Fit im Alter: Gabi Redwanz – Stimmungskanone und Laufwunder
Mit 64 Jahren denkt sie noch lange nicht ans Aufhören: Gabi Redwanz gehört zu den Stützen der Fußballerinnen des Kreisligisten DJK St. Matthias Trier.
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Maria Asnaimer (r.): "Ich stehe oft goldrichtig und bekomme die Bälle mustergültig aufgelegt."[Foto: Privat]
Maria Asnaimer vom Frauen-Bezirksligisten TuS Germania Lohauserholz-Daberg gewann bereits 2022 mit 93 Saisontreffern die Torjägerkanone für alle in der 7. Liga. Eine Spielklasse höher läuft es für die Angreiferin ebenfalls ausgezeichnet. In den ersten beiden Partien traf sie neunmal. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht die 32-Jährige über ihren Sohn Tom und den möglichen Gewinn einer zweiten Torjägerkanone.
FUSSBALL.DE: In der Frauen-Bezirksliga gelangen Ihnen in den ersten beiden Partien dieser Saison bereits neun Treffer. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Bilanz, Frau Asnaimer?
Maria Asnaimer: Um ganz ehrlich zu sein, bin ich selbst ein wenig von meiner Torausbeute überrascht. Ich habe mich ganz normal auf die Saison vorbereitet, nichts Besonderes gemacht. Zum Saisonauftakt sind mir beim 6:0 gegen den SV Südkirchen gleich alle sechs Tore gelungen. Zur Halbzeit führten wir 1:0, die weiteren fünf Treffer habe ich nach der Pause innerhalb von nur neun Minuten erzielt. Das war schon etwas Besonderes. Am 2. Spieltag habe ich beim 7:0 gegen den Hammer SportClub 2008 einen Dreierpack geschnürt, hätte aber locker noch drei Tore mehr schießen können. (lacht)
In der Saison 2021/2022 hatten Sie mit 93 Treffern in der Kreisliga A schon einmal die bundesweite Torjägerkanone für alle gewonnen. Worauf führen Sie Ihre permanente Torgefährlichkeit zurück?
Asnaimer: Ich stehe oft goldrichtig, meine Mitspielerinnen kennen meine Laufwege und ich bekomme die Bälle häufig mustergültig aufgelegt. Ohne eine gut funktionierende Mannschaft wäre es nicht möglich, so viele Tore zu erzielen. Da kann ich mich nur bei meinen Mitspielerinnen bedanken. Vor dem Tor denke ich nicht viel nach, mache es so einfach wie möglich. Im zurückliegenden Spiel habe ich bei einigen Eins-zu-Eins-Situationen zu viel nachgedacht - und schon schießt man daneben.
In der vergangenen Saison sind Sie "nur" auf 24 Tore gekommen. Wie kam das?
Asnaimer: In der Bezirksliga wird bereits wesentlich robuster und körperbetonter gespielt. Tatsächlich habe ich oft eine Sonderbewachung bekommen. Ständig standen mir zwei Gegenspielerinnen auf den Füßen. (lacht)
"Ich höre auf meine Männer und will so viele Buden wie möglich machen"
Wie viele Treffer haben Sie sich in dieser Spielzeit noch vorgenommen?
Asnaimer: Mein Sohn Tom, der bei uns in der E-Jugend spielt und dort auch reichlich Tore schießt, hat mir gesagt, dass ich unbedingt mehr Treffer als in der Vorsaison erzielen soll. Auch mein Mann Dirk hat mich angestachelt. Ich höre auf meine Männer und will so viele Buden wie möglich machen.
Aktuell sind Sie mit Ihrem Team Tabellenführer, es gab auch noch keinen Gegentreffer. Was läuft in dieser Spielzeit besser?
Asnaimer: Gegenüber der zurückliegenden Saison, in der wir am Ende eine negative Tordifferenz hatten, legen wir jetzt den Fokus verstärkt auf unsere Defensivarbeit. Momentan steht unsere Hintermannschaft sehr stabil. Die Balance stimmt, so kann es weitergehen.
Mit welcher Zielsetzung ist Ihr Team in die neue Saison gestartet?
Asnaimer: Wir wollen oben mitspielen, streben einen Platz unter den ersten fünf Mannschaften an. Wir spielen in dieser Saison in einer anderen Bezirksliga-Staffel, haben dadurch - über die gesamte Spielzeit gesehen - deutlich kürzere Anfahrtswege zu den Auswärtsspielen, was uns sehr freut.
Wie heiß sind Sie darauf, die Torjägerkanone für alle noch einmal zu gewinnen?
Asnaimer: Das wäre schon cool, wenn mir das noch einmal gelingen würde. Aber ich gönne es auch jeder anderen Spielerin.
Damals wurde Ihnen die Torjägerkanone für alle beim Länderspiel des DFB-Teams gegen Ungarn in Leipzig von den Ex-Nationalspielern Benedikt Höwedes, Ulf Kirsten und Mario Gomez verliehen. Welche Erinnerungen haben Sie noch an das Event?
Asnaimer: Ich habe damals mit Mario Gomez einige Worte gewechselt. Das Länderspiel im VIP-Bereich zu schauen, war ein unfassbar starkes Erlebnis. Nur die 0:1-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft hat an diesem Tag nicht gepasst.
"Das Länderspiel im VIP-Bereich zu schauen, war ein unfassbar starkes Erlebnis"
Tore wecken immer auch Begehrlichkeiten: Mussten Sie vor dieser Saison wieder Anfragen von höherklassigen Vereinen ablehnen?
Asnaimer: Ich spiele seit 2019 für den TuS Germania Lohauserholz-Daberg. Manche Klubs hatten mir sogar Geld angeboten, damit ich wechsle. Ich möchte meine Karriere aber auch in Lohauserholz beenden, habe deshalb schon in Vorjahren immer gesagt, dass ich bleibe. Die Vereine haben sich damit abgefunden und klopfen nicht mehr an.
Sie sind mit 32 Jahren mittlerweile im Herbst Ihrer Karriere angekommen. Wie lange wollen Sie noch auf Torejagd gehen?
Asnaimer: Momentan habe ich körperlich keine Probleme. Wenn meine Knochen weiter mitmachen und ich verletzungsfrei bleibe, dann will ich mindestens noch zwei oder drei Jahre spielen.
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