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Magazin | 15.03.2026 | 12:30

Franz Olinger und seine große Liebe zum FC Bitburg

"Ein Mann der Tat": Franz Olinger (l.) bei der Verabschiedung.[Foto: Pascal Weber]

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Einmal FC Bitburg, immer FC Bitburg: Seit gut sechseinhalb Jahrzehnten engagiert sich Franz Olinger in seinem Heimatverein. Hunderte junge Fußballer hat er in dieser Zeit ausgebildet, darunter sogar einen späteren Europacup-Helden – und auch als Stadionsprecher hat er so einiges erlebt. Kurz bevor der 78-Jährige in den Ruhestand geht, blickt er noch einmal auf besondere Momente zurück.

Bis zur A-Jugend spielte er selbst regelmäßig auf Kreisebene. Nach einigen wenigen Einsätzen in der zweiten Mannschaft der Bitburger wechselte Franz Olinger dann Mitte der Sechzigerjahre früh ins Trainermetier. "Ich wurde hier früher gut betreut. Das wollte ich zurückgeben." Jahrzehntelang trainierte er E-, D- und C-Jugendliche, sichtete Talente auf Schulhöfen und Bolzplätzen, sprach sie an und begeisterte sie für den FC Bitburg. Unter seinen Spielern waren spätere Erst- und Zweitligafußballer. Den kleinen, schmächtigen Edgar Schmitt betreute er in der E-Jugend. "Damals konnte man nicht ahnen, was aus ihm wird."

Der heute 62-jährige Schmitt, der es für Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC auf 102 Bundesligaspiele brachte und dank seiner legendären Treffer auf internationaler Bühne zum "Euro-Eddy" avancierte, erinnert sich noch gut an seine Anfänge in Bitburg: "Franz war mit allem, was er hatte, FC Bitburg. Er war rührig und ehrgeizig – eine tolle Zeit damals. Später haben wir auch im Vorstand sehr gut zusammengearbeitet, obwohl es eine komplizierte Zeit unter finanziell sehr schwierigen Bedingungen war." Auch Dirk Hartmann, der 1986/87 18 Zweitligaspiele für den FSV Salmrohr absolvierte, gehörte zu Olingers Schützlingen.

"Ich war kein guter Fußballer"

Die Geschichte des Ur-Bitburgers im Verein beginnt 1959. Bei den D-Junioren startete er in der Abwehr. "Ich war kein guter Fußballer", ordnet er selbstironisch ein. Lehrer Ludwig Hettinger hatte ihn zuvor über den Schulfußball begeistert. Übungen, die er damals lernte, ließ Olinger später selbst trainieren. Auf dem Hartplatz zog er Linien in den Sand, erklärte Laufwege über die Außen – eine klare Struktur war dem früheren Lohnsteuer-Außenprüfer des Finanzamts Bitburg immer sehr wichtig.

Wenn sich frühere Spieler mal wieder melden, freut ihn das besonders. Kürzlich schrieb ihm Daniel Müller (Jahrgang 1981), er komme aus Florida in die alte Heimat. "Er war ein super Stürmer", schwärmt Olinger. Müller brachte einen Überraschungsgast mit: Sebastian Wagner, einst ebenfalls ein talentierter Jugendspieler in Bitburg – heute Bassist der Kölner Kölschrock-Band Kasalla. Solche Momente, sagt Olinger, zeigten ihm, wie weit die Wege ehemaliger Jugendspieler führen können – und wie eng sie doch mit dem Verein verbunden bleiben.

Nur Australien hat gefehlt

Ob als Jugendtrainer, Betreuer, Geschäftsführer oder Kassierer: Olinger hatte schon so manches Amt im FCB inne. "Mittlerweile habe ich hier fast alles gemacht – außer Vorsitzender", sagt der 78-jährige und lächelt. Sein Ehrenamt beschränkt sich nicht nur auf den FC Bitburg: In der Ortsgruppe des Eifelvereins ist er Schatzmeister, und mit Ehefrau Anni betreut er seit Jahrzehnten beim Folkloretreffen Gäste aus aller Welt.

Das Internationale reizte ihn auch in der Nachwuchsarbeit. Durch die Familien der in der Südeifel stationierten Streitkräfte standen bei ihm Spieler aus fast allen Erdteilen auf dem Platz. "Nur Australien hat mir mal in einer Mannschaft gefehlt." Viele Amerikaner blieben nur drei Jahre, dann ging es weiter zum nächsten Stützpunkt.

Vor gut zehn Jahren wurde Olinger Stadionsprecher. Als dauerhafter Nachfolger des 2014 verstorbenen Rudi Klingmann übernahm er das Mikrofon und begleitete den Weg von der A-Klasse bis in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Unvergessen bleibt die Rückserie 2023/24. "Bis auf ein Remis haben wir alles gewonnen und wurden Rheinlandmeister. Das hat uns alle sehr stolz gemacht." Am zweiten Spieltag der Oberliga Rheinland/Pfalz-Saar gastierte gleich der große Nachbar Eintracht Trier im ausverkauften Stadion Ost. 3000 Zuschauer bedeuteten einen logistischen Kraftakt. Olinger bewahrt das mehrseitige Sicherheitskonzept bis heute auf – fein säuberlich abgeheftet.

Lockerer ging es bei den Benefizauftritten der mit früheren Welt- und Europameistern gespickten Lotto-Elf zu: Im Sommer 2012 moderierte Olinger das Gastspiel der Promis. "Plötzlich saßen Rudi Gutendorf und Horst Eckel bei mir in der Sprecherkabine, und wir unterhielten uns über Gott und die Welt." Damals zauberte noch Wolfgang Overath auf dem Platz. "Der brauchte vor dem Spiel noch eine Kanne Kaffee", erinnert sich Olinger.

"Souveränität am Mikrofon"

Meist war er aber als Ansager bei Spielen der ersten Mannschaft im Einsatz. "Manchmal habe ich da gebrannt, und die Emotionen kochten in mir hoch", sagt er. "Aber Souveränität am Mikrofon stand bei mir immer an oberster Stelle." Namen bereitete er akribisch vor, notierte sich die richtige Aussprache. Zungenbrecher gab es aber auch schon mal. "Dann habe ich mich direkt entschuldigt und mich korrigiert." Die traditionelle "Bitte-ein-Bit"-Hymne lief lange in der Pause. "Solange ich sie spielen ließ, haben wir nie verloren", grinst er. In der Oberliga habe sich die Mannschaft modernere Musik gewünscht.

Offiziell verabschiedet wurde er bereits Anfang Dezember beim Rheinlandliga-Heimspiel gegen die SG Arzfeld - in kleinerem Rahmen. Groß im Mittelpunkt wollte Olinger nie stehen. Nachfolger Norbert Hoffmann hat derzeit noch andere Termine, will dann aber ab Anfang April übernehmen. Olinger kündigt an, danach als Zuschauer dabei zu sein. Eine Rückkehr ans Mikrofon kommt für ihn "nur noch im absoluten Notfall" infrage. Ansonsten will er nun die freie Zeit mehr mit seiner Anni genießen und noch häufiger per Wohnmobil zu Trips an die Mosel oder den Rhein aufbrechen. Schließlich habe sie in den vergangenen Jahrzehnten so oft an den Wochenenden auf ihn verzichten müssen.

Vorsitzender Dietmar Neises entlässt ihn nicht gerne in den Ruhestand: "Franz ist ein Mann der Tat. Seine Liebe und seine Treue zum FC Bitburg sind immens. Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Auch wenn er bald kein Amt mehr im Verein hat, wird er uns mit seinem Erfahrungsschatz bei Bedarf sicher noch helfen können."

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