01.02.2012, 18:23 Uhr
Balazs Dzsudzsak wechselt zu Dynamo Moskau. (Foto: dpa)
Die Wirtschaftskrise macht sich auch im Profi-Fußball bemerkbar. Bei den Vereinen sitzt das Geld längst nicht mehr so locker wie früher. Die Vertreter der mittel- und südeuropäischen Top-Ligen haben sich in der zu Ende gegangenen Winter-Transferperiode jedenfalls merklich zurückgehalten. Dagegen griffen in Russland vor allem die Vereine aus der Hauptstadt tief in die Tasche.
Dynamo Moskau hat sich für 19 Millionen Euro den teuersten Neuzugang in ganz Europa geleistet. Den dritten Platz auf dieser Liste nimmt Papiss Demba Cisse ein. Der Senegalese hat Bundesliga-Schlusslicht SC Freiburg zwölf Millionen Euro in die Kasse gespült. Während Torjäger Cisse, der zukünftig für den englischen Premier-League-Klub Newcastle United stürmen wird, den deutschen Fans ein Begriff ist, sieht das beim teuersten europäischen Profi ganz anders aus.
Der hierzulande fast unbekannte ungarische Nationalspieler Balazs Dzsudzsak wechselte innerhalb der russischen Liga von Anschi Machatschkala zu Dynamo. Knapp 19 Millionen Euro überwies der Klub des früheren deutschen Nationalspielers Kevin Kuranyi an den Verein von Superstar Samuel Eto'o. "Ich möchte in der Champions League spielen. Dieses Ziel kann ich mit Dynamo eher als mit Anschi erreichen", begründete Dzsudzsak seinen Wechsel.
Rund eine Million weniger gab Europa-League-Teilnehmer Lokomotive für den russischen Nationalspieler Roman Pawljutschenko aus. Der 30 Jahre alte Stürmer kehrt vom englischen Traditionsverein Tottenham Hotspur in seine Heimat zurück. Pawljutschenko war 2008 von Spartak Moskau für 17,4 Millionen Euro an die White Hart Lane gewechselt.
Dank Lokalrivale ZSKA floss auch Geld in die russische Hauptstadt. Der Brasilianer Vagner Love wurde für 10 Millionen Euro zurück an den Zuckerhut zu Flamengo Rio de Janeiro transferiert. Damit teilt sich Vagner Love den vierten Platz in der Liste der teuersten Winter-Transfers mit Cisses Landsmann Moussa Sow und dem italienischen Nationalspieler Thiago Motta.
Die Künste von Angreifer Sow waren dem türkischen Rekordmeister Fenerbahce Istanbul die Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe wert. Der französische Erstligist OSC Lille freute sich über die Einnahme.
Der gebürtige Brasilianer Thiago Motta wechselte von Inter Mailand zum französischen Meister Paris St. Germain. Für knapp unter zehn Millionen ging bei den Glasgow Rangers Nikica Jelavic weg. 9,6 Millionen zahlte der FC Everton für den Kroaten. Für 8,5 Millionen verpflichtete der FC Chelsea den englische Nationalspieler Gary Cahill vom Premier-League-Rivalen Bolton Wanderers.
Danach folgt bereits der Transfer des Bosniers Vedad Ibisevic von 1899 Hoffenheim zum VfB Stuttgart. Ebenfalls fünf Millionen Euro haben Alex (FC Chelsea zu Paris St. Germain) und Djibrill Cisse (von Lazio Rom zu den Queens Park Rangers) gekostet.
Die relativ niedrigen Summen scheinen die ersten Auswirkungen des von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf den Weg gebrachten Financial Fair Play zu sein. So hat die Premier League insgesamt "nur" 42 Millionen Euro ausgegeben, im vergangenen Winter waren es noch über 200 Millionen. Damit liegen die englischen Klubs sogar hinter der Bundesliga.
Die deutschen Vereine haben rund 48 Millionen Euro investiert. Die teilweise hochverschuldeten englischen Klubs fügen sich offenbar dem Willen der UEFA und denken um. Schließlich dürfen die Vereine zukünftig nicht mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Die Bilanzen werden erstmals 2013 geprüft.
Um Übergangszeiten zu gewährleisten, dürfen 2013 bis 2015 in beiden Jahren noch 45 Millionen Miese geschrieben werden, danach 30 Millionen (bis 2018). Ab dann gilt: Mehr als fünf Millionen Ausgaben über den Einnahmen sind nicht erlaubt.
Quelle: FUSSBALL.DE , sid
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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