27.12.2009, 13:25 Uhr
Roy Makaay ist unglücklich in Rotterdam. (Foto: imago)In weniger als drei Monaten wird Roy Makaay 35 Jahre alt. Bei Feynoord Rotterdam gibt es für den früheren Torjäger des FC Bayern München keine Zukunft mehr. Nur zwei Mal traf der Vorzeigeprofi in der laufenden Saison, sieben der 18 Partien Feyenoords in der niederländischen Ehrendivision erlebte der 43-malige Nationalspieler nur als Zuschauer. Die Rettung aber liegt so nah, kurz hinter der Grenze - wenn es Makaay nicht ums Geld, sondern ums Spielen geht. Landsmann Erik Meijer würde ihn gerne in Aachen sehen. Meijer ist dort seit Jahren eine Legende und inzwischen Geschäftsführer.
"Er ist sicher ein Spieler, der weiß, wo auf dem Platz das Tor steht", äußerte sich Meijer in den Aachener Medien vor Weihnachten wohlwollend über seinen einstigen Gegenspieler. Die Zahlen sprechen für Makaay: Seit 1993 erzielte er in seiner Heimat, in Spanien und Deutschland 251 Ligatore in 513 Begegnungen.
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Meijer weiß, dass Qualität ihren Preis hat, selbst angejährte. Aber auch er habe im Sommer 2003, als er vom Hamburger SV kommend in die Zweitklassigkeit abstieg, finanzielle Einbußen hingenommen. "Es kann nicht sein, dass ein einziger Spieler das Gehaltsgefüge einer Mannschaft sprengt. Er müsste sich schon einschränken, wenn er kommt", so der heute 40-Jährige. "Ich musste mich damals auch nach der Decke strecken." Damals, mit 33, als Meijers Gang nach Aachen ebenfalls nicht unwesentlich von der Nähe zur orangenen Heimat beeinflusst war. Seitdem ist Aachen "seine" Stadt - und er ein fester Bestandteil der Alemannen-Familie. Mit dem Wohlfühlfaktor und dem geografischen Pfund konnte die Alemannia auf der Suche nach brauchbaren Kickern aus den Benelux-Staaten noch immer wuchern - so auch im Falle Makaays.
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Sportlich bietet sich dem dereinst in München gefeierten Torjäger die Sicherheit, wieder zu spielen. Zudem in einem nagelneuen Stadion, das noch nicht übermäßig viel guten Fußball zu sehen bekam. Seit seinem Umzug in den neuen Tivoli im vergangenen Sommer verschwand der vermeintliche Kandidat auf die Rückkehr in die Erstklassigkeit in den Niederungen der zweiten Liga. Zwei Auswärtssiege in Fürth und Duisburg und das Heim-Remis gegen Paderborn zum Abschluss der Hinserie gestalteten die Bilanz vor Weihnachten noch einigermaßen erträglich und lassen die Schwarz-Gelben immerhin auf Rang elf überwintern, jenseits von Gut und Böse.
Makaays Ex-Klub FC Bayern München verabschiedete sich mit vier Siegen nacheinander in der Liga und dem 4:1 in Turin in der Champions League noch beeindruckender in die kurze Winterpause. Seit zehn Ligapartien sind die Münchner ungeschlagen - und das alles ohne Luca Toni. Der Mann, der im Sommer 2007 Makaay aus der Allianz-Arena verdrängt und von heute auf morgen erst überflüssig und dann vergessen machte, hat unter Makaays Landsmann Louis van Gaal selbst abgewirtschaftet. "Der Deal ist noch nicht perfekt, aber ich gehe zur Roma", verriet Toni der italienischen "Gazzetta dello Sport". Die Römer hätten sich bereiterklärt, Tonis ausstehendes Gehalt bis zum Saisonende in Höhe von rund drei Millionen Euro netto zu übernehmen. Toni, der bei Bayern einen Vertrag bis Saisonende 2011 besitzt, soll in Rom einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2012 unterschreiben.
Während der eine große Torjäger des FC Bayern Deutschland also verlässt, steht der andere vor seiner Rückkehr. In seiner letzten Saison in Deutschland bezog Makaay mit den Bayern in Aachen zwei legendäre Niederlagen. Erst schmissen die Alemannen den Rekordmeister und -pokalsieger am 20. Dezember 2006 aus dem Pokal. Zwei Monate später hieß es in der Liga 1:0 für Aachen - durch den gebürtigen Münchner und jetzigen Frankfurter (FSV) Alexander Klitzpera. Entschiede sich Makaay für Aachen, käme es am 7. Februar - fast genau drei Jahre nach jenem 0:1 - zum Wiedersehen mit Klitzpera.
Quelle: FUSSBALL.DE
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