Schiedsrichternovize Lamour: Wenn aus dem Lehrer ein Schüler wird
Früher Lehrer und Schülerin, heute Lehrerin und Schüler: Marcel Lamour unterrichtete erst Cora Pinner, dann half sie ihm beim Schiedsrichtern.
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Große Ziele beim MSV: "In den nächsten Jahren möglichst weiter nach oben kommen."[Foto: MSV Duisburg]
Die Fußstapfen sind groß. Fast 30 Jahre lang spielten die Frauen des MSV Duisburg sowie ihre Vorgängervereine FCR Duisburg und FC Rumeln-Kaldenhausen in der Google Pixel Frauen-Bundesliga, wurden Deutsche Meisterinnen, gewannen dreimal den DFB-Pokal und 2009 sogar die heutige Champions League. Inzwischen ist bei den "Zebras" alles eine Nummer kleiner, aber ebenfalls äußerst erfolgreich.
Nach einem Neuanfang vor dieser Saison führen die MSV-Frauen mit optimalen 13 Siegen aus 13 Partien souverän die Tabelle in der Frauen-Niederrheinliga an. Der erste Verfolger Rhenania Bottrop, der schon acht Punkte zurückliegt, wurde zuletzt 4:2 bezwungen. Der Aufstieg in die Frauen-Regionalliga West scheint nur noch eine Frage der Zeit. Auch im Niederrheinpokal steht das Team im Halbfinale und hat gute Chancen, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren.
"Wir haben ein ganz tolles Team zusammen, das eigentlich zu gut für diese Liga ist", sagt MSV-Abteilungsleiter Tarek Ruhman (55), der seit wenigen Wochen interimsweise auch als Trainer fungiert, im Gespräch mit FUSSBALL.DE, ohne dabei überheblich zu klingen. "Wir wollen als MSV in den nächsten Jahren möglichst weiter nach oben kommen. Unsere Vision ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, um wieder höhere Ziele angreifen zu können, damit wir auch wieder bundesweit auf die Landkarte des Frauenfußballs kommen."
"Das Team ist eigentlich zu gut für diese Liga"
Doch der Reihe nach: Vor nicht einmal zwei Jahren lag der Frauenfußball beim Traditionsklub am Boden. Nach dem sportlichen Abstieg aus der Bundesliga entschied sich die Profiabteilung des Klubs, der die erste Frauenmannschaft bis dahin angehörte, gegen einen Lizenzantrag für die 2. Bundesliga, da der Hauptsponsor seinen Rückzug erklärt hatte. Da anschließend auch die Meldung für die Frauen-Regionalliga West misslang, nahm der MSV in der abgelaufenen Spielzeit 2024/2025 nur mit seinen beiden nachfolgenden Teams am Spielbetrieb teil.
Die zweite Frauenmannschaft landete in der Landesliga im Mittelfeld, die "Dritte" schaffte den Aufstieg aus der Kreis- in die Bezirksliga. Das einstige Aushängeschild des Klubs war jedoch komplett von der sportlichen Bildfläche verschwunden. Ein Zustand, mit dem sich Tarek Ruhman und seine Mitstreiter*innen nicht abfinden wollten. "Daher haben wir unsere Verbindungen und Netzwerke aktiviert, um für die neue Spielzeit in der Niederrheinliga einen möglichst schlagkräftigen Kader zusammenzustellen", so Ruhman.
Dass dieses Vorhaben noch besser gelang als ursprünglich erwartet, hatte auch damit zu tun, dass sich der nicht weit entfernte VfR Schwarz-Weiß Warbeyen (Kreis Kleve) nach dem sensationellen Gewinn der Meisterschaft in der Frauen-Regionalliga West und dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga von einem Großteil seines Erfolgskaders trennte.
Während beispielsweise die zuvor für Warbeyen aktiven Dallmann-Zwillinge Jule und Pauline, die jüngeren Schwestern von Nationalspielerin Linda Dallmann (FC Bayern München), sowie Torjägerin Jolina Opladen beim aufstrebenden FC Schalke 04 in der Westfalenliga anheuerten, entschieden sich nicht weniger als acht vorherige VfR-Spielerinnen für einen Wechsel zum MSV. So tragen die weiteren Zwillingspaare Chloé und Zara Rickes sowie Anna und Sophie Schneider jetzt ebenso das Trikot mit den Zebrastreifen wie ihre vorherigen Warbeyener Teamkolleginnen Selina Grabbe, Julia Hülsken sowie die beiden Torhüterinnen Judith Thieme und Ricarda Rumohr.
Dazu heuerten vier Spielerinnen vom FC Schalke 04, darunter die frühere tunesische Nationalspielerin Hanna Hamdi und Toptorjägerin Edina Habibovic, sowie mit Juliette Gier und Melina Koffler zwei Talente des benachbarten Bundesligisten SGS Essen an der Mündelheimer Straße in Duisburg an. Vom GSV Moers, Aufsteiger in die Frauen-Regionalliga West, kehrte Emma Hilbrands zum MSV zurück. Die 25 Jahre alte Defensivspielerin war bereits in der eigenen Jugend ausgebildet worden, hatte über die U 17 und die zweite Mannschaft den Sprung in den Bundesligakader geschafft. Unter anderem bestritt sie für die "Zebras" 18 Partien in der höchsten deutschen Spielklasse, bringt also schon viel höherklassige Erfahrung mit. Beim neuformierten Team gehört Hilbrands zu den Führungsfiguren.
Gleiches gilt auch für die gebürtige Duisburgerin Isabel Hochstein (31), die zu besseren MSV-Zeiten 31 Bundesligabegegnungen für den Klub bestritt und auch fünf Jahre lang für die SGS Essen auf höchstem Niveau am Ball war. Verletzungsbedingt konnte Hochstein in dieser Saison erst vier Ligaspiele absolvieren, bereitet sich aber gerade auf ihr Comeback vor und will noch einmal angreifen.
Obwohl der MSV Duisburg wohl schon jetzt über ein Aufgebot verfügt, das in der Frauen-Regionalliga West sportlich zumindest mithalten könnte, ist Abteilungsleiter Tarek Ruhman intensiv bemüht, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Neben dem Trainerjob organisiert Ruhman, der im Hauptberuf im Bereich Autovermietung tätig ist, Netzwerktreffen mit den Sponsoringpartnern, kümmert sich um die Finanzen und mögliche Investitionen in die Platzanlage, auf der einst schon der damalige FCR Duisburg beheimatet war.
Ruhman ist klar, dass die kommende Saison in der Regionalliga eine besondere Herausforderung mit großer Konkurrenz sein wird. Neben dem MSV steht auch der FC Schalke 04 vor dem Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielkasse, in der der erklärte Titelfavorit Borussia Dortmund aktuell "nur" Tabellenzweiter ist und den geplanten Sprung in die 2. Bundesliga verpassen könnte. Dort belegen der VfR Schwarz-Weiß Warbeyen und vor allem Borussia Mönchengladbach Abstiegsplätze.
Hinzu kommen weitere renommierte Vereine wie Arminia Bielefeld oder Fortuna Köln, die aktuell schon der Regionalliga angehören. Auf all diese prominenten Namen könnten die MSV-Frauen in der kommenden Spielzeit 2026/2027 treffen. Das hört sich schon fast wieder nach den guten alten Zeiten an.
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