03.12.2009, 17:11 Uhr
Bei Manchester United etabliert: Südkoreas Park. (Foto: imago)Fußball-Weltmeisterschaft - für die Südkoreaner ist es mittlerweile Normalität. Schon zum achten Mal ist das Team nun dabei - mitzuletzt sieben WM-Teilnahmen in Folge haben sich die Asiatischen Tiger als konstantestes Team ihres Kontinents im Weltfußball etabliert.
Südkorea ist mit weißer Weste durch die Qualifikation gerauscht. In den insgesamt 14 Partien der ersten und zweiten Gruppenphase kassierte die Mannschaft nur sieben Gegentreffer und keine einzige Niederlage, spielte allerdings auch satte sieben Mal remis. Am Ende stand Südkorea aber mit vier Punkten Vorsprung und der wesentlich besseren Tordifferenz deutlich vor dem Zweitplatzierten Nordkorea. Den Brüdern und Schwestern jenseits der Grenze des geteilten Landes schenkten sie gleich drei Unentschieden als Entwicklungshilfe. Zwei Nullnummern und ein 1:1. Nur das letzte Duell ging mit 1:0 an den großen Favoriten.
Südkorea kann auf die Erfahrung von knapp zehn Legionären bauen, die ihr Geld in England, Russland, Frankreich oder Japan verdienen. Der unangefochtene Star unter ihnen ist sicher Ji Sung Park von Manchester United. Im aufgeblähten Edelkader des englischen Meisters kommt er zwar nicht ständig, aber doch regelmäßig auf seine Einsätze. United-Trainer Sir Alex Ferguson hält große Stücke auf den Mittelfeldspieler, der vor allem über die Seite kommt und mit viel Laufbereitschaft enormen Druck erzeugen kann. So durfte Park nach einer Verletzung von Ryan Giggs die Kapitänsbinde tragen. Erst vor der aktuellen Saison wurde Parks Vertrag um weitere vier Jahre verlängert. Mit Manchester feierte der Koreaner drei Meisterschaften und als Krönung 2008 den Sieg in der Champions League - als erster Asiate überhaupt. Schon zuvor war Park in Eindhoven sehr erfolgreich, wohin er seinem Mentor Guus Hiddink gefolgt war. Mit PSV erreichte Park 2005 das Halbfinale der Königsklasse und gewann zwei Meistertitel. Park begann seine Karriere bei Kyoto Purple Sanga, mit denen er 2001 japanischer Pokalsieger wurde. Wenn er von Verletzungen verschont bleibt, wird er sicher die Marke von 100 Länderspielen für sein Land übertreffen.
Zum dritten Mal Südkoreas Trainer: Huh. (Foto: imago)Aller guten Dinge sind drei: Nach 1989/90 und 1993/94 hat Jung-Moo Huh seit 2007 erneut das Sagen bei der Nationalmannschaft Südkoreas. Erste Wahl war der frühere Auswahlspieler seines Landes aber nicht. Der Verband, der mit den Holländern Dick Advocaat und vor allem Guus Hiddink gute Erfahrungen gemacht hatte, wollte eigentlich erneut einen Ausländer für den Chefposten. Erst die Absage der beiden Topkandidaten, des früheren Irland-Coaches Mick McCarthy und des ehemaligen Liverpool-Managers Gerard Houllier, beförderten Huh, der zwischenzeitlich Erfahrungen bei mehreren Klubs in seiner Heimat gesammelt hatte, auf den Chefsessel. In seiner aktiven Laufbahn gehörte Huh neben dem früheren Bundesliga-Profi Bum-Kun Cha zu den wenigen Fußball-Exporten seines Landes. Er brachte es Anfang der Achtziger immerhin auf drei Spielzeiten (77 Einsätze, 15 Tore) beim PSV Eindhoven. Als Nationalspieler gelang ihm der 2:1-Siegtreffer über Japan in der Qualifikation zur WM 1986, der Südkoreas erste Turnierteilnahme nach 32 Jahren Pause sicherte.
Ein erneutes Highlight wie mit dem sensationellen vierten Platz beim Turnier 2002 in Südkorea/Japan scheint außer Reichweite. Schon bei der letzten WM in Deutschland blieb die Mannschaft als Dritter der Vorrundengruppe hinter den Erwartungen zurück. Die Mannschaft ist aber sehr routiniert und als Kollektiv gefestigt. Mit der bekannten Laufbereitschaft bleibt Südkorea ein unangenehm zu spielender Gegner. Für mehr als das Achtelfinale dürfte es aber kaum reichen.
Südkorea im Überblick:
| |
Spitzname | Taegeuk Ho |
Trainer | Jung-Moo Huh |
Kapitän | Nam Il-Kim |
Größter Erfolg | WM-Viertelfinale 2002, Asienmeister 1956, 1960 |
FIFA-Weltranglistenplatz | 52 |
Bisherige WM-Teilnahmen | 7 |
Quelle: t-online.de
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