Clara Fünfgeld und Olaf Jödicke sind "Amateure des Jahres 2025/2026"
Clara Fünfgeld aus dem Südbadischen Fußballverband und Olaf Jödicke aus dem Niedersächsischen Fußballverband sind die "Amateure des Jahres 2025/2026".
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Schuster unterstützt Schuster: "Alle hier fiebern mit dem SC Freiburg, obwohl viele VfB-Fans sind."[Foto: dpa/picture alliance]
Voll war die Sportanlage des FV Löchgau am vorigen Donnerstag. Traditionell zu Christi Himmelfahrt richtet der Verein aus dem Landkreis Ludwigsburg in der Nähe von Stuttgart dann einen Familientag mit Vatertagsturnier und einem internen Leistungsvergleich der Jugendteams aus. Ein großes Thema im Erwin-Hoffer-Stadion: das Europa-League-Finale.
Wenn am Mittwoch (ab 21 Uhr, live bei RTL) der SC Freiburg und Aston Villa in Istanbul um den Titel im zweitgrößten Vereinswettbewerb auf dem Kontinent spielt, dann fiebern auch die Löchgauer mit. Der Grund: Sportclub-Trainer Julian Schuster kommt aus dem beschaulichen Ort in Baden-Württemberg, bis heute sind die Verbindungen des 41-Jährigen zum FVL eng.
"Sie gönnen Julian den Erfolg, weil sie ihn aus dem Verein kennen und er gelegentlich beim FV vorbeischaut"
Julian Schusters Vater Hermann ist Vorstandsmitglied der Rot-Weißen, sein Bruder Dieter war viele Jahre erster Vorsitzender und ist inzwischen Ehrenvorsitzender. "Unsere beiden Familien sind nebeneinander in einer Straße aufgewachsen", erzählt Dieter Schuster. Wie Julian hat sein Bruder Robin ebenfalls als Kind beim FVL angefangen. Auch Julians und Robins Cousin Benedikt Röcker, später Bundesliga-Profi beim VfB Stuttgart, kickte als Kind in Löchgau.
Dieters Tochter Stefanie hat das Frauenteam des Vereins als Spielertrainerin mit ihrer Schwester Michaela in einer Elf von der Oberliga bis in die zweite Liga geführt. Stefanies Mann Baris ist Jugendcoach beim FV Löchgau, ihr gemeinsamer Sohn kickt natürlich schon bei den Rot-Weißen. "Alle hier fiebern am Mittwoch mit dem SC Freiburg mit, obwohl hier viele VfB-Stuttgart-Fans sind", berichtet Hermann Schuster. "Sie gönnen Julian den Erfolg, weil sie ihn aus dem Verein kennen und er immer noch gelegentlich beim FV vorbeischaut. Er weiß, wo er herkommt und war zuletzt über Ostern in Löchgau."
Andersherum ist der 72-Jährige natürlich selbst oft in Freiburg – und zwar nicht nur bei den Spielen des SC Freiburg. Am Sonntag, einen Tag bevor er sich mit seiner Frau auf den Weg nach Istanbul machte, war Hermann Schuster auf dem Sportplatz im Breisgau. Die Söhne von Julian und Robin spielen gemeinsam in der U 11 der Freiburger Turnerschaft und Opa Hermann feuerte die Jungs von der Seitenlinie an.
Am Mittwochabend wird er mit seiner Frau dann im Besiktas-Park vor Ort sein, wenn die Badener die Engländer herausfordern. "Aston Villa ist der Favorit, sie haben in der Premier League eine hervorragende Rolle gespielt und zuletzt noch den FC Liverpool mit 4:2 geschlagen", weiß Hermann Schuster. Aber: "Für den SC Freiburg ist das eine Nummer, an der man wachsen kann. Man hat nichts zu verlieren. Außerdem ist es nur ein Spiel, da ist im Fußball immer alles möglich."
So sieht es auch sein Bruder Dieter. "Wir hoffen natürlich das Beste für den Sportclub", sagt der 74-Jährige. Er wird das größte Spiel der Freiburger Vereinsgeschichte allerdings verpassen. "Wir sind auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt", verrät Dieter Schuster. "Als wir die Reise gebucht haben, war ja überhaupt nicht abzusehen, dass sie es bis ins Endspiel in Istanbul schaffen."
Wenn die Jungs seines Neffen Julian nach dem Coupe UEFA greifen, wird er vor Sardinien anlegen. "Ich hoffe, dass ich das Spiel wenigstens im TV sehen kann", meint Dieter Schuster. "Beim Halbfinal-Rückspiel gegen Braga war ich im Freiburger Stadion. Das war eine Riesenstimmung und so ähnlich wird es sicher auch in Istanbul sein."
"Nach dem Spiel werden wir uns treffen - und dann haben wir sicherlich viel zu reden"
Hermann Schuster ist derweil mit seiner Frau schon am Montag nach Istanbul geflogen. Bevor das Match im Besiktas-Park steigt, steht Sightseeing in der türkischen Millionen-Metropole an. "Wir wollen unter anderem die Blaue Moschee besuchen, durch die Altstadt spazieren und den Bosporus sehen", kündigt er an.
Julian will er vor dem Match nicht behelligen. "Wir werden nicht versuchen, ihn vorher anzurufen, sondern ihn in Ruhe lassen. Da hat er ja genug zu tun", sagt Hermann Schuster und fügt an: "Nach dem Spiel werden wir uns treffen und dann haben wir sicherlich viel zu reden."
Egal, wie die Partie ausgeht: Dass es überhaupt so weit gekommen ist, sei "eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, mit der im Vorfeld niemand gerechnet hätte", bemerkt Hermann Schuster und führt aus: "Es ist schön zu sehen, wie sich der SC Freiburg entwickelt hat. Auch, dass es am letzten Spieltag durch den Sieg gegen Leipzig mit dem siebten Platz in der Bundesliga geklappt hat."
Nach der Niederlage im DFB-Pokalhalbfinale gegen den VfB Stuttgart hätte der Sportclub ja auf den letzten Metern der Saison nach der bis dahin so starken Runde auch noch mit leeren Händen dastehen können. "Da kamen im Hinterkopf ja vielleicht Gedanken auf, dass man noch alles verspielen kann, aber dann hat die Mannschaft sich im Halbfinalrückspiel der Europa League gegen Braga toll durchgesetzt und sich jetzt eben auch in der Bundesliga erneut fürs internationale Geschäft qualifiziert", zählt Hermann Schuster auf. Bei einem Triumph über Aston Villa wäre es sogar nicht nur erneut die Europa League, sondern erstmals sogar die europäische Königsklasse, die Champions League.
Und dann wird auch 2200 Kilometer von Istanbul entfernt gefeiert. Ein gemeinsames Public Viewing ist in Löchgau zwar nicht geplant, aber viele Fans aus dem Ort werden es vor dem Fernseher mit dem SC Freiburg halten - und Julian Schusters Onkel Dieter in einem Hafen auf Sardinien.
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