13.03.2011, 15:59 Uhr | dpa
Die Damen von Turbine Potsdam feiern den dritten Titel in Folge. (Foto: dpa)
Wie einen alten Freund umarmte Bernd Schröder Bundespräsident Christian Wulff. Freundschaftlich legte der Trainer des Frauenfußball-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam seinen Arm auf die Schulter des Staatsoberhaupts und sagte: "Das ist der wichtigste Titel, den ich seit dem Champions-League-Sieg nach Hause geholt habe." Mit dem 3:0 (2:0)-Sieg gegen die SG Essen-Schönebeck holten die Potsdamerinnen zum dritten Mal in Serie die Deutsche Meisterschaft nach Brandenburg - es war der insgesamt fünfte Meistertitel in der Vereinsgeschichte. (Video: Turbine Potsdam gewinnt Herzschlagfinale)
"Es ist mein zweiter Titel. Es macht einfach Spaß, Deutscher Meister zu sein", sagte Fatmire Bajramaj, die nach dem Abpfiff von ihren Kolleginnen mit einer ordentlichen Sektdusche bedacht wurde. "Auch wenn nicht viel Zeit bleibt, heute wird richtig gefeiert", sagte sie. Schon am Dienstag reisen die Potsdamerinnen zum Champions-League-Viertelfinale nach Paris.
Am Sonntagnachmittag wurde an dieses wichtige Spiel jedoch noch kein Gedanke verschwendet. "Das ist einmalig. 2007 haben uns alle abgeschrieben. Ich denke, dass dieser Titel auch ein Zeichen für alle ist, die einmal gefallen sind. Man muss immer wieder aufstehen", erklärte Coach Schröder, der selbst im feinen Zwirn nicht von der Sektdusche seiner Spielerinnen verschont wurde.
Im Spiel gegen Essen versprühte seine Mannschaft nur in der Anfangsphase Inspiration. Mit zwei schnellen Toren von Viola Odebrecht (3. Minute) und Anja Mittag (4.) war die Partie bereits frühzeitig entschieden. Für die endgültige Entscheidung vor 7000 Zuschauern im ausverkauften Karl-Liebknecht-Stadion sorgte Babett Peter (57.) mit ihrem Treffer.
Frauen-Bundesliga Ergebnisse und Tabellen
"Diese Kulisse war schon beeindruckend. Man sieht, welchen Stellenwert der Frauenfußball in Deutschland erlangt hat", sagte Bundespräsident Christian Wulff. Und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck erklärte: "Mit diesem Titel hat sich Turbine zum 40. Geburtstag des Vereins selbst beschenkt." In dieser Saison kann Potsdam noch das Triple aus dem Gewinn der Meisterschaft, dem Pokalsieg und dem Champions-League-Erfolg perfekt machen. "Wenn dem Verein das gelingt, würde er sich damit adeln", sagte Potsdams Erfolgstrainer Schröder.
Platz zwei in diesem Jahr sicherte sich der 1. FFC Frankfurt, der am letzten Spieltag mit 8:2 (4:2) gegen den FC Bayern München gewann. Am Ende haben die Hessinnen nur einen Zähler Rückstand auf Meister Potsdam. Zweiter Absteiger neben Herforder SV B. Friedenstal ist der 1. FC Saarbrücken, der mit 0:5 beim FCR 2001 Duisburg verlor. (Video: Trotz Torfestival: FFC unterliegt im Fernduell)
Quelle: dpa
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