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"Es riecht nach Insolvenz"

03.12.2010, 10:19 Uhr | FUSSBALL.DE, dpa

Die Spieler von 1860 München sollen in dieser Saison auf Teile ihres Gehalts verzichten. (Foto: imago)

Die Spieler von 1860 München sollen in dieser Saison auf Teile ihres Gehalts verzichten. (Foto: imago)

Zwist bei Fußball-Zweitligist TSV 1860 München. Geschäftsführer Robert Schäfer kündigte vor Tagen einen drastischen Sparkurs an, um den klammen Traditionsverein zu sanieren. Die Gehälter von Profis und Mitarbeitern sollen um zehn Prozent gekürzt werden. Die Spar-Pläne kommen aber nicht bei allen Akteuren gut an. Schon jetzt ist so gut wie klar: Nicht alle Spieler werden den Gehaltskürzungen zustimmen.

Nach Angaben der "tz" weigern sich zwei Profis, auf Teile ihres Gehaltes zu verzichten. Schon nach der Teamsitzung war klar, dass die Mannschaft keinen Mehrheitsbeschluss fasst, an den sich dann alle Spieler halten. "Jeder muss sich selbst seine Gedanken machen und abwägen, wie er sich entscheidet", sagte Benny Lauth nach der Besprechung.

Der Großteil der Mannschaft unterstützt indes die Maßnahmen der Geschäftsführung. Fast 90 Prozent des Kaders werden den Kürzungen wohl zustimmen. Der freiwillige Gehaltsverzicht ist jedoch mit Bedingungen verknüpft: Einige Spielerberater wollen vertraglich festhalten, dass das Geld im Aufstiegsfall nachträglich erstattet wird und dass die Gehaltskürzung nur bis zum 30. Juni 2011 wirksam sein sollen.

"Warum soll ich jetzt auf Geld verzichten?"

Auch die Stimmung bei den Angestellten hat sich den Minus-Temperaturen in München angepasst. So gehen die Mitarbeiter vom Schlimmsten aus: "Da es hier schon sehr nach Insolvenz riecht, sagen sich bereits einige: Warum soll ich jetzt auf Geld verzichten, wenn es ohnehin nicht mehr lange geht. Außerdem will man auch abwarten, wie die Profis reagieren. Wenn von denen in Sachen Gehaltskürzung nichts kommt, dann stimmt von den anderen Mitarbeitern ohnehin keiner zu“, zitiert die "tz" einen der Betroffenen.

1860 droht der Verkauf einiger Leistungsträger

"Unsere Bilanz sieht furchtbar aus", hatte Vize-Präsident Dieter Schneider bereits auf der Delegiertenversammlung die Brisanz der Lage verdeutlicht. "Die Sanierung ist eine Drecksarbeit, die mindestens drei Jahre dauern wird." Aus finanziellen Gründen müssen bereits in der Winterpause erneut Leistungsträger verkauft werden. Stefan Aigner, Florin Lovin, Alexander Ignjovski und Antonio Rukavina sollen ganz oben auf der Verkaufsliste stehen.

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Quelle: dpa , FUSSBALL.DE

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