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Özil spielt mit Bremen wie damals mit Schalke

08.01.2010, 10:58 Uhr

Geschichte wiederholt sich: Mesut Özil pokert diesmal mit dem SV Werder. (Foto: imago)Geschichte wiederholt sich: Mesut Özil pokert diesmal mit dem SV Werder. (Foto: imago)Der SV Werder Bremen erwartet ein klares Bekenntnis seines Stars Mesut Özil zum Verein - und sitzt damit in der Schalke-Falle fest. Vor exakt 24 Monaten rechnete in Gelsenkirchen niemand mit dem Verlust des talentierten Fußballers - ehe dessen Berater Reza Fazeli begann, unverhältnismäßig an der Geldschraube zu drehen. Özils Handschlag zur Vertragsverlängerung war plötzlich nichts mehr wert. Im Januar 2008 wurde der Bundesligaspieler ein Bremer.

An Werder ist der 21-Jährige noch bis 30. Juni 2011 gebunden. Bei den Hanseaten verdient er pro Jahr 1,5 Millionen Euro. Die hatte ihm vor zwei Jahren auch schon Schalke angeboten, ehe sein Berater den Poker überzog. Jetzt bekäme Özil bei Werder gerne 2,5 Millionen Euro pro Saison. Immerhin locken Auslandsengagements in England oder Italien.

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Frist bis März

Noch bis spätestens Ende März hat Werder dem U-21-Europameister Zeit gegeben, sich zu entscheiden. Dies erklärte Sportdirektor Klaus Allofs. Das Angebot: Ein neuer Vierjahresvertrag - und glänzende Perspektiven. Bremen wuchert nicht nur mit dem Pfund, Özil als Führungsspieler zu beschäftigen. Der Klub ist von Skandalen frei und mit einer seriösen sportlichen Leitung ausgestattet. Cheftrainer Thomas Schaaf und Allofs amtieren seit einem Jahrzehnt. Zudem müsste Özil bei Werders praktisch eingebauter Garantie auf jährliche Europapokalteilnahmen auf die unerlässlichen internationalen Auftritte nicht verzichten.

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Schon ein halbes Jahr ist ins Land gegangen

Seit einem halben Jahr bereits hoffen die Norddeutschen auf die Unterschrift Özils, der sie vergangene Saison gegen Leverkusen zum Pokalsieg schoss. Özil ließ und lässt sich nicht hetzen: "Mein Vertrag läuft noch 18 Monate. Das ist im Fußball eine Ewigkeit", sagte der siebenmalige Nationalspieler der "Sport Bild": "Für mich gibt es keinen Vertragspoker und somit auch keine Belastung." Özil und sein Berater wissen genau, dass seit der Leistungsexplosion des Deutsch-Türken - national wie international - weit potentere Arbeitgeber als Werder Schlange stehen. Juventus Turin soll ebenso interessiert sein wie die beiden Londoner Klubs Arsenal und Chelsea und Manchester United. Dabei hat sich das Schaufenster der WM in Südafrika noch gar nicht geöffnet.

"Welt": Özil geht am Saisonende

Kein Wunder, dass die Tageszeitung "Welt" wissen will, dass der "Glücksfall für den deutschen Fußball" (so Bundestrainer Joachim Löw) für Bremen bald schon keiner mehr ist. Als Ablösesumme sind rund 20 Millionen Euro im Gespräch. Das entspricht praktisch einer Verfünffachung des Marktwerts Özils. Werder bezahlte vor zwei Jahren 4,25 Millionen Euro.

Wird Allofs zum Müller?

Vieles deutet darauf hin, dass sich nach exakt 24 Monaten eine Geschichte wiederholt, von der Schalke ein Lied zu singen weiß: Ein aufstrebendes Talent funktioniert nur solange und verbreitet Freude, ehe es ums Geld geht. Ehe es nicht zuletzt seinem Berater ums Geld geht, um genau zu sein. Fazeli verbrannte seinerzeit die Erde auf Schalke, Özils Erde. Wie heute Bremen hatte auch Schalke ein klares Bekenntnis eingefordert. Die Westfalen planten, Özil bis 2011 zu binden - für 1,5 Millionen Euro Jahresgehalt. Die gleichen Zahlen wie heute in Bremen. Schalke erhielt Özils Handschlag - nicht aber dessen Unterschrift. Voller Frust bilanzierte im Januar 2008 der damalige königsblaue Manager Andreas Müller: Mesut Özil werde für Schalke 04 "kein Spiel mehr machen".

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Parallele zu Ribéry

Von diesem "Bann" ist Özil in Bremen noch weit entfernt. Dort steht der Verhandlungsprozess, der auf Schalke Anfang 2008 in eine Sackgasse mündete, erst am Anfang. Deshalb sagte Allofs der "Welt": "Im Verlauf des nächsten Vierteljahres müssen wir Gespräche führen. Wir können nicht einfach so ins letzte Vertragsjahr gehen." Dieser Satz klingt wie aus dem Munde Uli Hoeneß', wenn es um "Bayerns Özil" geht, Franck Ribéry. Auch der Franzose ist seitens des Rekordmeisters zu einem klaren Bekenntnis aufgefordert. Bleibt es aus, ist der Abschied des Dribbelkönigs beschlossen. Denn nur noch bis zum Sommer kassiert der FC Bayern mindestens 50 Millionen Euro für seinen Dauerpatienten. Und was den Bayern 50 Millionen Euro sind, das sind den Bremern 20 Millionen.


Quelle: FUSSBALL.DE

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