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Warum Werder in die Champions League einzieht

15.01.2012, 13:48 Uhr

Aaron Hunt, Claudio Pizarro und Mehmet Ekici (v.re.) vom SV Werder Bremen wollen auch in der Rückrunde wieder jubeln. (Foto: imago)

Aaron Hunt, Claudio Pizarro und Mehmet Ekici (v.re.) vom SV Werder Bremen wollen auch in der Rückrunde wieder jubeln. (Foto: imago)

Von Michael Glang

"Ja, bei Werder Bremen da wackelt die Wand, denn der Deutsche Meister, kommt vom Weserstrand". Ganz so weit wie im Fan-Lied von Klaus & Klaus wird es in der Saison 2011/2012 zwar nicht kommen. Ein Platz in der Champions League wird es für die Bremer aber werden. Und das, obwohl die Bremer zuletzt die Wände deutlich seltener wackeln ließen. Dafür klingelte es umso öfter im eigenen Kasten. Vor allem auswärts machte die Defensive keine gute Figur: 0:5 in Gladbach, 1:4 in München und 0:5 auf Schalke gingen die letzten Partien auf fremden Plätzen verloren. So hat Werder zur Winterpause ein negatives Torverhältnis und steht trotzdem nur vier Punkte hinter Borussia Mönchengladbach, das auf dem vierten Platz liegt, der zur Qualifikation zur Königsklasse berechtigt.

Grund dafür ist die bärenstarke Heimbilanz. Nur gegen Borussia Dortmund zog die Schaaf-Elf beim 0:2 den Kürzeren. Ansonsten wurden alle Spiele im Weserstadion gewonnen. Und in der Rückrunde muss die Konkurrenz in den Norden. Schalke, Gladbach und die Verfolger aus Leverkusen und Hannover empfängt der SV Werder. Gute Aussichten also.

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Unterstützung für Piza

Doch es gibt noch weitere Gründe dafür, dass Bremen am Ende unter den besten Vier stehen wird. Torjäger und Publikumsliebling Claudio Pizarro wird nach der Winterpause mehr Unterstützung von den Kollegen in der Offensive bekommen. Markus Rosenberg und Marco Arnautovic haben in der Vorrunde bereits ihre Gefährlichkeit angedeutet, spielten aber noch nicht konstant genug.

Das wird sich ändern: Rosenberg traf schon beim ersten Test im Trainingslager in Belek gegen den RSC Anderlecht und auch Arnautovic will nur noch sportlich für Schlagzeilen sorgen. "Ich weiß nicht, was die Leute für ein Bild von mir haben. Aber sicher haben sich einige gefragt: 'Was ist das denn für ein Junge?' Aber ich bin nicht der Bad Boy, für den mich alle halten. Ich will einfach nur Fußball spielen, aber das will ich mit Emotionen machen. Ich bin ein guter Junge, einer mit Herz, einer mit einem weichen Herz", sagte Arnautovic auf der Werder-Webseite. Sollte er seine großartigen Anlagen (endlich) ausschöpfen, dann könnte der österreichische Nationalspieler neben Pizarro zum ersehnten zweiten Torgaranten werden.

Ekici wird ankommen

Fünf Millionen Euro hat Werder vor der Saison für Mehmet Ekici auf den Tisch gelegt. Trotz vieler Vorschusslorbeeren blieb der Mittelfeldregisseur, der vom FC Bayern kam und zuletzt an Nürnberg ausgeliehen war, bis Dezember vieles schuldig. Der türkische Nationalspieler hatte mit einer langwierigen Verletzung zu kämpfen, ihm fehlte letztlich auch die Frische.

Ab dem 18. Spieltag wird Ekici, der für seine brandgefährlichen Standards bekannt ist, ein ganz anderes Bild abgeben. "Die Kurve zeigt bei Memo ganz klar nach oben", wird Manager Klaus Allofs in der "Kreiszeitung Syke" zitiert. Vielleicht findet Werder mit einem halben Jahr Verspätung doch noch den Nachfolger für Mesut Özil auf der Zehnerposition. Technik, Passspiel, Abschluss: Die Anlagen dafür hat Ekici auf jeden Fall.

Naldo brennt auf die Rückrunde

Nicht nur die Offensive wird sich steigern, auch in der Hintermannschaft stehen die Zeichen gut. Verteidiger Naldo hat einen Traum: die WM 2014. Der Brasilianer will unbedingt bei dem Turnier in seinem Heimatland dabei sein und hatte bereits im Winter einen Wechsel zu Internacional Porto Alegre ins Auge gefasst, um ins Blickfeld von Nationalcoach Mano Menezes zu gelangen. Wegen des zu geringen Angebotes des Klubs von einer Million Euro schob Allofs dem Transfer einen Riegel vor. Der WM-Traum lebt aber weiter, also wird sich Naldo reinhauen.

Im Sommer 2013 läuft sein Vertrag aus. Will Werder noch eine Ablöse kassieren, könnten sich die Bremer nach der Saison gesprächsbereit zeigen. Das sollte für den Abwehrrecken mit dem wuchtigen Schuss Anreiz genug sein, in der Rückrunde für Stabilität zu sorgen und sich so für andere Klubs zu empfehlen. Gleiches gilt für Sebastian Prödl, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft und der mit Lazio Rom in Verbindung gebracht wird.

Die Abwehr stabilisiert sich

Apropos Abwehr: die Werder-Defensive hat Steigerungspotenzial. Von allen Teams in der oberen Tabellenhälfte hat Schaafs Truppe die meisten kassiert.  Die Sommer-Neuzugänge Andreas Wolf, Lukas Schmitz und Alexander Ignjovski haben ihre Qualitäten allesamt angedeutet. Wenn sich die Abwehr jetzt noch weiter findet, wird Torhüter Tim Wiese den Ball in der Rückrunde wesentlich seltener aus dem Netz holen müssen. 

Berücksichtigt man die vielen Probleme in der Vorrunde, ist es erstaunlich, dass Werder oben mitmischt. Gleichzeitig wird deutlich, wieviel noch möglich ist. Dazu kommt, dass Borussia Mönchengladbach das bärenstarke Kalenderjahr 2011 erst noch bestätigen muss. Nach dem verkündeten Abschied von Marco Reus zum Saisonende wird sich zeigen, ob die Fohlen schon wieder ein echtes Spitzenteam haben. Wenn nicht, dann steht Werder bereit. 

Quelle: FUSSBALL.DE

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