie SC Paderborn oder VfL Osnabrück statt wie erhofft gegen die Teams von Real Madrid oder Manchester United. Die Hertha ist aber bei Weitem nicht der einzige Bundesliga-Klub, den ein dramatischer Absturz auf den Boden der Tatsachen zurückholte. (Klicken Sie sich durch die Foto-Show der spektakulärsten Bundesliga-Abstürze)
Am schlimmsten traf es den 1. FC Nürnberg, der 1969 als deutscher Meister aus der Bundesliga abstieg. Der damalige Trainer Max Merkel träumte davon mit dem Club ganz Europa aufzumischen. Gleich zehn Spieler, darunter die Leistungsträger Karl-Heinz Ferschl, August Starek und Torjäger Franz Brungs sortierte der Meistercoach aus. Die zahlreichen Neuzugänge schlugen nicht ein. Doch auch Bestechung habe bei dem spektakulärsten Bundesliga-Abstieg ein Rolle gespielt. Der damalige FCN-Verteidiger Ferdinand Wenauer behauptete, dass sein Torhüter Jürgen Rynio am vorletzten Spieltag beim 2:2 gegen die ebenfalls abstiegsbedrohte Borussia aus Dortmund bestochen war. Nachgewiesen wurde der Vorwurf nie.
Dem Abstieg entging der damalige Vizemeister FC Schalke 04 in der Saison 1972/73 zwar knapp, dennoch geht der Absturz der Königsblauen von Platz zwei im Vorjahr auf Rang 15 mit in die Geschichte ein. Ursache war die Verwicklung der Schalker in den ersten großen Bundesliga-Skandal. Wie sich herausstellte, war die Bundesliga-Partie der Runde 1970/71 zwischen den Knappen und Arminia Bielefeld verschoben. 1973 wurde fast die komplette Schalker Mannschaft zu langen Spielsperren verurteilt, darunter die Leistungsträger Stan Libuda und Klaus Fichtel sowie Rolf Rüssmann und Dieter Burdenski.
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Auch Rekordmeister Bayern München kam um einen peinlichen Absturz nicht herum: Der deutsche Meister holte 1974 den Europapokal der Landesmeister. Mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Georg Schwarzenbeck, Uli Hoeneß, Gerd Müller und dem bei der WM nicht zum Einsatz gekommenen Hans-Josef Kapellmann standen sechs Weltmeister im Team der Münchner. Die Spielrunde 1974/75 sollte den Erfolgszug der Bayern fortsetzen. Stattdessen setzte es am 1. Spieltag bei Kickers Offenbach eine 0:6-Klatsche. In der Winterpause wurde Trainer Udo Lattek auf Grund der anhaltenden Krise entlassen, mit Dettmar Cramer erreichte die Star-Truppe einen enttäuschenden zehnten Platz.
Quelle: FUSSBALL.DE
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