Fußball in der Schule: Für viele geht's gleich weiter in einen Verein
Im DFB läuft das "Jahr der Schule". FUSSBALL.de hat sich eine Trainingseinheit in einer Kölner Grundschule angeschaut, wo die Initiative mit Leben gefüllt wird.
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Arbon Mjekiqi: "Vom Kampfsport konnte ich vor allem die mentale Stärke mitnehmen."[Foto: Collage/VfL Resse 08/privat]
Wenn es auf dem Fußballplatz mal etwas härter zugeht und sich ein Spieler vielleicht über die etwas rustikale Gangart beschwert, dann kann Arbon Mjekiqi nur müde darüber lächeln. Der 31-Jährige ist anderes gewohnt, hat er doch im Sport regelmäßig richtig einstecken müssen.
Arbon Mjekiqi, im Kosovo geboren und im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern vor dem Krieg auf dem Balkan nach Deutschland geflüchtet, war über zehn Jahre lang Kampfsportler. Nun ist er wieder beim Fußball gelandet, trainiert zusammen mit Tim Hansmann den Gelsenkirchener B-Ligisten VfL Resse 08 – und erzählt im FUSSBALL.DE-Interview, was sich Kicker vom Kickboxen und Muay Thai abgucken können.
„Vom Kampfsport konnte ich vor allem die mentale Stärke mit in den Fußball nehmen“
FUSSBALL.DE: Arbon Mjekiqi, wie kam es zu Ihrem Engagement bei Resse 08? Es ist ja Ihre erste Trainerstelle im Fußball?
Arbon Mjekiqi: Da muss ich etwas ausholen. Als ich vor etwa zwei Jahren wegen einer Handverletzung mit dem Kampfsport aufhören musste, habe ich wieder angefangen, Fußball zu spielen. Mein Kumpel Murat hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei den Alten Herren von Resse 08 mitzukicken. Das habe ich gerne gemacht, denn nach der langen Fußball-Pause habe ich das sehr vermisst: den Ball am Fuß zu haben, zu passen und zu schießen und mit den Jungs in der Kabine zu sitzen.
Sie haben also vor Ihrem Wechsel zum Kampfsport auch Fußball gespielt?
Mjekiqi: Ja, ich habe bei verschiedenen Vereinen in Gelsenkirchen und Herne gespielt, beim SSV/FCA Rotthausen, beim SV Horst 08, beim BV Herne-Süd und bei Fortuna Herne, dort sogar in der Landesliga. Aber dann bin ich mental in ein Loch gefallen und hatte keine Lust mehr, zumal ich da meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert habe und mir das wichtiger war. Dann hat mich ein Kollege gefragt, ob ich nicht mal Kampfsport ausprobieren möchte. Das habe ich getan.
Welche Erfahrungen haben Sie beim Kampfsport gemacht?
Mjekiqi: Ganz andere als beim Fußball. Kickboxen und Muay Thai, was man hier besser als Thaiboxen kennt, sind Einzelsportarten. Du bist auf dich allein gestellt, auf der Matte sind nur dein Gegner und du. Der Fokus ist klar, kein Mitspieler, keine Mannschaft kann dir helfen, du musst es selber regeln.
Was konnten Sie vom Kampfsport mit in den Fußball nehmen?
Mjekiqi: Vom Kampfsport konnte ich vor allem die mentale Stärke mitnehmen. Du musst deine Lektionen lernen und mit Rückschlägen umzugehen. Da ist viel Disziplin und Durchhaltevermögen gefragt. Ich finde, im Fußball wird manchmal zu schnell gejammert und sich beschwert. Kick- und Thaiboxen sind sehr faire Sportarten, man haut sich in die Fresse und gibt sich nach dem Kampf wieder die Hand.
Und umgekehrt?
Mjekiqi: Das Zusammengehörigkeitsgefühl in einer Mannschaft, den Teamspirit. Wenn du einen Fehler machst, ist der andere für dich da und bügelt ihn aus. Das hast du in einer Einzelsportart, wie schon beschrieben, natürlich nicht.
Waren Sie schon auf dem Platz ein Kämpfer?
Mjekiqi: Ja, ich habe zwar auf verschiedenen Positionen gespielt, aber meistens auf der Sechs. Da war ich mitten im Geschehen und konnte mich austoben. Mir war immer wichtig, körperlich zu spielen, vollen Einsatz auf dem Platz zu lassen und nie aufzugeben.
Als Sie wieder angefangen haben, Fußball zu spielen und zunächst in Resse bei den Alten Herren am Ball waren: Haben Sie da schon daran gedacht, dass der Trainerjob etwas für Sie wäre?
Mjekiqi: Nicht so richtig. Ich habe zu der Zeit auch ein paar Mal in der ersten Mannschaft ausgeholfen, obwohl ich Probleme mit dem Knie hatte. Dann hat mich unser erster Vorsitzender Angelo Wopp gefragt, ob ich zusammen mit Tim Hansmann eine zweite Mannschaft neu aufbauen könnte. Das haben wir getan, anfangs lief es auch sehr gut, wir hatten 30 Leute beisammen. Als es dann aber auf die kalte Jahreszeit zuging, wurde die Trainingsbeteiligung leider immer schlechter, das hat uns schon gestört. Als uns der Vorstand dann in der Winterpause gebeten hat, die erste Mannschaft zu übernehmen, waren wir bereit.
Scheint zu funktionieren, die ersten fünf Spiele habt Ihr direkt gewonnen. Was sind Sie denn für ein Trainer?
Mjekiqi: Ich verlange viel von meinen Spielern, auch in der Kreisliga B. Im Training geht es zur Sache, ich lege viel Wert auf Disziplin und Kondition. Das gefällt nicht allen, aber wenn sie hochkommen wollen, müssen sie etwas dafür tun. In dieser Saison ist nach ganz oben leider nichts mehr drin, aber im nächsten Jahr wollen wir aufsteigen.
Gehört zum Programm auch ein Besuch im Kampfsport-Studio?
Mjekiqi: Ja, das ist geplant. Ich möchte den Jungs den Fight Club Gelsenkirchen zeigen, wo ich früher auf der Matte stand, und mit ihnen eine Einheit im Kickboxen machen. Das wird ihnen sicher noch einmal einen Push geben. Ich kann auch Kindern und Jugendlichen nur empfehlen, sich mal im Kampfsport auszuprobieren, und stehe da gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.
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