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Zwanziger: Klinsmann stand vor dem Rauswurf

07.11.2012, 10:57 Uhr | dpa

Theo Zwanziger hatte Zweifel an Jürgen Klinsmann vor der Heim-WM. (Quelle: imago)

Theo Zwanziger hatte Zweifel an Jürgen Klinsmann vor der Heim-WM. (Quelle: imago)

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat in seiner Autobiografie starke Zweifel an Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach der 1:4-Niederlage gegen Italien vor der WM 2006 eingeräumt. Bei einer Trennung von Klinsmann hätte der damalige Sportdirektor Matthias Sammer die Nationalmannschaft übernehmen sollen. Das schreibt der ehemalige Chef des Deutschen Fußball-Bundes in seinem Buch "Die Zwanziger Jahre - Die Autobiographie".

"Ich muss zugeben, dass auch ich an unserem Teamchef zu zweifeln begann. Zwar bekundete ich öffentlich meine Loyalität zu Jürgen Klinsmann, auch in den Antwortbriefen an die vielen Hilfs-Bundestrainer, aber intern legten wir uns einen Plan B zurecht", schrieb der 67-Jährige.

Zwanziger: "Der Zorn eskalierte"

Nach der Pleite im März 2006 gegen die Italiener habe er schwarz gesehen für die WM im eigenen Land. Als Klinsmann dann nach dem Spiel "wie geplant wieder in die USA flog und sich bei einem Workshop der WM-Trainer, bei dem es vornehmlich um administrative und organisatorische Fragen ging, von Bierhoff und Löw vertreten ließ, eskalierte der Zorn", schrieb Zwanziger und verriet: "Wenn sich bei der WM tatsächlich ein sportliches Desaster abzeichnen sollte und Klinsmann nicht mehr zu halten wäre, so beschlossen wir, sollte kurzfristig Matthias Sammer das Ruder übernehmen."

"Keine Alternative zu Sammer"

Laut Zwanziger hätte es zu Sammer "keine Alternative" gegeben. Der heutige Bundestrainer und damalige Klinsmann-Assistent Joachim Löw "wäre im Falle eines Misserfolgs selbst verbrannt gewesen, also nicht vermittelbar, weil er ja ein Teil des Klinsmann'schen Konzepts war".

Letztlich ist Zwanziger aber froh, wie es gekommen ist. "Sammers Pflichtbewusstsein hätte ein Nein nicht zugelassen. Zum Glück sind wir alle nicht in die Verlegenheit gekommen", schrieb der Funktionär.

Quelle: dpa

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