12.11.2011, 10:44 Uhr
Uruguay kann sich auf Top-Stürmer Luis Suarez verlassen: Der 24-Jährige hat Weltfußballer Lionel Messi in der südamerikanischen WM-Qualifikation die Show gestohlen. Während Argentiniens Dribbelkünstler beim mageren 1:1 des zweifachen Weltmeisters gegen Bolivien wenig Glanz verbreitete, wurde Suarez nach dem 4:0 von Südamerika-Champion Uruguay gegen Chile von den Fans mit stehenden Ovationen verabschiedet. Der Angreifer des FC Liverpool traf gegen den von internen Querelen geschwächten Gegner gleich viermal ins Schwarze und schoss seine Mannschaft am 3. Spieltag an die Tabellenspitze der WM-Ausscheidung.
Suarez wurde nach der Galavorstellung von seinen Emotionen übermannt. "Am liebsten möchte man in Tränen ausbrechen", gestand der Stürmer nach seinem eindrucksvollen Viererpack (42., 45., 63. und 68. Minute). Unter Jubelstürmen verließ Suarez 13 Minuten vor Ende des Spiels den Rasen. Vier Tore in einem Qualifikationsspiel waren letztmals dem Brasilianer Romario im Jahr 2000 gegen Venezuela geglückt. Mit jetzt insgesamt 24 Länderspieltoren überholte er Teamkollege Diego Forlan, der gegen Chile verletzungsbedingt pausieren musste.
Für die Chilenen endete eine turbulente Woche mit einer sportlichen Demütigung. Nationalcoach Claudio Borghi hatte den früheren Leverkusener Arturo Vidal und vier weitere Spieler wegen Disziplinlosigkeit aus dem Team geworfen. Das Quintett wies die Anschuldigungen des Trainers anschließend zurück. Borghis Behauptung, dass die Spieler in einem "nicht zu entschuldigenden und unangemessenen Zustand" nach einem freien Abend ins Teamhotel zurückgekehrt seien, ist "eine große Lüge und nicht richtig", hieß es von Seiten der fünf Profis.
Superstar Messi stand der Frust nach Argentiniens dürftigem Remis gegen die Anden-Kicker aus Bolivien ins Gesicht geschrieben. "Wir dürfen uns keinen einzigen Punktverlust mehr erlauben. Wir sind sauer, weil wir heute genug Chancen hatten, um Tore zu machen", sagte der Ballzauberer, dem nur im Trikot des FC Barcelona Treffer wie am Fließband gelingen.
Ezequiel Lavezzi vom SSC Neapel bewahrte den zweimaligen Weltmeister im River Plate-Stadion von Buenos Aires mit seinem Treffer in der 60. Minute vor der drohenden Heimpleite gegen den Außenseiter. Vier Minuten zuvor hatte Marcelo Martins einen schweren Abwehrfehler des früheren Bayern-Profis Martin Demichelis zum 1:0 für die Gäste genutzt. Mit Glück und Geschick rettete Bolivien seinen ersten Qualifikationspunkt. Argentinien hatte zuvor Chile mit 4:1 besiegt und gegen Venezuela überraschend 0:1 verloren.
Paraguay errang mit Dortmunds Stürmer Lucas Barrios seinen ersten Sieg mit einem 2:1 über Ecuador in Asunción. Christian Riveros (46.) und Darío Verón (57.) trafen für die Gastgeber bei einem Gegentor durch Joao Rojas (90.). Kolumbien spielte in Barranquilla 1:1 gegen Venezuela. Freddy Guarin (11.) und der in der Schweiz geborene Venezolaner Frank Fletschner (78.) waren die Torschützen. Für Venezuela standen der Gladbacher Juan Arango und der Hamburger Tomas Rincon in der Startelf.
Schon am kommenden Dienstag geht es weiter. Während Uruguay spielfrei hat, bestreitet Kolumbien gegen Argentinien das Spitzenspiel der vierten WM-Qualifikationsrunde.
Quelle: sid , dpa
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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