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Magazin | 25.04.2026 | 11:15

Fußball in der Schule: Für viele geht's gleich weiter in einen Verein

"Fußball ist richtig cool": Sportunterricht in einer Kölner Grundschule.[Foto: Martin Schwartz]

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Der DFB hat Ende 2025 das "Jahr der Schule" ausgerufen. Ziel der Aktion ist es, mehr Fußball in die Schulen zu bringen und so schon bei den Kleinsten die Begeisterung für den Sport zu wecken. An der Grundschule Mainzer Straße in der Kölner Südstadt wird das Konzept bereits seit längerem sehr erfolgreich gelebt. Worum geht es? Ausgebildete Fußballtrainerinnen und -trainer bieten an einem oder zwei Nachmittagen in der Woche in den Räumlichkeiten der Schule Fußballtraining an. Einige der Schülerinnen und Schüler waren so begeistert, dass sie sich direkt in einem Fußballverein angemeldet haben - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. FUSSBALL.de hat sich eine Trainingseinheit in der Grundschule angeschaut und beschreibt, wie die Initiative dort mit Leben gefüllt wird.

Nika braucht einen Zopf, Mathilda hat ihr Sport-T-Shirt vergessen, Rosa hat eine Zwei in Mathe und Louisa kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Sabine Blum kann in allen Fällen helfen. Sie bindet Nika die Haare, sie hat eine Lösung für Mathildas T-Shirt-Problem, sie lobt Rosa für ihre Zwei in Mathe, sie gibt Louisa einen Ball, damit sie loslegen kann. 

Blum ist Fußballtrainerin und leitet heute die Mädchenfußball-AG, die immer montags an der Grundschule Mainzer Straße in der Kölner Südstadt stattfindet. Freitags findet die 90-minütige Einheit für die Jungs statt. Es ist ein Angebot der DFB-Initiative "Fußball macht Schule". Die Aktion zielt darauf ab, Mädchen und Jungs in Bewegung zu bringen und im besten Fall schon im Grundschulalter für den Fußball zu begeistern. An der Grundschule Mainzer Straße wird das Vorhaben durch den Fußball-Verband Mittelrhein und den 1. FC Köln unterstützt.

"Für viele der Kinder ist das die schönste Zeit in ihrer Schulwoche" 

In der Turnhalle ist viel los. Die 15 Mädchen rennen mit dem Ball am Fuß durcheinander. Sie haben Spaß, sie lachen, sie schwitzen. Blum ruft sie im Mittelkreis zusammen und erklärt kurz das Programm für die heutige Einheit. Nach dem Warmmachen wird in Kleingruppen auf vier Minitore gespielt. Alle sollen aktiv sein, alle sollen möglichst viel Spielzeit mit dem Ball haben. Grundlage für das Programm ist die "Trainingsphilosophie Deutschland", die vorgibt, dass bei der Trainingsgestaltung die drei verbindlichen Qualitätsmerkmale Freude, Intensität und Wiederholung immer mitgedacht werden sollen. Wer die 90 Minuten hier an der Grundschule Mainzer Straße beobachtet, merkt sehr schnell, dass das hier der Fall ist.

Das Pilotprojekt "Fußball macht Schule" läuft hier seit Ende 2024. Die Grundschule Mainzer Straße war eine der ersten Einrichtungen, in denen es tatsächlich auch in der Praxis umgesetzt wurde. Blum war schon zum Start dabei. Inzwischen läuft die Initiative im zweiten Jahr. "Es ist toll zu sehen, mit welcher Freude und Leidenschaft die Jungs und Mädchen hier Fußball spielen", sagt sie. "Für viele der Kinder ist das die schönste Zeit in ihrer Schulwoche." 

Viele positive Aspekte kommen hier zusammen: Die Jungs und Mädchen können sich nach einem langen Schultag, an dem sie viel gesessen und gelernt haben, richtig austoben und Freude am Fußball entwickeln. Im besten Fall - und das ist hier auch schon mehrfach vorgekommen - finden sie durch die Aktion auch noch den Weg in den Fußballverein.

"Fußball ist richtig cool"

"Ich war letzte Woche bei einem Probetraining und will dort unbedingt Fußball spielen", erzählt Nika, neun Jahre, vierte Klasse. Rosa, sieben Jahre, zweite Klasse, ergänzt: "Meine Lieblingsfächer sind Mathe und Kunst. Und natürlich Sport. Fußball ist richtig cool." Als Lisa, acht Jahre, zweite Klasse, um eine Einschätzung zum Training gebeten wird, ruft sie nur: "Ich habe keine Zeit. Ich muss Fußball spielen." Und dann schießt sie den Ball mit Wucht in eines der vier Mini-Tore.

So geht es 90 Minuten weiter. Blum hat ein buntes Programm zusammengestellt, das keine Langeweile aufkommen lässt. Aber es ist intensiv. Die Mädchen sind aktiv, sind immer in Bewegung. Entsprechend wichtig sind die Trinkpausen. Einige sind schon länger dabei. Bei ihnen erkennt man, dass sie wissen, wie Fußball funktioniert. Andere sind noch ganz neu und müssen erst die Basics lernen und verstehen, dass es nicht sinnvoll ist, wenn sich ein großer Knubbel um den Ball bildet. Blum stoppt dann kurz das Spiel und erklärt, was die Mädchen taktisch besser machen können. Aber klar ist: Der Spaß steht im Mittelpunkt. 

"Die Mädels kommen schon freudestrahlend in die Halle gelaufen, das ist einfach schön zu sehen", sagt Blum. "Viele haben hier erst mit dem Fußball angefangen und sind schon längst mit großer Leidenschaft dabei." Die Einheit mit den Mädchen leitet sie allein, freitags beim Training mit den Jungen hat sie Unterstützung durch einen Studenten der Deutschen Sporthochschule Köln. 

90 Minuten später ist der Spaß an diesem Montagnachmittag in der Grundschule Mainzer Straße schon wieder vorbei. Das Abschlussspiel auf die zwei großen blauen Matten ist für alle immer der Höhepunkt der Einheit. Danach gehen alle glücklich und erschöpft nach Hause. Genau so, wie es sein soll. In der kommenden Woche geht es weiter.

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