Neu-Schalkerin Julia Debitzki: "Als Vorbild vorangehen"
Die Ex-Bundesligaspielerin Julia Debitzki läuft ab sofort für Schalke 04 auf. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht die 35-Jährige über ihren Wechsel in die 3. Liga.
Mehr lesen
Aktuell technische Probleme bei FUSSBALL.DE.
An der Lösung des Problems wird mit Hochdruck gearbeitet.
Wir bitten um euer Verständnis.
"Länderspiele sind immer die Höhepunkte der Saison": Ferhat Saglam im Liechtenstein-Trikot.[Foto: Ferhat Saglam]
Ferhat Saglam spielt eine doppelte Rolle: Auf der einen Seite ist der 24-Jährige für Eintracht Hohkeppel in der fünfklassigen Mittelrheinliga am Ball. Auf der anderen Seite ist er als Nationalspieler Liechtensteins auf der großen Bühne unterwegs. Wie meistert der Offensivspieler den Spagat zwischen Nationalmannschaft und Amateurfußball? Und warum war sein Tor gegen Tansania einer der schönsten Tage seiner Karriere? Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Saglam darüber.
FUSSBALL.DE: Ferhat Saglam, Sie sind Nationalspieler Liechtensteins und haben in der vergangenen Saison in der fünftklassigen Mittelrheinliga bei Eintracht Hohkeppel im Fußball-Verband Mittelrhein gespielt. Wie erleben Sie den Spagat zwischen WM-Qualifikationsspielen gegen Belgien oder Wales und Sonntagnachmittagen im Amateurfußball?
Ferhat Saglam: Das ist sicherlich eine ungewöhnliche Konstellation. Natürlich sind die Unterschiede riesig. Aber die Länderspiele mit der Nationalmannschaft sind einfach immer eine coole Sache. Es ist für mich eine Ehre, immer wieder mal auf der großen Bühne Fußball spielen zu können. Diese Spiele sind für mich persönlich immer die Höhepunkte während der Saison.
Warum sind Sie vor der vergangenen Saison nach Deutschland gekommen, wie haben Sie die Zeit hier erlebt?
Saglam: Seitdem ich Fußball spiele, war ich eigentlich fast immer in der Schweiz und in Liechtenstein. Ich wollte mal etwas Neues probieren und mich im Ausland beweisen. Vor allem wollte ich unbedingt mal in Deutschland spielen. Und in diesem Zusammenhang hat sich die Situation mit Hohkeppel ergeben. Die Zeit war wirklich super. Vor allem war sie lehrreich und hat mich persönlich weitergebracht. Ich will diese Saison im deutschen Fußball auf keinen Fall missen. Es war eine richtig gute Erfahrung für mich. Ich würde es immer wieder machen.
Sie haben mit Hohkeppel den Aufstieg in die Regionalliga verpasst. Wie lief die Saison für Sie persönlich?
Saglam: Tatsächlich haben wir unser großes Ziel leider nicht erreicht, obwohl wir die Qualität dazu auf jeden Fall hatten. Aber es muss einfach alles zusammenkommen, um dann gegen starke Konkurrenz auch den Aufstieg zu schaffen. Trotzdem finde ich, dass wir als Mannschaft eine gute Saison gespielt haben. Für mich persönlich war es gerade am Anfang etwas kompliziert, bis ich dann wirklich angekommen war. Es war alles neu für mich. Vor allem war ich plötzlich weit weg von Zuhause. Dazu eine neue Liga, neue Mannschaftskollegen. Als ich mich an das neue Umfeld gewöhnt hatte, war es im Großen und Ganzen eine gute Saison von mir. Sicherlich geht es immer besser. Einerseits war ich grundsätzlich zufrieden, andererseits hätte ich natürlich gerne ein paar Tore mehr geschossen. Insgesamt war es eine coole Zeit.
"Der Fußball in Deutschland ist physischer als in der Schweiz und in Liechtenstein und schneller im Allgemeinen"
Wie unterscheidet sich der Fußball in Deutschland von dem in der Schweiz und in Liechtenstein, wo Sie bisher gespielt haben?
Saglam: Der Fußball in Deutschland ist meiner Erfahrung nach physischer als in der Schweiz und in Liechtenstein. Vor allem ist der Fußball in Deutschland auch schneller im Allgemeinen. Man trifft auch im gehobenen Amateurfußball immer wieder auf Spieler, die ihre Ausbildung in Topklubs gemacht haben. Dementsprechend war das Niveau auch nicht zu unterschätzen.
Ist der Amateurfußball für Sie wichtig, um im Fokus des Nationalteams zu bleiben?
Saglam: Natürlich, der Amateurfußball ist für mich auf jeden Fall wichtig. Die Bedeutung wird oft unterschätzt, oder der Amateurfußball wird kleingeredet. Wir haben mit Hohkeppel in der fünften Liga gespielt, und ich kann nur sagen, dass die Qualität bei einigen Teams wirklich beeindruckend war. Für mich war das Jahr optimal, um im Fokus des Nationalteams zu bleiben. Die Mehrheit der Nationalspieler in Liechtenstein kommt aus dem Amateurfußball. Wir haben nur ganze wenige Profis. Deshalb ist der Amateurfußball für uns alle wichtig. Letztlich geht es für mich immer und überall aber nur darum, Vollgas und immer das Beste zu geben. Egal, in welcher Liga.
Was bedeutet es Ihnen, Fußball zu spielen?
Saglam: Freiheit ist für mich in diesem Zusammenhang ganz wichtig. Ich kann Woche für Woche das machen, was mir am meisten Spaß macht und was ich wirklich liebe. Wenn ich Fußball spiele, bin ich glücklich und kann einfach abschalten. Dann spielt alles andere keine Rolle mehr. Fußball spielt in meinem Leben eine wichtige Rolle. Wenn das nicht so wäre, würde ich diesen tollen Sport ja nicht seit über 20 Jahren ausüben.
Sie haben bereits mehr als 20 Länderspiele für Liechtenstein bestritten. Wie fühlt es sich an, das Nationaltrikot zu tragen und die Hymne auf dem Rasen zu hören.
Saglam: Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin froh und dankbar für jedes einzelne Länderspiel, das ich bestreiten durfte. Und ich hoffe natürlich, dass noch ein paar weitere dazu kommen. Wenn ich das Nationaltrikot trage und die Hymne auf dem Platz singe, habe ich jedes Mal Gänsehaut. Das sind wirklich spezielle Momente, die ich einfach nur genieße.
"Für die Nationalmannschaft ein Tor zu schießen, hat noch mal einen anderen Stellenwert, als auf Vereinsebene zu treffen"
Beim historischen 1:0 kürzlich gegen Tansania ist Ihnen das entscheidende Tor gelungen. War das der größte Tag Ihrer Karriere bisher?
Saglam: Die Zeit in Afrika war fantastisch, und dass wir dann dieses Spiel dort auch noch gewinnen konnten, hat alles getoppt. Was es mir bedeutet, dass mir dann auch noch das entscheidende Tor gelungen ist, kann ich kaum in Worte fassen. Das war ein sehr spezieller Moment meiner Karriere. Für die Nationalmannschaft ein Tor zu schießen, hat noch mal einen anderen Stellenwert, als auf Vereinsebene zu treffen. Das war einer der drei schönsten Tage in meiner Zeit als Fußballer bisher.
Wie fühlen sich Länderspiele gegen Gibraltar, Tansania und Aruba an?
Saglam: Für mich sind Begegnungen gegen solche Teams genauso wichtig wie Duelle gegen Belgien, Portugal oder Wales. Es sind Länderspiele, die mir sehr viel bedeuten. Es ist einfach ein besonderes Gefühl, wenn man sein Land auf dem Fußballplatz vertreten darf. Deshalb unterscheide ich bei den Gegnern auch nicht.
Gibt es eine Anekdote, die Ihnen aus den Länderspielen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Saglam: Beim Spiel gegen Belgien hatte ich hinterher die Gelegenheit, das Trikot mit Jeremy Doku von Manchester City zu tauschen. Das ist bisher das coolste Trikot, das ich habe.
Lieber Fußballfreund,
du möchtest gern einen Beitrag, z.B. Musik, Fotos, Videos, Daten oder einen Zeitungsartikel (nachfolgend „Inhalte“) hochladen? Wir möchten dich an dieser Stelle gern nochmal daran erinnern, dass die Verantwortung für die von dir hochgeladenen Inhalte bei dir liegt. Bitte vergewissere dich also zunächst, ob die Inhalte unseren Vorgaben entsprechen (siehe die ausführlichen Bestimmungen unter „Community-Spielregeln“) und insbesondere ob du über die entsprechenden Nutzungsrechte an den Inhalten verfügst. Diese liegen in der Regel bei Dritten und nicht bei dir, wenn du Inhalte aus dem Internet (z.B. Fotos bekannter Personen, Videos oder Zeitungsartikel) kopierst und hochlädst.
Bitte beachte: Wenn du die Nutzungsrechte an den Inhalten nicht berücksichtigst, kann es zu kostspieligen Abmahnungen und weiteren Forderungen gegen dich kommen. Sofern wir hiermit direkt konfrontiert werden, sind wir berechtigt, deine Daten zum Zwecke der Rechtsverfolgung herauszugeben und mögliche Forderungen an dich weiter zu berechnen.