16.11.2012, 08:56 Uhr | dpa
Der Geduldsfaden von Uli Hoeneß war auf der Jahreshauptversammlung kurz vorm Zerreißen. (Quelle: dpa)
Hervorragende Zahlen, Rekordumsatz - und auch sportlich läuft es für den FC Bayern derzeit rund. Das ist aber kein Grund für Uli Hoeneß, der auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Bayern mit überwältigender Mehrheit für drei weitere Jahre zum Präsidenten des Rekordmeisters gewählt worden war, sich mit deutlichen Worten zurückzuhalten.
So legte Hoeneß, der von 97 Prozent der 2591 anwesenden Mitglieder im Amt bestätigt wurde, nach seiner Wiederwahl in gewohnter Manier los - und holte zum Rundumschlag aus. Er wiederholte sein Angebot an den Lokalrivalen 1860 München: "Ich habe gehört, sie wollen ein neues Stadion bauen. Mein Angebot steht weiterhin: Am Tag des Auszugs marschiere ich mit der Blaskapelle vorweg!“
Auch die Kritiker, die sich in den vergangenen Tagen und Wochen zu Wort gemeldet hatten - allen voran Theo Zwanziger und Louis van Gaal - bekamen ihr Fett weg: "Ich muss Ihnen sagen: Mein Geduldsfaden ist angespannt wie lange nicht", sagte Hoeneß: "Es dauert nicht mehr lange, bis er reißt. Ich muss mich sehr zusammennehmen, um die Meinung von Leuten, die es eigentlich besser wissen müssten, auch zu akzeptieren!“
Das war es dann allerdings an diesem Abend von der Abteilung Attacke. Denn die Freude über die guten Finanzen überwog. "Es gibt keinen Verein auf der ganzen Welt, der ohne größte Unterstützung seiner Besitzer solche Zahlen vorweisen kann", meinte Hoeneß. "Was mir besonders gefällt ist, dass wieder Ruhe eingekehrt ist bei uns", sagte er - was freilich vor allem an den zuletzt starken Auftritten der Mannschaft liegt.
Auch bezüglich seines mittlerweile entlassenen Nachfolgers auf dem Manager-Posten, Ex-Sportdirektor Christian Nerlinger, schlug Hoeneß versöhnliche Töne an. "Es war vielleicht ein Fehler, einem jungen Mann wie Nerlinger, ohne Erfahrung, diese Mammut-Aufgabe zu übertragen", so Hoeneß, der sich in der Zwischenzeit mit dem Ex-Sportdirektor getroffen und "alle Probleme aus der Welt geschafft" hat.
Ein Umsatz von 332 Millionen Euro, ein Gewinn von elf Millionen Euro nach Steuern, gut 127 Millionen Euro auf dem Festgeldkonto, ein Eigenkapital von 278 Millionen Euro - diese Zahlen können sich sehen lassen. Der Umsatz des Gesamtkonzerns einschließlich der Allianz Arena betrug sogar knapp über 373 Millionen Euro. Mit diesen Werten sind die Münchner wieder ein Stück näher an die großen Drei des Weltfußballs herangerückt. Manchester United verzeichnete vor wenigen Wochen einen Umsatz von knapp unter 400 Millionen Euro. Der FC Barcelona und Real Madrid lagen im vergangenen Jahr mit 450 bzw. 480 Millionen Euro Umsatz unangefochten an der Spitze.
Quelle: dpa
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