14.12.2011, 07:29 Uhr
Felix Magath weht momentan der Wind ins Gesicht. (Foto: imago)
Abstiegskampfs heißt die triste Realität für den VfL Wolfsburg. Neun Saisonpleiten, nur 17 Punkte und bereits 34 Gegentore nach 16 Spielen belegen den Niedergang des Deutschen Meisters von 2009. Für Cheftrainer und Geschäftsführer Felix Magath trotzdem kein Grund, die eigentlichen Ziele mit dem Werksklub aus den Augen zu verlieren. "Ich sage allen Neuzugängen bei den Vertragsgesprächen, dass wir hier sogar Meister werden wollen. Nicht sofort, aber das ist das Ziel, das wir uns gesetzt haben", sagte der 58-Jährige der "Bild"-Zeitung.
Magath, der in dieser Spielzeit bereits 30 Spieler eingesetzt hat, gab zu, dass er die Qualität der Sommerneuzugänge überschätzt hat: "Ich bin ja kein Traumtänzer, der glaubt, dass wir mit dieser Mannschaft um das europäische Geschäft mitspielen." Dabei hatte er zwölf neue Profis zum VfL gelockt, dazu kamen noch Spieler aus der zweiten Mannschaft und aus der Jugend. "Einige Spieler sind es aufgrund ihrer bisherigen Laufbahn nicht gewohnt, mit dem Ziel Europapokal in die Saison zu gehen. Mit dieser Drucksituation können offenbar nicht alle umgehen", rechtfertigte der Wolfsburger Coach sein Transfergebahren.
Und es geht weiter: Magath will auf die sportliche Talfahrt reagieren, indem er in der Winterpause neue Spieler verpflichtet. "Im Sommer haben wir in die Breite investiert, jetzt investieren wir in Qualität und Talente", sagte der frühere Nationalspieler, der sich dabei von Kritik freispricht: "Man kann also nicht von einem Transfer-Fehler sprechen." Dennoch gesteht er Versäumnisse ein: "Uns fehlt ein Top-Spieler, einer, der sich durch Leistung oder Persönlichkeit heraushebt, um die Struktur zu festigen."
Magath hat für die kommende Transferperiode mehrere Spieler ins Visier genommen. Einer davon ist Bayern-Stürmer Ivica Olic. "Er könnte passen. Und so, wie ich das mitbekommen habe, denke ich: Er möchte wechseln", sagte er. Auch der frühere BVB-Profi Tomas Rosicky, der heute bei Arsenal London unter Vertrag steht, ist ein Thema: "Er ist ein guter Spieler, keine Frage, er ist fit. Vor ein paar Jahren haben ihn die Spitzenklubs gejagt."
Die beiden Tschechen Petr Jiracek und Vaclav Pilar sollen nach übereinstimmenden Medieninformationen kurz vor der Unterschrift beim Werksklub stehen. Dazu hofft er, dass die Spieler aus der aktuellen Mannschaft in der Rückrunde bessere Leistungen zeigen: "Ich glaube immer noch, dass sich diese Spieler verbessern werden. Wir benötigen jedoch mehr Zeit als gedacht." Noch hat Magath die Zeit, als Meistertrainer von 2009 hat er in Wolfsburg alle Freiheiten. Doch klar ist auch: Stellt sich 2012 nicht der Erfolg ein, wird es auch für Magath irgendwann eng.
Quelle: FUSSBALL.DE
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