fussball.de
powered by
Bundesliga bei t-online.deDFBnet

...

"Meister Pröpper" steht für den Neuanfang beim Wuppertaler SV

30.06.2013, 14:00 Uhr | FUSSBALL.DE

Günter Pröpper, die lebende Legende des Wuppertaler SV. (Quelle: imago/Werek/Krschak)

Günter Pröpper, die lebende Legende des Wuppertaler SV. (Quelle: imago/Werek/Krschak)

Von Marc L. Merten

Von der Bundesliga sind sie weit entfernt, auch die 2. Liga ist ganz weit weg für viele Traditionsklubs, die den deutschen Fußball früher mitprägten. Inzwischen sind sie - im besten Fall - in der viertklassigen Regionalliga beheimatet. Manche auch in der Bezirksliga oder tiefer. FUSSBALL.DE wirft in der Serie "Tränen, Triumphe, Tradition" einen Blick auf Vereine, deren größte Erfolge lange zurückliegen, die aber immer noch viele Fans bewegen. Heute, Teil 20: Wuppertaler SV, in der kommenden Saison Oberliga Niederrhein.

Der Wuppertaler SV ist insolvent, der Zwangsabstieg aus der Regionalliga besiegelt. Und trotzdem ist "Meister Pröpper" zufrieden. Günter Pröpper, der beste Spieler, der je im Trikot des WSV auflief, hat diesen Weg unterstützt. "Initiative WSV 2.0" hieß das Projekt, das in den vergangenen Wochen dafür gesorgt hat, dass der Traditionsklub aus dem Westen den Weg der kontrollierten Insolvenz gegangen ist. Ganz nach dem Motto: Manchmal muss man untergehen, um wiederauferstehen zu können.

Etwas zaghaft lächelt der mittlerweile 71-Jährige in die Kamera. In den Händen hält er das Plakat "Initiative WSV 2.0 - Professionalität. Seriosität. Perspektive.". Als bekannt geworden war, dass Pröpper die Mitglieder-Bewegung unterstützt, brandete Jubel unter den Fans auf. Pröpper, das Wuppertaler Idol, wollte den harten Weg mitgehen, um den Klub von Grund auf wieder neu aufzubauen.

Foto-Show im Überblick
Foto-Show: Abgestürzte Traditionsklubs
4 von 20 Bildern

52 Tore in einer Saison

Den Klub, den Pröpper einst in den 1970er Jahren zur Blüte geführt - und geschossen - hatte. Vor genau 40 Jahre qualifizierte sich der WSV für den UEFA-Cup. Die Saison 1973/74 war der Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Drei Jahre lange waren die Rot-Blauen erstklassig. In der Abstiegssaison 74/75 wurde sogar der große FC Bayern mit Franz Beckenbauer 3:1 geschlagen.

In Günter Pröpper hatte der WSV einen der besten Stürmer dieser Zeit in seinen Reihen. Sein Tor-Rekord von 52 Treffern in der Saison 1971/72 der Regionalliga-West, damals zweithöchste Spielklasse, ist bis heute im bezahlten deutschen Fußball unerreicht. Und auch in Deutschlands höchster Spielklasse waren 72/73 nur zwei Stürmer erfolgreicher als Pröpper mit seinen 21 Treffern: Gerd Müller und Jupp Heynckes.

Wenn schon k.o. gehen, dann richtig

Heute ist vom Glanz, den "Meister Pröpper" damals versprühte, kaum etwas übrig geblieben. Seit der Saison 2010/11 spielte der WSV in der viertklassigen Regionalliga West. Schnell wurde klar, dass der Klub in dieser Liga finanziell kaum überlebensfähig sein würde. Prompt blieben der sportliche Erfolg und der Wiederaufstieg aus.

Stattdessen setzte sich der schleichende K.o. der Rot-Blauen unaufhaltsam fort. Im Dezember 2012, als Pröpper seinen 70. Geburtstag feierte, war das bittere Ende absehbar. Der Klub erteilte allen Spielern der ersten Mannschaft die Erlaubnis, trotz laufender Verträge den Verein zu verlassen. Zudem gab Friedhelm Runge, umstrittener Vereinsvorsitzender und Mäzen, seinen Rückzug bekannt.

Schließlich entstand aus der Mitte der Mitglieder heraus die "Initiative WSV 2.0". Das Ziel: Wenn schon k.o. gehen, dann richtig. Bei der am 24. Mai 2013 einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung wurden alle Vertreter der Bewegung in den Verwaltungsrat gewählt. Der Klub sollte mit neuer Struktur und solider Finanzbasis einen professionellen Neuanfang in der Oberliga wagen.

Wettlauf gegen die Zeit

Tatsächlich gelang es den neuen Verantwortlichen, in kurzer Zeit eine Art Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Zum Trainingsauftakt der neuen Saison kamen über 300 Fans, manch ein Zweitligist hätte sich solchen Zuspruch gewünscht. Auch fast ebenso viele Dauerkarten wurden bereits geordert. "Für einen Oberligisten sind das unvorstellbare Zahlen. Da ist schon so etwas wie Euphorie zu spüren", kommentierte der Sportliche Leiter Achim Weber die jüngsten Entwicklungen.

Dabei war bis zum 30. Juni längst nicht klar, ob der WSV tatsächlich den Neubeginn in der Oberliga angehen könne - oder in einem unwürdigen Schauspiel in der kommenden Spielzeit außer Konkurrenz in der Regionalliga hätte auflaufen müssen. Denn das Insolvenzverfahren musste zum 30. Juni offiziell gemacht werden. Das geschah erst auf den letzten Drücker.

Foto-Show im Überblick
Ex-Bundesligastars im Amateurfußball
4 von 19 Bildern

"Einer alten Liebe wieder Leben einhauchen"

Jetzt steht dem Wuppertaler SV 2.0 nichts mehr im Wege. Auch dank Günter Pröpper. Schließlich hatte er der Initiative sein Gesicht geliehen. Ein Fan schrieb im Forum "Rot-Blau.com": "Danke Günter Pröpper! Danke für diese frühzeitige Transparenz! Danke für ein klares Konzept! Danke für die Mitglieder- und Faneinbindung! Danke dem breit aufgestelltem Team für eine gemeinsame, abteilungsübergreifende Perspektive. Danke dafür, einer alten Liebe wieder Leben einzuhauchen!"

"Meister Pröpper" kann also zu Recht hoffen, dass sein Klub bald wieder auf Hochglanz poliert wird.

Quelle: FUSSBALL.DE

Leserbrief An die Redaktion
Inhalt versenden Versenden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Wuppertaler SV: "Meister Pröpper" steht für den Neuanfang" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Wuppertaler SV: "Meister Pröpper" steht für den Neuanfang" gefallen hat.

 
Anzeigen

Anzeige

Aktuelle Videos

Top 5 aus Brasilien
Ex-Wolf d'Alessandro mit Traum-Freistoß

Der ehemalige Buli-Kicker trifft sehenswert.

mehr
Torvorlage
Kickerin überrascht mit spektakulärem Einwurf

Damit hat die gegnerische Abwehr nicht gerechnet.

mehr

Mobil

Fußball Liveticker App Herzrasen

Herzrasen: Deutschlands schnellste Liveticker App

mehr

Mobil

Jetzt die Android App für die neue Saison 13/14 updaten

Zum Saisonstart 13/14 wurde die App auf zahlreichen Positionen verbessert!

mehr
Anzeige



Anzeige