AdJ-Kandidatin Laura Klump: Einmal Bundesliga und zurück
Zum zehnten Mal sucht FUSSBALL.DE die "Amateure des Jahres". Eine der Kandidatinnen ist Laura Klump vom DJK Vierlinden. FUSSBALL.DE stellt die 36-Jährige vor.
Mehr lesen
Aktuell technische Probleme bei FUSSBALL.DE.
An der Lösung des Problems wird mit Hochdruck gearbeitet.
Wir bitten um euer Verständnis.
Spieler, Trainer, Funktionär und Schiri: Heinrich Kethorn (l.) bei der SpVgg Brandlecht-Hestrup.[Foto: Privat/Collage FUSSBALL.DE]
Heinrich Kethorn ist seit Oktober 1972 eine tragende Säule der SpVgg Brandlecht-Hestrup. Wer ihn kennt, weiß, dass er das Vereinsleben vor Ort nicht nur begleitet, sondern verkörpert.
Über fünf Jahrzehnte hinweg hat Heinrich Kethorn seinen Verein, die SpVgg Brandlecht-Hestrup, geprägt wie kaum ein anderer: als aktiver Spieler, als leidenschaftlicher Trainer im Fußball und Handball, als verlässlicher Funktionär und als Mensch, der immer zur Stelle ist, wenn man ihn braucht. Und das, obwohl der 72-Jährige zusätzlich einen familiengeführten Bauernhof bewirtschaftet, der ebenfalls viel Einsatz fordert.
Mit 19 Jahren begann er in seinem Heimatort Nordhorn im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen seine sportliche Laufbahn. Dabei war sein Elternhaus alles andere als fußballbegeistert. Zuhause hieß es eher: Fußball? Lass das mal lieber sein. Doch das Talent scheint in ihm geschlummert zu haben. Und der Erfolg bestätigte das. Die Liste von Heinrichs sportlichen Errungenschaften ist lang: der Aufstieg in die Bezirksklasse 1986, die Kreispokalsiege 1988 und 1989, die Auszeichnung als Sportler des Jahres 1989, der Pokalsieg als Trainer 1997, zahlreiche Jugendmeisterschaften sowie zwei Aufstiege mit der ersten Herrenmannschaft.
Doch all diese Titel erzählen nur einen Teil seiner Geschichte. Heute denkt der Niedersachse auch besonders gerne an die kleinen Anekdoten abseits des Platzes zurück. Neben dem Fußballspielen nahm Heinrich früh Verantwortung, besonders dann, wenn sich kaum jemand fand, der sie tragen wollte. Diese Bereitschaft zeichnet ihn aus. An seine ersten Schritte als Trainer erinnert er sich schmunzelnd: "Damals sagte ich: Stellt mich hin, wo ihr wollt." So landete er bei der D-Jugend. Für den technikbegeisterten Heinrich im Nachhinein ein Glücksfall. Zwischen 1990 und 1996 formte und trainierte er die D-Jugend, von 1996 bis 2004 führte er die erste Mannschaft und prägte Generationen junger Fußballer.
Fairness, Disziplin und Teamgeist waren für ihn dabei stets die Grundlage. Sein Leitsatz: "Man kann kämpfen, kämpfen und kämpfen. Aber Fairness muss immer sein." Seine Teams setzten das stets vorbildlich um. 1998 wurde seine Mannschaft sogar als fairste Mannschaft Niedersachsens ausgezeichnet. Doch Heinrichs Engagement geht noch weiter: Seit 2010 ist er Stadionsprecher, seit 2011 Leiter der Boule-Abteilung, seit 2013 Fußball- und seit 2015 Handballschiedsrichter.
Vor sechs Jahren übernahm Heinrich zudem das Traineramt für die Ü 60-Mannschaft und führte sie bereits bis zur Teilnahme an der Niedersachsenmeisterschaft. Sein Wunsch für die Zukunft: Einmal den Titel holen und dann vielleicht sogar zur Deutschen Meisterschaft fahren.
Die Boule-Abteilung, als älteste Abteilung des Vereins, existierte vor einigen Jahren praktisch nicht mehr. Also fragten die Vereinsmitglieder Heinrich. Seine erste Reaktion: "Was soll ich noch alles machen?" Doch bei einem Ramazotti und einem Bierchen sagte er schließlich zu. Beim ersten Treffen erschienen drei Leute, erinnert er sich. Mit viel Geduld und Überzeugungskraft konnte er immer mehr Menschen aus dem Dorf fürs Boulen begeistern. Seine Strategie, berichtet er, war einfach: "Einmal vorbeikommen und es sich anschauen. Wenn’s einem nicht gefällt, muss man nicht wiederkommen." Und das fruchtete.
Eine Anekdote erzählt der 72-Jährige besonders gern: "Eine Bekannte wollte absolut nicht kommen. Ich sagte: 'Gerda, komm einmal und schau es dir an.' Kaum gab es eine Runde Sekt, hörte ich sie rufen: 'Ich bring nächstes Mal eine Flasche mit!'" Heute zählt die gemischte Gruppe rund 25 Mitglieder. Die Boulebahn liegt direkt neben dem Sportplatz, und so bleibt die Gruppe nach dem Boulen gerne auch mal länger und feuert die Mannschaften der SpVgg Brandlecht-Hestrup an. Da viele der Boulespieler*innen bereits älter sind, stehen sie auch gemeinsam schwere Zeiten durch. "Man hat viel mit Kranken und Sterbenden zu tun", sagt Heinrich. "Dann ist es besonders wertvoll, eine Gemeinschaft zu haben, die einem in dieser Zeit beisteht."
Weil ihm die Gemeinschaft so wichtig ist, gründete er 2022 eine Fahrradgruppe. Hauptsächlich ehemalige Altherrenspieler sind dabei, aber Heinrich betont: "Jede Person, die Lust hat, ist willkommen." Zwischen 15 und 20 Hobbyradler*innen schwingen sich inzwischen regelmäßig auf den Sattel. Die Tour endet meist bei einem Plausch auf dem Sportplatz.
Auch abseits des Sportes ist Heinrich engagiert. Die erfolgreiche Crowdfundingaktion im Jahr 2020 für einen neuen Jugendraum wäre ohne ihn kaum denkbar gewesen. Dafür sammelte er Spenden, ging von Haus zu Haus, klingelte an Türen und steckte die Menschen mit seinem Tatendrang an. Als die Corona-Pandemie kam, griff er zum Telefon: "Von 20 bis 22 Uhr rief ich die Leute aus der Umgebung an, danach machte ich die Schreibtischarbeit bis Mitternacht." So kam eine beeindruckende Summe zusammen. Heute ist der Jugendraum ein wichtiger Treffpunkt für die Jugendlichen der Gemeinde.
Für sein Engagement wurde Heinrich mehrfach ausgezeichnet: 1998 mit der Silbernen Verdienstnadel, 2003 mit der Goldenen Verdienstnadel und schließlich mit der Goldenen Uhr, der höchsten Ehrung der SpVgg Brandlecht-Hestrup. Seine Vereinskolleg*innen waren dennoch überzeugt, dass Heinrichs Lebenswerk auch über die Vereinsgrenzen hinaus Anerkennung verdient. Und das verhalf ihm schließlich zum DFB-Ehrenamtspreis und die Aufnahme in den Club 100. Heinrich freut sich über die Auszeichnung und die damit verbundene Wertschätzung. Bescheiden wie er ist, sagt er: "Ein bisschen peinlich ist es mir aber auch. Es gibt so viele, die diesen Preis verdient hätten."
Seine Vereinskolleg*innen schätzen sich glücklich, so einen wie ihn in ihren Reihen zu wissen. "Wir danken Heinrich für seine Menschlichkeit, seinen Humor und seinen unermüdlichen Einsatz", schreiben sie. "Er hat unseren Verein geprägt, getragen und bereichert." Für die Zukunft hat Heinrich vor allem einen Wunsch: Gesund bleiben und seine Funktionen im Verein noch ein paar Jahre so weiterführen. Denn bei all der Arbeit ist es genau das, was ihn auf Trab hält.
Die Ehrungsveranstaltung für den Club 100 findet am Freitag im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund statt. Dabei werden 100 herausragend engagierte Ehrenamtliche aus dem Amateurfußball ausgezeichnet. Die laufenden Nominierungen für den dazugehörigen DFB-Ehrenamtspreis in diesem Jahr sind bis zum 31. Mai 2026 möglich.
Lieber Fußballfreund,
du möchtest gern einen Beitrag, z.B. Musik, Fotos, Videos, Daten oder einen Zeitungsartikel (nachfolgend „Inhalte“) hochladen? Wir möchten dich an dieser Stelle gern nochmal daran erinnern, dass die Verantwortung für die von dir hochgeladenen Inhalte bei dir liegt. Bitte vergewissere dich also zunächst, ob die Inhalte unseren Vorgaben entsprechen (siehe die ausführlichen Bestimmungen unter „Community-Spielregeln“) und insbesondere ob du über die entsprechenden Nutzungsrechte an den Inhalten verfügst. Diese liegen in der Regel bei Dritten und nicht bei dir, wenn du Inhalte aus dem Internet (z.B. Fotos bekannter Personen, Videos oder Zeitungsartikel) kopierst und hochlädst.
Bitte beachte: Wenn du die Nutzungsrechte an den Inhalten nicht berücksichtigst, kann es zu kostspieligen Abmahnungen und weiteren Forderungen gegen dich kommen. Sofern wir hiermit direkt konfrontiert werden, sind wir berechtigt, deine Daten zum Zwecke der Rechtsverfolgung herauszugeben und mögliche Forderungen an dich weiter zu berechnen.