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Warum heißen die so? Heute: SV Zackenkicker Oberems

25.01.2012, 19:39 Uhr

Interessante Vereinsnamen: SV Zackenkicker Oberems. (Montage: t-online; Foto: imago; Verein)

Interessante Vereinsnamen: SV Zackenkicker Oberems. (Montage: t-online; Foto: imago; Verein)

Von Oliver Strerath

Es gibt sie quer durch Deutschland, in zahllosen Ligen – Vereine, bei denen man sich sofort fragt: Wieso heißen die so? Woher kommt der Name? FUSSBALL.DE stellt jetzt Klubs mit interessanten, kuriosen, ausgefallenen Namen vor. Heute, Teil 16: SV Zackenkicker Oberems, erste Mannschaft, Kreisliga A Hochtaunus.

Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Und auf diesem Platz lag noch viel mehr. Er hat eine bewegte Geschichte und dem dort heimischen Fußball-Klub auch seinen Namen verpasst. Die Rede ist vom SV Zackenkicker Oberems im hessischen Hochtaunuskreis. Gegründet 1984 aus einer  Freizeitmannschaft, stand der Platz quasi Pate bei der Taufe, schließlich liegt das Feld unterhalb einer Felsformation des Mittelgebirges - dem Zacken in 650 Meter Höhe. Hinzu kamen eben noch die Kicker, und schon war die Sache perfekt.

Schon kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Fläche in Oberems zu einem bespielbaren Platz gemacht. Die drei Meter Gefälle nahmen die Oberemser in Kauf – es wurde auch erst 2004 ausgeglichen. Zuvor geht der Blick zurück in die Sechziger Jahre, als mit dem FC Oberems in dem heute rund 1000 Einwohner zählenden Ortsteil von Glashütten erstmals organisiert Fußball gespielt wurde.

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Vom Fußballplatz zur Schuttdeponie

Trotz mehrerer Spielgemeinschaften mit Nachbarorten hatte der FCO aber keine Zukunft. 1974 wurde so vorerst zum letzten Mal in Oberems um Punkte gekämpft. Und damit war auch das vorübergehende Aus für den Platz besiegelt. "Als sich der FC aufgelöst hatte, wurde der Platz nur wenige Jahre später zu einer Deponie für Schutt und Erdabfälle", erklärt Jörg Moos, seit neun Jahren Vorsitzender der Zackenkicker. An Fußball dachte in der Taunus-Gemeinde damals verständlicherweise niemand mehr.

Das änderte sich wie erwähnt Anfang der Achtziger Jahre. Der Deponiebetrieb war mittlerweile eingestellt worden. Und schon juckte es den Oberemsern wieder im Fuß. "So ging es wieder mit dem Hobby-Team  los. Gedanken, wieder im Spielbetrieb teilzunehmen, gab es damals aber noch keine", sagt Moos. Zumal der Platz ja auch erst einmal wieder in Schuss gebracht werden musste.

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Stein um Stein wird abgetragen

Quasi Stein um Stein und Erdhügel um Erdhügel wurden wieder von dem Feld abgetragen. Eine Drainage dagegen gelegt. Rasen eingesät. Stück für Stück sah es wieder nach Fußball-Platz aus. "Hinzu kam dank großer Eigeninitiative später ein Vereinsheim", sagt der Klub-Chef. Der SV Zackenkicker hatte wieder ein Zuhause.

Nun sollte es auch sportlich aufwärts gehen. Nachdem der SV 1984 ins Vereinsregister eingetragen wurde, sollte vor allem dem Nachwuchs Perspektiven gegeben werden. "Man wollte der Jugend  etwas bieten. Das war ein Angebot", sagt Moos. Doch es regte sich auch Widerstand gegen das Streben, in den Spielbetrieb zurückzukehren – selbst wenn es nur um Jugendteams ging.

Die erste erste Mannschaft startet 1996

„Teile im Verein wollten das einfach nicht. Aber es wurde durchgezogen. 1987 war dann die erste Jugendmannschaft in einer Liga gemeldet“, erinnert sich Moos. Das sprach sich rum, der Verein wurde zur festen Größe im Ort und wuchs – heute zählt er rund 300 Mitglieder. Zur Saison 1996/1997 war es dann soweit: Die erste erste Mannschaft des SV Zackenkicker startete in der Kreisliga A Hochtaunus, in der der Verein noch heute spielt.

"Das ist unsere Liga, sie ist unser zuhause", erklärt Moos, verweist aber auch darauf, dass der SVZ auch schon zweimal in der Kreisoberliga gespielt hat. Die höhere und intensivere Belastung durch die diversen  Mannschaften - derzeit sind es zwei Männer und drei Jugendteams - setzte aber unterdessen dem Platz nachhaltig zu. "Durch die Lage im Wald und am Berg bekommt er auch stellenweise nur wenig Sonne. Im Winter schadete das Wetter dem Platz zusätzlich. Immer wieder war er dann unbespielbar", verdeutlicht der Vorsitzende. Gerade im Winter schaut er an Spieltagen daher erst einmal nach  Aufstehen, ob es geschneit hat.

Chaoten erleichtern die Entscheidung

"Die Entscheidung, was wir mit dem Platz machen,  wurde uns dann abgenommen", sagt Moos und schiebt ein "zum Glück" nach. Mehrfach nutzten Chaoten das Feld als Rennstrecke mit ihren Autos und zerstörten die Rasenfläche. "Wir haben den Platz zwar ausgebessert. Das war aber nichts Richtiges. Die Antwort danach war klar: Es musste ein Kunstrasen her." Gesagt, getan. Im Herbst 2003 begannen die Arbeiten für den neuen Platz, unterstützt durch die öffentliche Hand, bei denen auch das ursprüngliche Gefälle der Fläche begradigt wurde. 

Pünktlich zum zwanzigjährigen Vereinsjubiläum 2004 war die neue Spielstätte der Zackenkicker fertig. "Der Kunstrasen ist ein Segen", sagt Moos. Zumal der Namensgeber für den Oberemser Fußball-Verein weiter in aller Ruhe über seinem Platz thront.

Ihr spielt in einem Verein mit einem ausgefallenen Namen? Oder ihr fragt euch schon lange, warum der Klub im Nachbarort so heißt, wie er heißt? Dann schreibt uns eine Mail mit dem betreffenden Verein an team@FUSSBALL.DE.

Quelle: FUSSBALL.DE

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