08.10.2009, 19:41 Uhr
FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig (li.) stellt Trainer Hans-Jürgen Boysen vor. (Foto: imago)Wechsel von Trainer Hans-Jürgen Boysen von Kickers Offenbach zum FSV Frankfurt sorgt bei den hessischen Fußball-Rivalen weiter für böses Blut. FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig, der Boysen diese Woche trotz laufenden Vertrages zum abstiegsbedrohten Zweitligisten gelotst hatte, ist beim OFC zur Persona non grata erklärt worden. "Wir bitten Herrn Reisig, in Zukunft den Bieberer Berg nicht mehr zu betreten", sagte Offenbachs Vizepräsident Thomas Kalt nach übereinstimmenden Medienberichten vom Donnerstag. Zudem haben die Offenbacher einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um möglicherweise eine Ablösesumme für ihren Ex-Coach zu erhalten.
Ergebnisse und Tabelle der3. Liga
Offenbacher KickersBoysen sucht neue Herausforderung
FC Bayern München IIScholl: "Es fehlt an Qualität"
Boysen Nachfolger des zurückgetretenen Oral
Der Drittligist, bei dem Co-Trainer Steffen Menze zum Chefcoach befördert wurde, hat zudem einen offiziellen Beschwerdebrief an die Deutsche Fußball Liga (DFL) geschrieben. Boysen war am Mittwoch in Frankfurt als Nachfolger des zurückgetretenen Tomas Oral vorgestellt worden. Der Ex-Profi hatte eine Ausstiegsklausel erst zum 30. November, woraufhin Kalt Boysen zunächst die Freigabe verweigern wollte.
3. LigaWacker Burghausen ist der "Minus-Primus"
Tischtuch zwischen Reisig und OFC-Verantwortlichen ist zerschnitten
Der 52 Jahre alte Coach und Reisig ließen den Kontrakt jedoch von Rechtsanwalt Christoph Schickhardt (Ludwigsburg) prüfen. Daraufhin gab Kalt Boysen mit einem Hinweis auf dessen Verdienste frei: "Wir wollen keine juristischen Auseinandersetzungen mit unserem ehemaligen Trainer." Das Tischtuch zwischen Reisig und den OFC-Verantwortlichen ist dennoch zerschnitten: Ein offizielles Stadionverbot, so Kalt, könne man aus rechtlichen Gründen nicht erwirken. Den Zugang zum VIP-Raum würde man ihm jedoch verweigern.
SV Wehen Wiesbaden 20-jähriger Vize-Kapitän im Interview
OFC fordert Schadensersatzanspruch
In einer Presseerklärung teilte der OFC am Donnerstagabend die Ansicht von Vereinsrechtsanwalt Hans Peter Adler mit und machte deutlich, dass die Dissonanzen um Boysens Abgang noch nicht ausgestanden sind: "Folge ist in jedem Fall ein Schadensersatzanspruch wegen vertragswidrigen bzw. wettbewerbswidrigen Verhaltens und unter Umständen auch ein Anspruch auf Unterlassung der anderweitigen Tätigkeit bzw. Beschäftigung", heißt es.
"Einfach ist nicht mein Ding" Kiels Trainer Fröhling über seinen Posten
Rechtsstreit nicht und beabsichtigt
Die Kickers betonen, dass Boysen zum 30. November dieses Jahres gekündigt habe, "was wiederum bedeutet, dass Herr Boysen verpflichtet ist, seinen vertraglichen Verpflichtungen zu entsprechen und er sich vertragswidrig verhält, wenn er dies ablehnt". Dies könnte auf eine Ablösesumme hinauslaufen, die der FSV an den OFC bezahlt. Ein Rechtsstreit bestehe nicht und sei auch nicht beabsichtigt, erklärten die Offenbacher gleichzeitig. Die Frankfurter hätten sich aber "wettbewerbswidrig" mit Herrn Boysen während des noch bestehenden Vertragsverhältnisses zum OFC in Verbindung gesetzt und ihn zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses veranlasst.
Mehr zur 3. Liga aufdfb.de
FUSSBALL.DE / dpa
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
mehr zur RelegationAmateurtor der Woche: Wähle aus drei Treffern!
zum Voting-VideoDer Europa-League-Sieger sorgt für ein Highlight.
zum VideoDer Europa-League-Sieger sorgt für ein Highlight.
zum Video