07.12.2011, 11:56 Uhr | DFB.de
Wolfgang Niersbach ist bereit, DFB-Präsident Theo Zwanziger zu beerben. (Foto: dpa)
Wolfgang Niersbach ist bereit, für das Amt des DFB-Präsidenten zu kandidieren. In einer Sitzung sprachen sich die Vertreter der fünf Regionalverbände des DFB sowie weitere Mitglieder des DFB-Präsidiums einhellig für eine Kandidatur des derzeitigen Generalsekretärs aus. Niersbach bewirbt sich damit um die Nachfolge von Theo Zwanziger, der am vergangenen Freitag verkündet hatte, nicht mehr kandidieren zu wollen und im Oktober 2012 sein Amt zur Verfügung zu stellen. Die Wahl des elften DFB-Präsidenten wird dann im Rahmen eines Außerordentlichen DFB-Bundestages erfolgen (Porträt: Das ist Wolfgang Niersbach).
Für Zwanziger ist Niersbachs Kandidatur die ideale Konstellation: “Ich freue mich, dass sich Wolfgang Niersbach nach intensiver Überlegung bereit erklärt hat, im Oktober 2012 meine Nachfolge als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes anzutreten. Ich habe ihn mir bereits für den Bundestag 2010 als meinen Nachfolger gewünscht", sagte der scheidende DFB-Boss. "Umso mehr freue ich mich heute über seine Zusage. Er erhält meine volle Unterstützung. Ich arbeite seit 20 Jahren freundschaftlich, eng und vertrauensvoll mit ihm zusammen und bin daher überzeugt, dass er den Verband in Zukunft optimal führen und dabei die ehrenamtliche Basis nicht aus den Augen verlieren wird”, so Zwanziger weiter.
Niersbach fühlt sich bereit für den Posten. “Ich habe höchsten Respekt vor diesem Amt. Mir ist bewusst, welch großer Schritt das für mich persönlich bedeutet. Mein Vorteil ist sicher, dass ich den Fußball seit fast 40 Jahren und den DFB in all seinen Facetten seit über 20 Jahren kenne. Ich traue mir die Aufgabe zu, weil ich die breite Rückendeckung spüre. Ich war schon immer ein Mannschaftsspieler, daran wird sich nichts ändern”, sagte der 61-Jährige.
Gleichzeitig kann sich Niersbach der Unterstützung innerhalb des Verbands sicher sein. “Zunächst möchten wir Dr. Zwanziger für seinen Schritt Respekt zollen. Gleichzeitig freuen wir uns, dass Wolfgang Niersbach kandidieren möchte. Er kann sicher sein, dass er uns alle als loyale Partner aus dem Amateurbereich an seiner Seite hat. Er wird mit breiter Brust in das Amt gehen können”, sagte Hermann Korfmacher, der 1. Vizepräsident Amateure.
Liga-Präsident Reinhard Rauball hat die Entscheidung von Niersbach begrüßt, sich zur Wahl zu stellen. "Die Entscheidung in der Kandidatenfrage ist der richtige Weg, um schnellstmöglich zu klaren Verhältnissen zu kommen", sagte Rauball. Niersbach sei "als Mann des Ausgleichs bekannt, der stets die Interessen des gesamten Fußballs im Blick hat und großes Ansehen in allen Bereichen des DFB genießt. Er hat alle Qualitäten, den größten Fußball-Verband der Welt in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Ich werde meinen Kollegen aus dem Ligaverband empfehlen, Wolfgang Niersbach zu unterstützen."
Auch Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich erfreut. "Es ist eine gute Entscheidung, dass Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident kandidiert. Ich freue mich auf die Fortsetzung unserer guten Zusammenarbeit unter neuen Vorzeichen", sagte Löw. Niersbach sei "ein Teamplayer mit großer Erfahrung und angenehmem Führungsstil".
Zunächst muss der DFB einen Außerordentlichen Bundestag organisieren. Dieser soll im Oktober 2012 stattfinden. Dort werden 261 Delegierte zusammenkommen und über die Nachfolge entscheiden. Der nächste Ordentliche DFB-Bundestag, der turnusgemäß alle drei Jahre stattfindet, war ursprünglich erst für 2013 geplant. Die stimmberechtigten Delegierten des DFB-Bundestages setzen sich aus Vertretern des DFB-Präsidiums und -Vorstandes, der im Ligaverband organisierten Profivereine und der Regional- und Landesverbände zusammen.
Aus dem DFB-Präsidium (16 Stimmen) und DFB-Vorstand (30) sind alle Mitglieder stimmberechtigt - ebenso der DFB-Ehrenpräsident. Der Ligaverband hat 74 Stimmen. Die 140 Stimmen der Regionalverbände teilen sich nach einem mitgliederabhängigen Schlüssel auf die Regionalverbände Süd (51), West (29), Nord (24), Nordost (22) und Südwest (14) auf. Hinzu kommen die Ehrenmitglieder und die Mitglieder der Rechtsorgane, der Revisionsstelle und der Ausschüsse, die mit beratender Stimme teilnehmen.
Quelle: dapd , sid , dpa
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