Schiedsrichternovize Lamour: Wenn aus dem Lehrer ein Schüler wird
Früher Lehrer und Schülerin, heute Lehrerin und Schüler: Marcel Lamour unterrichtete erst Cora Pinner, dann half sie ihm beim Schiedsrichtern.
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Ex-Trainer Dinis: "Luca bringt alle Voraussetzungen mit, um den nächsten Schritt zu machen."[Foto: IMAGO]
Laut einer bekannten Fußballer-Weisheit ist das zweite Jahr nach einem Aufstieg oft schwieriger als die erste Saison. Das könnte auch auf den SV Biemenhorst in der Oberliga Niederrhein zutreffen. Der Sportverein aus dem südlichen Bocholter Stadtteil Biemenhorst kickte vor acht Jahren noch in der Kreisliga A, bis 2023 immerhin in der Bezirksliga. Dann aber gelang der direkte Durchmarsch bis in die fünfthöchste Spielklasse.
Dort landete der SVB in seiner Premierenspielzeit im gesicherten Tabellenmittelfeld, mit komfortablen zwölf Punkten Vorsprung vor der Abstiegszone. Knapp ein Jahr später muss der Klub jedoch als Tabellenvorletzter um den Klassenverbleib bangen. Nach der 1:5-Heimniederlage gegen den Aufstiegsaspiranten VfB 03 Hilden beträgt der Rückstand zum rettenden 15. Rang acht Spieltage vor dem Saisonende vier Punkte.
Dabei haben die Biemenhorster einen großen Hoffnungsträger in ihren Reihen. Der 23 Jahre alte Angreifer Luca Felix Puhe führt nämlich trotz der sportlich schwierigen Lage seines Klubs mit 17 Saisontreffern gemeinsam mit Niko Bosnjak (SpVg Schonnebeck) die Torjägerliste der Liga an. Im besten Fall wird Puhe zur "Lebensversicherung" seines Klubs.
"Ich durfte Luca in Biemenhorst drei Jahre lang betreuen und kann nur Positives über ihn berichten", sagt SVB-Aufstiegstrainer Javier Dinis, der früh das Talent des Angreifers erkannte und zu seinem Förderer wurde, im Gespräch mit FUSSBALL.DE. "Schon zu Bezirksligazeiten konnte man sehen, über welche Fähigkeiten er verfügt", erinnert sich der gebürtige Spanier, der den Verein nach der ersten Oberligasaison auf eigenen Wunsch verlassen hatte und sich aktuell eine Auszeit vom Fußball gönnt.
"Luca wusste gar nicht, wie gut er sein kann"
Zu Beginn der Zusammenarbeit führte Dinis viele Gespräche mit dem torgefährlichen Offensivspieler und machte ihm klar, über welche Möglichkeiten er verfügt, wenn er weiter hart an sich arbeiten würde. "Luca wusste gar nicht, wie gut er sein kann", sagt der Ex-Coach und Förderer. "Er ist ungemein fleißig und ehrgeizig, verfügt über einen sehr starken Willen, hat alles dem Fußball untergeordnet" ergänzt der 47-Jährige.
Außerhalb des Fußballplatzes schob Luca Puhe deshalb Extraschichten, um körperlich auf Topniveau zu sein. "Luca bringt alle Voraussetzungen mit, um den nächsten Schritt zu machen", betont Javier Dinis. "Qualität ist das Produkt von Talent und unbändigem Willen. Diese beiden Komponenten bringt er definitiv mit."
Der junge Stürmer hat mit seiner konstant guten Torquote großen Anteil am sportlichen Aufschwung des SV Biemenhorst. Mit insgesamt 19 Treffern und weiteren 13 Torvorlagen hatte er schon wesentlichen Anteil am Aufstieg des SV Biemenhorst von der Landesliga in die Oberliga. Dort steuerte der 23-jährige gebürtige Bocholter dann elf Treffer zum Klassenverbleib bei. In dieser Saison läuft es noch deutlich besser. Unter anderem schnürte er schon einen Dreierpack und traf dreimal doppelt.
Kein Wunder, dass er auch längst das Interesse von höherklassigen Vereinen geweckt hat. So bekundete schon in der Vorsaison der West-Regionalligist 1. FC Bocholt, der direkt vor seiner Haustür liegt, Interesse am Torjäger-Talent. Puhe entschied sich jedoch für den Verbleib beim "kleinen" Nachbarn.
Mit Ex-Trainer Javier Dinis steht der Torjäger nach wie vor in engem Kontakt. Schließlich verdienen beide ihren Lebensunterhalt beim selben Arbeitgeber, einem Bocholter Unternehmen für die Herstellung von mechanischen Antriebssystemen wie Kupplungen und Getrieben. Puhe ist dort in der Montage, Dinis im Produktmanagement tätig.
Sollte die positive Entwicklung von Luca Puhe fortsetzen, könnte er in die Fußstapfen der beiden früheren Junioren-Nationalspieler Maurice Exslager und Pascal Testroet treten, die beide ebenfalls in Bocholt geboren wurden und ihre fußballerischen Karrieren jeweils beim SV Biemenhorst gestartet hatten.
Exslager, der seine Laufbahn mittlerweile beendet hat, absolvierte unter anderem 95 Zweitligapartien für den MSV Duisburg, den 1. FC Köln und den SV Darmstadt 98. Der ebenfalls 35 Jahre alte Testroet ist nach wie vor aktiv (für den SV Sandhausen in der Regionalliga Südwest). Er war in der 2. Bundesliga für Dynamo Dresden, den FC Erzgebirge Aue und den SV Sandhausen am Ball (insgesamt 152 Einsätze, 47 Tore). Außerdem gehört er mit 80 Treffern in 275 Begegnungen zu den erfolgreichsten Torschützen der 3. Liga. Nur drei Spieler trafen in der Geschichte der dritthöchsten Spielklasse noch häufiger.
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