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Kurios |13.04.2021|16:00

Als ein Dreifachkopfball Tor des Monats wurde

1980 reloaded: Klaus Mehler köpft ein wie bei seinem "Tor des Monats".[Foto: imago]

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Langer Abschlag, dreimal Kopf, Tor! Was sich wie ein mühsam eingespielter Film über außergewöhnliche Fußballtreffer anhört, ist vor 41 Jahren tatsächlich genau so passiert. Beim Entscheidungsspiel zum Aufstieg in die Bezirksklasse Hessen zwischen der Spvgg. Fechenheim 03 und der DJK Bad Homburg am 8. Juni 1980 steht es kurz nach der Halbzeit noch 0:0, als Klaus Mehler Fechenheim in Führung bringt.

Keeper Uwe Schröder schlägt weit ab, Uwe Jung gewinnt in der gegnerischen Hälfte ein Kopfballduell, und kurz vor dem Sechzehner verlängert Detlef Jerger ebenfalls per Schädel. Dann landet der Ball bei Mehler. Der nickt ein - und zwar genau so spektakulär, wie die Vorbereitung schon ist, denn der Ball knallt von der Unterkante der Latte ins Tor. Vom eigenen Schlussmann bis zum Zappeln im Netz berührt der Ball nicht einmal den Boden.

Nur durch einen glücklichen Umstand wird das Kunststück auf Film festgehalten. Robert Parisson hat sich mit seiner Kamera zum Platz in Frankfurt-Kalbach aufgemacht. Normalerweise nimmt er für den Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt oder die Handballer des TV Großwallstadt Spiele der nächsten Gegner auf oder sucht nach Talenten. Diesmal also ist der Scout der Frühzeit bei den Amateuren unterwegs - zum Glück für Klaus Mehler und die Fechenheimer.

Denn Robert Parisson schickt seine Aufnahmen an den Hessischen Rundfunk, zur Weiterleitung an die ARD-Sportschau und die Auswahl zum Tor des Monats.

"Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet! Ich fand das Tor nicht so außergewöhnlich, aber ich hatte gute Fürsprecher"

FUSSBALL.DE: Herr Mehler, was war das denn für eine verrückte Geschichte damals?

Klaus Mehler:  Das können Sie wohl sagen! Dass wir dieses Spiel überhaupt absolvieren durften, dann der Spielverlauf selber mit meinem Tor zur Führung und schließlich, wie es den Weg ins Fernsehen fand, das war schon fast einmalig.

Erzählen Sie bitte!

Mehler:  Von uns in Fechenheim hatte eigentlich keiner damit gerechnet, dass wir dieses Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in der Kreisklasse erreichen würden. Wir hatten zwar eine gute Mannschaft zusammen, aber die DJK Bad Homburg war der klare Favorit. Sie hatten ein paar Spieler aus dem früheren Jugoslawien in ihren Reihen, die konnten wirklich kicken! Zur Winterpause hatten sie auch schon einen ordentlichen Vorsprung, aber dann haben sie in den letzten Saisonspielen nachgelassen, und wir haben alles gewonnen. So waren wir am Ende punktgleich und mussten auf neutralem Platz den Aufsteiger in die Bezirksklasse ermitteln.

Das klappte ganz gut für Ihre Truppe.

Mehler:  Ja, aber davon war nicht auszugehen. Weil die Meisterschaft zwischendurch weit weg war, hatten zwei Spieler schon Urlaub gebucht und fehlten am 8. Juni. In der Partie selber musste dann auch noch nach 20 Minuten unser Kapitän verletzt vom Platz, von daher waren die Voraussetzungen für uns nicht sonderlich gut. Es war warm, mehr als 1.000 Zuschauer waren auf dem Platz, eine tolle Atmosphäre. Zur Halbzeit stand es 0:0, dann gelingt uns dieses kuriose Tor. Danach habe ich auch noch das 2:0 gemacht und die Bad Homburger haben sich hängen lassen. Am Ende ging es 4:0 für uns aus, das lag auch daran, dass wir kämpferisch viel besser waren. Unser Trainer Arda Vural, der zu dieser Zeit auch vorher Co-Trainer bei Eintracht Frankfurt war und mich von dort auch mit nach Fechenheim gelotst hatte, legte viel Wert auf Konditionstraining.

Normalerweise wird so ein Tor, wie es Ihnen an dem Tag gelang, nicht aufgenommen, schon gar nicht in der damaligen Zeit. Wie wurden Sie schließlich zum Torschützen des Monats Juni 1980?

Mehler:  Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet! Ich fand den Treffer nicht so außergewöhnlich, aber ich hatte gute Fürsprecher. Robert Parisson, der Mann mit der Kamera, hat zunächst Kontakt zu Holger Obermann, der damals für den Hessischen Rundfunk und auch die Sportschau gearbeitet hat, aufgenommen. Der hat sich sehr dafür eingesetzt, dass das Tor in die Auswahl zum "Tor des Monats" gelangt ist. Ernst Huberty, der Moderator, wollte zunächst keinen Treffer aus dem Amateurfußball und bemängelte außerdem die schlechte technische Qualität der Aufnahme.

Dann setzt sich Ihr Treffer gegen namhafte Konkurrenz durch, darunter Horst Hrubesch, der Deutschland zum EM-Sieg köpfte.

Mehler:  Wir haben in Frankfurt und Umgebung ganz gut die Werbetrommel gerührt. (lacht)  Damals haben ja die Zuschauer noch per Postkarte für das "Tor des Monats" abgestimmt, da kam einiges zusammen. Ich fand es dann aber gerecht, dass nicht nur ich ausgezeichnet wurde, sondern alle vier Beteiligten eine Medaille erhielten. Das Tor war schließlich eine Gemeinschaftsproduktion, ich habe nur die Vorlagen meiner Mitspieler vollendet.

Ihre war aus echtem Gold, die der Mitspieler aus Silber. Zwei der vier Medaillen fehlen inzwischen.

Mehler:  Uwe Jungs Silbermedaille wurde bei einem Einbruch in sein Haus gestohlen - und ich habe meine verkauft. Nach meiner Fußballerkarriere war ich beruflich lange Zeit in der Immobilien- und Finanzbranche sehr erfolgreich. Doch dann habe ich diesen Job verloren und danach beruflich einige falsche Entscheidungen getroffen, sodass ich in Geldnot geraten bin. So habe ich die Goldmedaille vor einigen Jahren einschmelzen lassen und zu Geld gemacht. Das war eine schwierige Zeit für mich, die aber auch etwas sehr Gutes hatte.

Was denn?

Mehler:  Ich habe den Weg zu Gott gefunden und der ist nur über den Herrn Jesus Christus zu erreichen, damit bin ich jetzt wieder mit mir und der Welt im Reinen. Inzwischen bin ich auch beruflich in diesem Bereich tätig, arbeite für ein internationales christliches Hilfswerk (MAF - Mission Aviation Fellowship) und biete gemeinsam mit meiner jetzigen Frau Christliches Bewusstseinscoaching für Familien oder Einzelne an. Wir begleiten Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Außerdem bin ich Mitbegründer und erster Vorsitzender der Online-Glaubens-Akademie, einem gemeinnützigen Verein, ehrenamtlich mit sechs weiteren Gründern tätig.

Haben Sie denn noch Kontakt zum Fußball, zur Spvgg. Fechenheim und Ihren früheren Mitstreitern beim 'Tor des Monats'?

Mehler:  Wenig. Die ganze Geschichte ist ja erst jetzt wieder durch die Sondersendung in der Sportschau hochgekocht. Bevor wir dann für den Dreh wieder zusammenkamen, war 41 Jahre lang eigentlich nichts los. (lacht)  Die Jungs aus Fechenheim habe ich aber vor gut drei Jahren schon einmal bei einem Treffen wiedergesehen. Da war auch Klaus Schwarze dabei, der ja das "Tor des Monats" vor 50 Jahren erfunden hat.

Sie haben in der Jugend für Eintracht Frankfurt gespielt. Gab es keine Chance, Profi zu werden?

Mehler:  Ich war sicherlich kurz davor. Mit 15 bin ich bei einem Auswahlturnier, das wir mit der Bezirksauswahl Fulda überraschend gewonnen hatten, von einem Talentspäher der Eintracht entdeckt worden. Uwe Bein war damals auch dabei. Mit 17 bin ich dann zu Hause ausgezogen und von Fechenheim nach Frankfurt gezogen. Da habe ich in Bornheim bei einer älteren Frau gewohnt, die so etwas wie meine Stiefoma wurde. Als ich aus der Jugend kam, bin ich wie bereits erwähnt, auf Anraten des damaligen Co-Trainers der Eintracht nach Fechenheim für zwei Jahre gewechselt, um dann wieder zu den Amateuren der Eintracht zurückzukehren. Dort spielte ich zwei Jahre, wo ich öfters bei den Profis unter Lothar Buchmann mittrainieren durfte. Aufgrund zweier Verletzungen in dieser Zeit, die jeweils zu Operationen führten, musste ich nach einer sportärztlichen Untersuchung den Traum vom Profifußball aufgeben, weil der Körper dieser täglichen Belastung nicht mehr gewachsen war. Ich spielte dann noch einige Jahre in der Ober - und Landesliga für den FC Erbach, FSV Frankfurt und Borussia Fulda, ehe ich mit 28 Jahren mit dem Fußball aufgehört habe, um mich auf die berufliche Karriere zu konzentrieren. In irgendwelchen Altherren- oder Hobbymannschaften zu spielen, darauf hatte ich einfach keine Lust mehr.

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