Schiedsrichternovize Lamour: Wenn aus dem Lehrer ein Schüler wird
Früher Lehrer und Schülerin, heute Lehrerin und Schüler: Marcel Lamour unterrichtete erst Cora Pinner, dann half sie ihm beim Schiedsrichtern.
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Monchi: Beim Wiederaufbau "der Jugendabteilung von Blau-Weiß wollten wir gerne dabei sein."[Foto: SV Blau-Weiß 21 Jarmen]
Mit viel Stolz tragen die D-Jugendlichen des SV Blau-Weiß 21 Jarmen ihre neuen Trikots. Feine Sahne Fischfilet steht auf den Shirts der Kids. Wer davon noch nie gehört hat: Es ist der Name einer Band, die sich vor mehr als 20 Jahren in dem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern gegründet hat und zumindest in Musikkreisen längst über die Region im Nordosten Deutschland bekannt ist.
Zum Fußball hatten die Politpunkrocker um Sänger Jan "Monchi" Gorkow schon immer eine enge Verbundenheit, ob aktiv auf dem Platz in Jarmen oder als Fans von Hansa Rostock. Weil es in Jarmen jahrelang keine Jugendmannschaft im Fußball gab, entschloss sich die Band dazu, den SV Blau-Weiß zu unterstützen. Im Interview mit FUSSBALL.DE erzählt "Monchi", warum das Engagement in seinem Heimatort ein Herzensprojekt ist.
FUSSBALL.DE: Hallo "Monchi", wie kam es dazu, dass ihr Trikotsponsor der Jugend von Blau-Weiß 21 Jarmen geworden seid?
Jan "Monchi" Gorkow: Wir kommen ja aus dem Ort, sind hier aufgewachsen und leben nach wie vor in Jarmen. Da wir früher auch selbst gekickt haben, war die Verbindung zum Verein auch schon immer da. Als wir mitbekommen haben, dass bei Blau-Weiß die Jugendabteilung wieder aufgebaut wird, wollten wir gerne dabei sein. Die Eltern der Kids sind dann auf uns zugekommen und haben uns gefragt, ob wir nicht etwas tun könnten. Das fanden wir natürlich super und haben uns geehrt gefühlt.
"Da wir früher auch selbst gekickt haben, war die Verbindung zum Verein schon immer da"
Wie genau sah und sieht eure Unterstützung aus?
Monchi: Wir haben hier bei uns im Ort jedes Jahr am ersten September-Wochenende das "Wasted in Jarmen" -Festival, zu dem immer 5000 bis 6000 Leute kommen. Wir haben die Besucherinnen und Besucher dann beim letzten Mal darum gebeten, ihren Pfand für die Bierbecher zu spenden. Das war ein mega Erfolg, dabei sind mehrere tausend Euro zusammengekommen, die wir dem Verein für seine Jugendarbeit zur Verfügung stellen konnten. Beim Festival wird auch immer Fußball gespielt, so dass die Leute direkt Bock darauf hatten, das zu unterstützen - zumal der erste Vorsitzende von Blau-Weiß 21 das Fußballturnier organisiert.
Was sagen die Kids zu den neuen Trikots? Können die mit eurer Musik überhaupt etwas anfangen? In dem Alter hören sie ja normalerweise keinen Punk…
Monchi: Das bleibt ihnen überlassen, ob sie unsere Musik gut oder schlecht finden oder die überhaupt kennen. (lacht) Die Trikots mit unserem Schriftzug gefallen ihnen auf jeden Fall, vom Verein gab es bisher nur positive Rückmeldungen dazu.
Spielen auch eure eigene Kinder in der Jarmener Jugendmannschaft?
Monchi: Nein, dafür sind unsere Kids noch zu jung. Da für die meisten von uns aber Fußball eine wichtige Rolle im Leben spielt, kann das natürlich noch kommen.
Vor einigen Jahren gab es schon einmal ein ähnliches Projekt, da wart Ihr auf der Brust der Jugend des Rostocker FC zu sehen. Seid ihr dort auch noch engagiert?
Monchi: Nein, dort nicht mehr, das ist ja auch schon mehr als zehn Jahre her. Aber wir sind schon länger auf den Trikots der Volleyball-Frauen des SV Blau-Weiß 21 Jarmen.
Wie sieht es mit deiner eigenen aktiven Karriere aus?
"Ich habe als Kind bei Heike 90 Jarmen angefangen, da hieß es früher: 'Der Dicke geht ins Tor'"
Monchi: Bescheiden. (lacht) Ich habe als Kind bei Heike 90 Jarmen angefangen, den Verein gibt es aber inzwischen nicht mehr. Da hieß es früher: "Der Dicke geht ins Tor." (lacht) Mit 16 oder 17 habe ich dann aufgehört, selbst aktiv zu spielen, da ich jedes Wochenende mit Hansa unterwegs war. Beides ging zeitlich nicht.
Euer Schlagzeuger Olaf Ney hat früher mit Weltmeister Toni Kroos auf dem Bolzplatz gekickt. Er war der Nationalmannschaft also am nächsten, oder?
Monchi: So kann man das sehr wohlwollend sehen. Als er die Geschichte vor zwei Jahren im Rahmen der Aufnahmen zu der ARD-Dokumentation "Deutschland. Fußball. Sommermärchen 2024?" erzählt hat, haben wir anderen in der Band nicht schlecht gestaunt. Die Nummer kannten wir noch gar nicht.
Wird es beim nächsten "Wasted in Jarmen"-Festival am 4. und 5. September wieder eine Benefizaktion geben?
Monchi: Davon gehe ich aus. Was es genau sein wird, wen wir dann unterstützen wollen, steht aber noch nicht fest.
Und vorher seid Ihr auf Tour?
Monchi: Ja, die Sommersaison geht bald los. Wir sind bei einigen großen Festivals dabei und spielen unter anderem einige Shows mit den Toten Hosen. Wir feiern auch unseren 20. Bandgeburtstag, natürlich in Mecklenburg-Vorpommern, es gibt ein großes Jubiläumskonzert am 18. Juli im Rostocker IGA Park, unser einziges eigenes Open Air im Jahr 2026. Und im Oktober geht es dann nach Südamerika, wir haben einige Auftritte in Argentinien. Wenn wir in Buenos Aires sind, hoffe ich, dass dann gerade der Superclásico zwischen Boca Juniors und River Plate stattfindet. Den würde ich gerne mal live erleben.
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