Jetzt für Bildungsprojekt "Waldkicker" bewerben
Kinder für Nachhaltigkeit begeistern und gleichzeitig den Teamgeist stärken - das ist das ehrgeizige Ziel der Bildungsinitiative "Waldkicker". Jetzt bewerben!
Mehr lesen
Aktuell technische Probleme bei FUSSBALL.DE.
An der Lösung des Problems wird mit Hochdruck gearbeitet.
Wir bitten um euer Verständnis.
BAP-Sänger Niedecken: "Ich habe den Eindruck, dass die Chemie im DFB-Team stimmt."[Foto: imago]
Wolfgang Niedecken ist einer der bekanntesten Musiker Deutschlands. 2026 feiert der Kölner sein 50-jähriges Jubiläum mit seiner Band BAP, am 10. Juli steht ein seit Monaten ausverkauftes Konzert im Kölner Rhein-Energie-Stadion auf dem Tourplan. Der 75 Jahre alte BAP-Frontmann ist großer Fußballfan, natürlich des 1. FC Köln. Auch der Amateurfußball und das Ehrenamt spielen in seinem Leben eine wichtige Rolle, wie er im FUSSBALL.DE-Interview erzählt.
FUSSBALL.DE: Herr Niedecken, können Sie sich ein Leben ohne Fußball vorstellen?
Wolfgang Niedecken: Nicht wirklich. Der Fußball begleitet mich schon mein ganzes Leben. Fußball war mir schon immer wichtig. Ich weiß noch, dass ich als kleiner Junge zuhause auf dem Teppich mit meinen Autos gespielt habe, während mein Vater und mein 20 Jahre älterer Halbbruder im Radio die Fußballübertragungen gehört haben. Da fielen immer wieder Namen wie Helmut Rahn, Hans Schäfer, Fritz Walter. Vor allem aber Hans Schäfer. So hat bei mir alles angefangen. Hans Schäfer wurde dann auch zu meinem ersten ganz großen Idol.
"Hans Schäfer war für mich der Inbegriff des Fußballs, er hat das Wunder von Bern mitgeprägt"
Eine Legende des 1. FC Köln und Weltmeister 1954.
Niedecken: Hans Schäfer war für mich der Inbegriff des Fußballs. Er hat das Wunder von Bern mitgeprägt. Eine unvorstellbare Leistung war das damals. Und unglaublich wichtig für unser Land nach dem Krieg. Ich habe ihn viele Jahre später mal bei einem Pokalspiel des 1. FC Köln kennenlernen dürfen. Wir sind dann tatsächlich Freunde geworden.
Haben Sie selbst auch mal Fußball gespielt?
Niedecken: Natürlich. Wie alle Kinder damals auf der Straße. Es gibt den BAP-Song "Nix wie bessher". Direkt am Anfang geht es darum, wie wir als Kinder auf der Straße Fußball spielten und die Garagen unsere Tore waren. Ich war dann immer Hans Schäfer, da gab es keine Diskussionen. Ich weiß noch, dass wir verlorene FC-Begegnungen so lange nachgespielt haben, bis sie doch noch gewonnen waren.
Haben Sie auch mal im Verein gespielt?
Niedecken: Leider nicht. Ich hatte nicht das Talent dafür. Ich war im Internat, und da haben wir wirklich jeden Tag Fußball gespielt. Aber für einen Verein hat es bei mir nicht gereicht. Hinzu kam, dass dann, als ich 13 Jahre alt war, die Beatles in mein Leben traten. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Musik wichtiger als der Fußball. Wir haben eine Band gegründet und versucht, den Beatles nachzueifern. Tatsächlich wurden wir dann immer besser und professioneller. Und 1976 kam es dann zur Gründung von BAP.
Sie spielen am 10. Juli das große Jubiläumskonzert im längst ausverkauften Rhein-Energie-Stadion. Wie fühlt sich das im Vorfeld an?
Niedecken: Das wird kein normales Konzert. Ich weiß selbst nicht, was da passieren wird. Normalerweise habe ich vor Konzerten kein Lampenfieber. Aber in diesem Fall spüre ich schon mehr Anspannung. Das Rhein-Energie-Stadion ist für mich ein besonderer Ort, seitdem ich mit meinem Halbbruder dort vor vielen Jahren erstmals bei einem FC-Spiel war. Gegner war damals der 1. FC Nürnberg. Aber fragen Sie jetzt bitte nicht nach dem Endstand, den weiß ich wirklich nicht mehr. Wir haben jedenfalls gewonnen.
"Das Rhein-Energie-Stadion ist für mich so was wie ein zweites Wohnzimmer"
Dann frage ich lieber, ob Sie schon mal im Rhein-Energie-Stadion gespielt haben?
Niedecken: Ja, natürlich. Wir waren mit BAP schon dreimal Vorband der Rolling Stones. Das Rhein-Energie-Stadion ist für mich so was wie ein zweites Wohnzimmer.
Am 10. Juli findet auch ein Viertelfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft statt.
Niedecken: Darauf konnten wir leider keine Rücksicht nehmen. Aber ich musste jetzt mal alle WM-Spiele in unseren Familienkalender eintragen, damit ich auch wirklich nichts verpasse. Ich freue mich jedenfalls sehr über das Turnier und die Auftritte der Deutschen.
Was ist möglich für die DFB-Auswahl beim Turnier? Julian Nagelsmann sagt, dass er Weltmeister werden will. Ist das möglich?
Niedecken: Warum denn nicht? Es muss natürlich einiges zusammenkommen, aber ich bin da sehr optimistisch. Ich habe auch den Eindruck, dass die Chemie im DFB-Team stimmt – das ist fast noch wichtiger als die sportliche Qualität. Man kann die großartigsten Fußballer zusammenbringen, aber wenn die nicht miteinander können, dann wird es nicht funktionieren. Das ist überall so. Auch in einer Band. Tolle Musiker machen nur tolle Musik, wenn sie harmonieren. Das ist übrigens auch im Amateurfußball so.
"Ich habe den Eindruck, dass die Chemie im DFB-Team stimmt – das ist fast noch wichtiger als die sportliche Qualität"
Welche Bedeutung hat für Sie der Amateurfußball?
Niedecken: Das ist das Fundament. Hier wird der Nachwuchs groß. Es ist gar nicht hoch genug zu bewerten, was die tausenden Ehrenamtlichen in Deutschland leisten. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement in allen Bereichen wären wir verloren. Ich habe höchsten Respekt vor allen, die sich da einbringen.
Warum ist der Amateurfußball Ihrer Meinung nach so wichtig?
Niedecken: Da werden die Kinder geformt. Sie gewinnen zusammen und sie verlieren zusammen. Sie lernen, Teil einer Gruppe zu sein. Ein Mannschaftssport ist für das ganze Leben prägend. Wer einmal Teil eines Teams war, weiß, wovon ich spreche. Da entstehen oft Freundschaften, die meist das ganze Leben lang halten.
Sind Sie auch manchmal am Wochenende am Platz?
Niedecken: Nein, leider nicht. Das Wochenende ist bei mir immer total vollgepackt. Im Grunde kann man sagen, dass ich kein Wochenende kenne. Ich bin samstags und sonntags fast immer unterwegs. Allerdings erlaube ich mir den Luxus, die Spiele vom 1. FC Köln live zu verfolgen. Und wenn ich wirklich mal zuhause bin, sehe ich die Heimspiele im Stadion. Die Musik nimmt bei mir allerdings sehr viel Zeit in Anspruch.
Sehen Sie Parallelen zwischen dem Fußball und der Musik?
Niedecken: Beides hat auch künstlerische Aspekte. Ich habe viele Spiele auf höchstem Niveau gesehen, da waren die Fußballer regelrecht Artisten. Was die mit dem Ball gemacht haben, hatte viel mit Kunst zu tun. Guter Fußball kann mich verzaubern. Ich liebe solche Spieler wie Florian Wirtz oder Jamal Musiala. Aber nicht nur die Offensivspieler sind wichtig, eine gute Defensive ist mindestens genauso entscheidend.
Lieber Fußballfreund,
du möchtest gern einen Beitrag, z.B. Musik, Fotos, Videos, Daten oder einen Zeitungsartikel (nachfolgend „Inhalte“) hochladen? Wir möchten dich an dieser Stelle gern nochmal daran erinnern, dass die Verantwortung für die von dir hochgeladenen Inhalte bei dir liegt. Bitte vergewissere dich also zunächst, ob die Inhalte unseren Vorgaben entsprechen (siehe die ausführlichen Bestimmungen unter „Community-Spielregeln“) und insbesondere ob du über die entsprechenden Nutzungsrechte an den Inhalten verfügst. Diese liegen in der Regel bei Dritten und nicht bei dir, wenn du Inhalte aus dem Internet (z.B. Fotos bekannter Personen, Videos oder Zeitungsartikel) kopierst und hochlädst.
Bitte beachte: Wenn du die Nutzungsrechte an den Inhalten nicht berücksichtigst, kann es zu kostspieligen Abmahnungen und weiteren Forderungen gegen dich kommen. Sofern wir hiermit direkt konfrontiert werden, sind wir berechtigt, deine Daten zum Zwecke der Rechtsverfolgung herauszugeben und mögliche Forderungen an dich weiter zu berechnen.