DFB-Bundestag |15.03.2022|13:10

Neue Spielformen im Kinderfußball ab 2024

Vom DFB-Bundestag beschlossen: Neue Spielformen im Kinderfußball.[Foto: imago]

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Der 44. Ordentliche DFB-Bundestag in Bonn ist dem Beschluss des DFB-Bundesjugendtages gefolgt und hat die verbindliche Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball bestätigt. Die Regelung tritt mit Beginn der Saison 2024/2025 bundesweit in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt werden die veränderten Spielformen, die kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vorsehen, die bisherigen Wettbewerbsangebote in der G-, F- und E-Jugend als feste Formate ablösen.

Der DFB-Bundesjugendtag hatte am 23. Januar die verbindliche Verankerung der neuen Spielformen einstimmig beschlossen. Vorausgegangen war eine zweijährige Pilotphase, an der sich alle 21 Landesverbände mit zahlreichen Fußballkreisen und Vereinen beteiligt hatten. Das flächendeckende Ausrollen der Spielformen wird nun etappenweise erfolgen, ehe die neuen Regelungen ab Sommer 2024 in ganz Deutschland greifen.

Zimmermann: "Erfahrungen der Pilotphase waren sehr positiv"

Ronny Zimmermann, neuer 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: "Die Entscheidung ist konsequent und logisch. Die Erfahrungen der Pilotphase waren sehr positiv, auch die begleitenden Studien sind eindeutig. Die Kinder sollen aktiv am Spiel teilnehmen und möglichst viele Tore schießen. Deshalb wird auf kleinere Teams und viel Abwechslung gesetzt. Die neuen Spielformen geben allen auf dem Platz so häufig wie möglich die Chance, den Ball am Fuß zu haben. Wir müssen wie Kinder denken, nicht wie Erwachsene. Nur Kinder, die Spaß und Freude am Spiel entwickeln, werden dem Fußball erhalten bleiben. Und Spaß haben sie dann, wenn sie viele Aktionen mit dem Ball haben. Die Reform soll den gesamten Fußball und die Nachwuchsarbeit an der Basis langfristig stärken."

In der G-Jugend wird ab der Saison 2024/2025 verbindlich im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore gespielt. In der F-Jugend wird ebenfalls das Drei-gegen-Drei empfohlen, alternativ ist ein Vier-gegen-Vier oder Fünf-gegen-Fünf möglich. Beim Fünf-gegen-Fünf erfolgt in der F-Jugend der Einsatz von Kleinfeldtoren und Torhüter*innen.

In der E-Jugend wird dann zum Fünf-gegen-Fünf bis maximal Sieben-gegen-Sieben übergegangen, in dieser Altersklasse erfolgt der feste Übergang zu Kleinfeldtoren und Torhüter*innen. Um den Leistungsdruck zu minimieren und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund zu rücken, wird in der G- und F-Jugend keine Meisterschaftsrunde ausgetragen. Stattdessen sind Spielenachmittage und Festivals mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern vorgesehen.

Integriert in die Spielformen ist ein Rotationsprinzip mit festen Wechseln der Spieler*innen, um allen Kindern Einsatzzeiten zu ermöglichen. Wichtigstes Ziel der Reform in den Altersklassen U 6 bis U 11 ist es, mit einer kindgerechten Art des Fußballs den Spaß am Spiel nachhaltig zu fördern.

Umgang mit Siegen und Niederlagen noch besser erlernen

Die veränderten Spielformen fördern die Selbstständigkeit der Spieler*innen und minimieren das Coachen durch die Trainer*innen und die Einflussnahme der Eltern auf das Nötigste. Die Kinder lernen, verstärkt eigene Lösungen zu finden. Der neue Modus bringt mit sich, dass mehr Spiele verloren und gewonnen werden, so dass Kinder den Umgang mit Siegen und Niederlagen noch besser erlernen.

Die neuen Wettbewerbsformen sorgen darüber hinaus dafür, dass Kopfbälle nahezu ausgeschlossen werden. Die Spielfeldgröße ist deutlich kleiner, Einwurf und Abstoß werden durch das Eindribbeln ersetzt, ein Abschlag durch den Torwart findet kaum statt. Somit gehen der DFB und seine Landesverbände altersgerecht mit dem Kopfballspiel im jungen Alter um, ohne Verbote oder Reglementierungen vorgeben zu müssen, wie es zum Teil andere Nationalverbände praktizieren.

Eine Umfrage im Amateurfußball-Barometer hatte kürzlich die Wichtigkeit der Ziele, die die Reform des Kinderfußballs verfolgt, noch einmal unterstrichen. Den Wunsch, dass Kinder möglichst viel Spaß am Spiel haben sollen, teilten nahezu alle der rund 5200 befragten Personen aus dem Amateurfußball. Mehr als 99 Prozent von ihnen halten dies für wichtig oder sehr wichtig. Ähnlich stark gewichtet wurden die Vorhaben, dass Kinder Fairplay erleben (95 Prozent), möglichst viele Ballaktionen haben (93 Prozent) und altersgerecht Fußball spielen (90 Prozent). Dass der Nachwuchs durch Zwischenrufe der Eltern weniger gestört werden soll, bezeichneten 89 Prozent als wichtig oder sehr wichtig.

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