06.10.2012, 09:06 Uhr | FUSSBALL.DE
Nach dem Schlusspfiff herrscht bei den Bremer Profis Ratlosigkeit. (Quelle: imago)
Der SV Werder Bremen ist am Tiefpunkt angekommen. Nach der 1:3 (1:2)-Pleite beim bis dahin noch sieglosen Schlusslicht FC Augsburg müssen die Hanseaten den Blick nach unten richten. Lediglich sieben Punkte aus sieben Spielen stehen bei Werder nach der schwächsten Saisonleistung auf dem Konto, dazu kommt das frühe Pokal-Aus gegen den Drittligisten Preussen Münster.
Trainer Thomas Schaaf war nach der Pleite in Augsburg bedient. "Wir wissen, dass die Mannschaft ganz anders spielen kann. Mit der Leistung sind wir nicht zufrieden. Sieben Punkte - das hätten wir uns ganz anders gewünscht", sagte der frühere Profi nach dem Match. Klaus Allofs stellte nach der Niederlage sogar die Charakterfrage: "Es müssen sich einige die Frage stellen, wie man in der Bundesliga bestehen kann. So ist das jedenfalls zu wenig", sagte der Werder-Manager.
Allofs wurmte vor allem der mangelnde Einsatz der eigenen Elf. "Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die um die Existenz kämpft und wir haben gedacht, wir könnten hier ein bisschen Fußballspielen am Freitagabend. So geht das nicht - in der Bundesliga ist jedes Spiel umkämpft, da ist es egal, ob man gegen den FC Bayern spielt, oder gegen den FC Augsburg. So kann man kein Spiel gewinnen", redete sich der Werder-Boss in Rage und legte nach: "Wir waren in keiner Sekunde bereit so viel einzubringen, wie Augsburg, die mit komplettem Einsatz und voller Hingabe gespielt haben. Das war ein total misslungenes Spiel."
Total misslungen war für Werder auch der Start ins Spiel. Tobias Werner (2. Minute) brachte Augsburg früh in Führung, Stephan Hain (32.) und Daniel Baier (73.) legten für den FCA nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Kevin De Bruyne zum 1:1 (19.) nach. Die Spieler zeigten sich hernach selbstkritisch. "Wir haben den Start wieder verpennt und in der zweiten Minute das Tor kassiert, als noch nicht mal alle Spieler von uns am Ball waren. Das ist Woche für Woche das Gleiche: Wir schlafen und machen die Fehler, die uns jedes Mal das Genick brechen", sagte Aaron Hunt. "Das war ein rabenschwarzer Tag für uns", bilanzierte Keeper Sebastian Mielitz.
Angesichts von Neuzugängen wie Eljero Elia (Juventus Turin), Nils Petersen (Bayern München) oder de Bruyne (FC Chelsea) war Werder mit großen Ambitionen in die Saison gestartet. Doch die Euphorie ist bereits nach sieben Spieltagen verloren gegangen. Die Hanseaten müssen zusehen, schnell wieder in die Spur zu finden. Sonst droht Abstiegskampf an der Weser. Die Leistung von Augsburg macht jedenfalls keinen Mut. "So wie wir heute aufgetreten sind, kann man nicht gewinnen", sagte Coach Schaaf.
Quelle: FUSSBALL.DE
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