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Magazin | 17.05.2026 | 12:00

Ballweg: "Professionelle Bedingungen für junge Spielerinnen schaffen"

Ballweg (l.): "Unser Ziel ist, dass junge Spielerinnen bestmöglich gefördert werden – sportlich, aber auch persönlich."[Foto: IMAGO]

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Ulrike Ballweg begann ihre Karriere als Trainerin bereits mit 17 Jahren. Während ihrer Laufbahn als Assistenztrainerin der Frauen-Nationalmannschaft wurde Ballweg einmal Welt- und zweimal Europameisterin. Seit 2017 engagiert sie sich federführend in der Talentförderung. Als Leiterin der Talentförderung Frauen und Mädchen beim DFB ist Ballweg dabei mitverantwortlich für die seit 2023 eröffneten Leistungs- und Talentförderzentren. Im Interview mit FUSSBALL.de spricht die 60-Jährige über ihren Aufgabenbereich und die bisherige Entwicklung der Zentren.

FUSSBALL.DE: Frau Ballweg, Sie sind Leiterin der Talentförderung Frauen und Mädchen beim DFB. Was genau gehört zu Ihrem Aufgabenbereich?

Ulrike Ballweg: Ich bin verantwortlich für alle Themen rund um die Talentförderung im Frauen- und Mädchenfußball. Dazu gehören insbesondere die Strukturen im Bereich der Eliteförderung, also auch die Leistungs- und Talentförderzentren, die wir seit einigen Jahren in enger Zusammenarbeit mit den Profivereinen aufbauen.

Seit 2023 gibt es die weiblichen Leistungs- und Talentförderzentren offiziell. Wie ist die Idee entstanden?

Ballweg: Die Grundlage dafür war das Projekt "Zukunft weiblich". Dort haben wir uns intensiv damit beschäftigt, wie wir den Frauen- und Mädchenfußball weiterentwickeln können. Ein zentraler Punkt war dabei die Professionalisierung der Nachwuchsförderung. Im Jungenbereich gibt es Leistungszentren bereits seit über 20 Jahren, im Mädchenbereich fehlten solche Strukturen bislang. Deshalb haben wir zunächst eine Pilotphase mit fünf Vereinen gestartet, um Kriterien und Konzepte in der Praxis zu testen.

Wie lief diese Pilotphase konkret ab?

Ballweg: Wir haben sehr eng mit verschiedenen Partnern zusammengearbeitet – mit Vereinen, Landesverbänden und auch Experten aus dem Nachwuchsbereich der Männer. Gemeinsam haben wir Kriterien und Richtlinien entwickelt, die später die Grundlage für die Zertifizierung wurden. Die Saison 2023/2024 war dabei unsere Pilotphase, seit 2024/2025 läuft das Projekt offiziell.

"Wir sehen, dass sich die Strukturen bei den Vereinen deutlich weiterentwickelt haben"

Was zeichnet ein Leistungs- und Talentförderzentrum aus?

Ballweg: Es geht nicht nur um die sportliche Ausbildung. Wichtig ist, dass die Spielerinnen professionelle Bedingungen vorfinden. Dazu gehören qualifizierte Trainerinnen und Trainer, Torwart- und Athletiktrainer, medizinische Betreuung durch Physiotherapeuten und Ärzte sowie Angebote im Bereich Sportpsychologie. Außerdem spielen Organisation und Umfeldmanagement eine große Rolle. Unser Ziel ist, dass junge Spielerinnen bestmöglich gefördert werden – sportlich, aber auch persönlich.

Wie viele Vereine sind aktuell Teil des Projekts?

Ballweg: Aktuell haben sich elf Vereine aus der Frauen-Bundesliga zertifizieren lassen. Einige Vereine befinden sich noch im Entwicklungsprozess, aber wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten und Jahren weitere Klubs dazukommen werden.

Zum Abschluss: Wie fällt Ihr Fazit nach den ersten Jahren aus?

Ballweg: Sehr positiv. Wir sehen, dass sich die Strukturen bei den Vereinen deutlich weiterentwickelt haben. Der Austausch zwischen DFB und Klubs funktioniert sehr gut, und gemeinsam arbeiten wir daran, die Bedingungen für die Spielerinnen weiter zu verbessern. Wir sind überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und den Frauen- und Mädchenfußball in Deutschland nachhaltig professionalisieren können.

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