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Schweichler will mit dem Libanon zur WM 2014

04.03.2013, 10:21 Uhr | FUSSBALL.DE

Christian Schweichler, Torwarttrainer der libanesischen Nationalmannschaft.  (Quelle: Privat)

Christian Schweichler, Torwarttrainer der libanesischen Nationalmannschaft. (Quelle: Privat)

Von Henrik Stadnischenko

Über viertausend Verletzte und 1900 getötete Menschen. Zudem eine Vielzahl von zerstörten Städten und Dörfern. Auch sechs Jahre nach dem Ende des Libanon-Kriegs sind die Folgen und die Erinnerungen noch immer den Köpfen der Bevölkerung. Doch mittlerweile kehrt die Freude in das Land am Mittelmeer zurück. Grund dafür ist ihr ganzer Stolz, die Fußball-Nationalmannschaft. Das Team, das von Theo Bücker aus Deutschland trainiert wird, steht in der letzten Qualifikationsrunde für die WM 2014 in Brasilien.

Dass der libanesische Fußballverband "seinen großen Traum" Brasilien unbedingt erreichen möchte, beweist die Tatsache, einen professionellen Torwarttrainer einzustellen. Nach langer Suche fanden die Verantwortlichen im über 3100 Kilometer entfernten Mülheim an der Ruhr in Christian Schweichler ihre "Wunschlösung". In Deutschland ist der 34-Jährige ziemlich unbekannt, dabei genießt er auf dem afrikanischen Kontinent einen guten Ruf.

Schweichler bereits im Sudan erfolgreich

2010 feierte er mit dem sudanesischen Erstligisten Al Merreikh Omdurman den Pokalsieg und die Qualifikation zur afrikanischen Champions League. Im April 2012 folgte dann der nächsthöhere Schritt auf der Karriereleiter. Eine Entscheidung, die der lizenzierte Torwart-Coach bis heute nicht bereut hat. "Eine Nationalmannschaft zu trainieren ist immer reizvoll. Ein solches Angebot erhält man nicht alle Tage", betont Schweichler. "Ich möchte mit dem Aufbau einer Fußball-Akademie Strukturen schaffen, die das Torwartspiel im Libanon langfristig auf ein höheres Niveau heben", sagt Schweichler mit Hinblick auf die Zukunft.

Ex-Bundesliga-Profis im libanesischen Kader

Dass der Stellenwert der libanesischen Nationalmannschaft von Jahr zu Jahr wächst, beweist die Tatsache, das mit Roda Antar (ehemals SC Freiburg) und Youssef Mohamad (ehemals 1. FC Köln) zwei Ex-Bundesligaspieler im Nationalkader stehen. Zudem verdienen mit Adnan Haidar, Hassan Saad und Keeper Abbas Hassan insgesamt drei Nationalspieler ihr Geld im Ausland.

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Haidar spielt beim norwegischen Klub Stabaek IF, Saad in den USA für Sporting Kansas City und Hassan beim IFK Norrköping in Schweden. Letzterer hat in Europa seine Ausbildung genossen und bereits U21-Länderspiele für Schweden bestritten hat. Hassan, 27-jähriger Leistungsträger im Team, wird in seiner Heimat als großes Idol gefeiert. Dank seiner starken Leistungen wurde der Torhüter bereits vom englischen Meister Manchester City zum Probetraining eingeladen. Doch obwohl die Libanesen mit Hassan über einen guten Schlussmann verfügen, sieht Schweichler bei der Torwartausbildung noch Nachholbedarf.

Schweichler wohnt in einem Vorort von Beirut

Das Camille Chamoun Sports City Stadion in Beirut. (Quelle: privat)Das Camille Chamoun Sports City Stadion in Beirut."Die Ausbildung junger Talente lässt leider generell auch im arabischen Raum noch immer zu wünschen übrig. Die ideale Ausführung torwartspezifischer Grundtechniken stellt viele Keeper vor große Probleme", betont der studierte Sportwissenschaftler. Seinen Lebensmittelpunkt hat der Torwarttrainer mittlerweile komplett nach Vorderasien verlegt. "Ich wohne in einem Vorort von Beirut und habe das Glück, in meiner Freizeit eine Menge über das Land und seine Kultur lernen zu dürfen", so Schweichler weiter.

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"Libanesen haben sich WM-Qualifikation verdient"

Speziell Beirut sei mit seinen vielen kulturellen und gastronomischen Angeboten ein Ort, der viele Menschen aufgrund des hohen Lebensstandards anziehe, erklärt der Mülheimer. "Die Mehrheit der Menschen im Libanon ist gastfreundlich, weltoffen und pflegt einen westlichen Lebensstil. Dennoch ist die Gesellschaft natürlich arabisch geprägt", erklärt Schweichler, der mit "seinen Libanesen" im nächsten Jahr die WM-Qualifikation schaffen möchte. "Wir werden alles daran setzen, dass wir uns unseren WM-Traum erfüllen. Das haben sich die Menschen im Libanon verdient."

Quelle: FUSSBALL.DE

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