19.04.2011, 12:48 Uhr
Die Bielefelder Fans müssen nächste Saison in der 3. Liga jubeln. (Foto: imago)
Arminia Bielefeld steigt in die Dritte Liga ab. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) genehmigte die beantragte Finanzhilfe. Bielefeld erhält somit 1,2 Millionen Euro aus dem Sicherungsfonds, muss aber den automatischen Drei-Punkte-Abzug in Kauf nehmen. Damit ist die Arminia auch rechnerisch nicht mehr zu retten. Bielefeld liegt mit nur noch 13 Zählern auf dem letzten Platz der Zweiten Liga.
Der Traditionsklub hatte aus dem Hilfetopf Gelder in Höhe von zwei Monatsgehältern angefordert, um die laufende Saison ordnungsgemäß beenden zu können. Nun kann die Arminia die bisher ausstehenden Gehälter zahlen. Der Klub steht insgesamt mit 27,1 Millionen Euro in der Kreide, eine Summe, die sich nun noch erhöht. Erst im Falle eines Wiederaufstiegs müsste Bielefeld die mit fünf Prozent verzinste Summe zurückzahlen.
Diese Summe tragen die 35 anderen Vereine der obersten beiden Ligen anteilig nach ihrer Position in der Vierjahrestabelle der Fernseh-Gelder. Laut Informationen des Fachmagazins "Kicker" beträgt der Anteil von Bayern München nun 70.000 Euro, der FC Ingolstadt beispielsweise muss 12.000 Euro beisteuern.
In der Bundesliga hat die Zahlung aus dem Sicherungsfonds unterdessen für Diskussionen gesorgt. "Dieser Fonds ist grundsätzlich zu begrüßen. Jetzt kann sich eine Mannschaft aber locker ein paar Punkte abziehen lassen, das ist sehr grenzwertig", sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. Die Konstellation, dass eine Mannschaft wie Bielefeld quasi bereits abgestiegen sei und dann in den Topf greife, "finde ich ein bisschen schade", sagte Völler: "Nun bist du eh schon abgestiegen, dann machst du es. Das hat für mich einen unangenehmen Beigeschmack. Die Idee war eigentlich, Klubs zu helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Ob das hier der Fall ist, kann ich nicht beurteilen." Deswegen wolle er nicht sagen, das Geld falle nun in ein Fass ohne Boden. "Wir müssen uns aber zusammensetzen und überdenken, ob dies noch der Weg ist, denn man gehen sollte."
Hans-Joachim Watzke ist anderer Ansicht. Er verstehe insbesondere die Zweitligisten, die "das jetzt hart kritisieren", sagte er, aber: "Die da jetzt rumheulen, haben es doch selbst mit beschlossen! Also bitte, wenn wir diesen Fonds haben, muss man doch davon ausgehen, dass er auch mal in Anspruch genommen wird. Ziel ist ja in erster Linie, den Klub in die Lage zu versetzen, die Saison beenden zu können, um keine Wettbewerbsverzerrung zu haben. Deswegen finde ich es immer noch richtig."
Besonders Ulrich Lepsch, Präsident von Energie Cottbus, hatte sich im Fachmagazin "Kicker" weit aus dem Fenster gelehnt. "Leider muss man Unterschiede in der Behandlung der Klubs feststellen", sagte er und forderte: "Wir müssen endlich die schwarzen Schafe bekämpfen. Das Lizenzierungsverfahren darf nicht ad absurdum geführt werden mit Schlupflöchern und Nachlizenzierungen." Es gebe "für Sentimentalitäten keinen Platz".
Quelle: sid
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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