11.10.2009, 14:03 Uhr
Aus Moskau berichtet Patrick Brandenburg
Joachim Löw jubelt nach dem Sieg gegen Russland. (Foto: imago)Der Ritterschlag kam von höchster Stelle: Guus Hiddink, seines Zeichens Europapokalsieger der Landesmeister, Weltpokalsieger, mehrfacher holländischer Titelträger und seit Jahren notorisch erfolgreich im Wachküssen schlummernder Fußballnationen ließ sich nach der Niederlage seiner Russen gegen Deutschland zu einem seltenen Lob eines Kontrahenten hinreißen.
"Joachim Löw macht wirklich gute Arbeit. Er hat viel dazugelernt und schart gute Leute um sich.“ In wenigen Worten ist das exakt die Bilanz der Arbeit des deutschen Bundestrainers, der mit der erfolgreichen WM-Qualifikation der Nationalelf eine weitere Reifeprüfung ablegte.
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Löw hat hohe Ansprüche
Die erste war der ungefährdete Sprung zur EM-Endrunde 2008. Doch vor zwei Jahren war das noch mehr oder weniger eine Klinsmannschaft, die er trainierte; welche die Euphorie des Traumsommers 2006 in den nächsten Wettbewerb rettete, dann aber trotz des zweiten Platzes beim Turnier in den Alpen streng genommen scheiterte. Jedenfalls, wenn man Löws eigene hohe Ansprüche betrachtet: begeisternden, variantenreichen und jungen Fußball zu bieten.
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StimmenDas deutsche Sieger-Gen, etwas Glück und viel Adler
DFB-Team taktisch glänzend eingestellt
Seitdem hat sich die Mannschaft weiterentwickelt, personell und taktisch. Mit frischen Gesichtern wie Adler, Beck, Özil oder Boateng – der trotz seiner Gelb-Roten Karte in Moskau sicher ein Gewinn für die DFB-Elf sein wird. Mit neuen Varianten wie dem 4-5-1, das zwar Löws Idealbild entgegenläuft und für die Fans hässlich sein kann, aber gegen Teams wie Russland die perfekte Antwort ist. Die beiden Siege gegen die bärenstarke Sbornaja können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: Am Hochgeschwindigkeitsfußball dieser Elf werden sich noch ganz andere Teams die Zähne ausbeißen.
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Trainer trifft die richtigen Entscheidungen
Auch Löw selbst hat sich weiterentwickelt. Er hat den Machtkampf mit Größen wie Ballack oder Frings nicht gesucht, aber gewonnen. Er hat alternative Spielsysteme etabliert. Er wird so klug sein, die Einstürmervariante nicht zum Dogma zu erheben, nur weil sie ab und zu funktioniert. Er hat in Moskau zum Leistungsprinzip zurückgefunden, als er Lieblingsschüler Thomas Hitzlsperger auf der Bank ließ anstelle des aktuell bärenstarken Simon Rolfes. Dass Cacau ein anderer Spielertyp ist als Gomez und Co. und daher besser ins Team passt als Liga-Torjäger Stefan Kießling, wollen wir einfach mal glauben, auch wenn es schwerfällt.
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Quelle: dpa
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