30.01.2012, 10:14 Uhr
Lucas Barrios verabschiedet sich von den Dortmunder Fans. (Quelle: imago)
Nichts scheint bis zum Ende des Wintertransferperiode unmöglich: Bei Borussia Dortmund herrscht weiter Ungewissheit um die Zukunft von Torjäger Lucas Barrios. "Ich weiß nicht, was bis Dienstag passiert. Es gibt jedoch bei uns jedoch keinerlei Tendenzen, Lucas abgeben zu wollen", sagte Trainer Jürgen Klopp und ergänzte im Rückblick auf das 3:1 gegen 1899 Hoffenheim: "Ich hätte kein Problem damit, wenn das nicht sein letztes Heimspiel gewesen wäre."
Der zwar nach jedem Heimspiel obligatorische, aber diesmal ausgiebige Abschied von Barrios nach dem Spiel vor der Südtribüne hatte Spekulationen um einen Wechsel verstärkt. Auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc steht einem Wechsel von Barrios bis Dienstag 24 Uhr, dem Ende der Transferfensters, nicht im Weg: "Es ist völlig offen. Wir haben gesagt: Wenn gewisse Parameter erfüllt sind, können wir uns das auch vorstellen - wenn ein Vereinswechsel gewünscht wird. Aber bislang ist das alles noch nicht so. Es ist nichts Konkretes auf dem Tisch", sagte er bei "LIGA total!". Die Verantwortlichen des BVB sollen bereits in Verhandlungen dem englischen Klub FC Fulham stehen. Ein wesentlicher Bestandteil der Gespräche dürfte die Ablösesumme sein.
Barrios, der in der laufenden Saison im Schatten des Polen Robert Lewandowski (bislang 14 Treffer und sieben Vorlagen) steht, hatte in den vergangenen Wochen mehrfach seine Wechselabsichten öffentlich gemacht. Die Borussen haben die Ablösesumme für den einstigen Welttorjäger auf mindestens zehn Millionen Euro festgelegt. Barrios, der in dieser Saison erst elfmal zu Kurzeinsätzen kam, hatte mit 16 Toren einen wesentlichen Anteil am Titelgewinn der Westfalen in der vergangenen Saison. Im Sommer vergangenen Jahres erlitt er bei der Copa America einen Muskelbündelriss und stand wochenlang nicht zur Verfügung. Lewandowski nutzte seine Chance mit starken Vorstellungen.
Auch Felix Magath vom VfL Wolfsburg stehen in der Endphase der Transferperiode turbulente Tage ins Haus. Dabei geht es allerdings weniger um spektakuläre Neuverpflichtungen für die Wölfe als vielmehr um abwanderungswillige Stürmer. Allen voran Torjäger Mario Mandzukic, der den Bundesligisten trotz des Neins von Magath offenbar verlassen will. Der ohnehin verzichtbare Patrick Helmes soll plötzlich bei Borussia Dortmund auf der Liste stehen und könnte bei einem Abgang von Barrios dessen Lücke schließen. Auch Srdjan Lakic bleibt ein Kandidat, der die Wölfe noch verlassen könnte - jedoch hat sich ein Wechsel von Lakic nach Hoffenheim in den letzten Tagen zerschlagen.
"Das will ich jetzt nicht kommentieren", sagte Mandzukic nach dem 0:2 bei Bayern München zu den Wechselgerüchten. Auch auf die Frage, ob er sich in Wolfsburg wertgeschätzt fühle, wollte Mandzukic "keine Antwort" geben. Der kroatische Nationalspieler hat in Wolfsburg noch einen Vertrag bis Juni 2014.
Berater Ivan Cvjetkovic hatte zuvor in der "Süddeutschen Zeitung" bestätigt, dass sich Mandzukic "auch nicht so glücklich" in Wolfsburg fühle. Dagegen erklärte Magath bei "LIGA total!": "Sein Berater hat mir noch vor zehn Tagen gesagt, dass sich Mario sehr wohlfühle in Wolfsburg und er gerne seinen Vertrag verlängern würde. Das ist das, was mir der Berater ins Gesicht gesagt hat." Weiter erklärte der Coach: "Bei mir ist keine Anfrage gelandet. Und ich glaube, ich wüsste, wenn woanders bei uns im Verein eine Anfrage angekommen wäre." In verschiedenen Medien wird der Stürmer mit Tottenham Hotspur in Verbindung gebracht.
In Sachen Patrick Helmes soll in jedem Fall noch etwas unternommen werden. Bisher war davon ausgegangen worden, dass der frühere Nationalspieler in die Zweite Liga zu Eintracht Frankfurt wechselt. "Wir haben ein detailliertes Angebot abgegeben, aber keine Einigung erzielt", sagte Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen der "Wolfsburger Allgemeinen" nach einem Telefonat mit Magath.
Eintracht-Trainer Armin Veh rechnet nicht mehr mit einem Wechsel: "Wahrscheinlich wird es nicht klappen. Was da aufgerufen wird, ist einfach nicht machbar für uns", sagte er und fügte hinzu: "Der Verein hat alles versucht. Irgendwo ist eine Grenze." Jetzt soll Helmes angeblich bei Borussia Dortmund im Gespräch sein. Dort widerspricht man noch einem Interesse. "Das ist überhaupt kein Thema", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Jedoch könnte sich Watzkes Meinung nach einem Abgang von Barrios noch ändern.
Quelle: FUSSBALL.DE
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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