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Magazin | 09.01.2026 | 12:30

Sebastian Witt: Vom Kreisliga-Spielertrainer in die Oberliga

Sebastian Witt: "Es war nie eine Option, ganz aufzuhören. Ich brenne viel zu sehr für den Fußball."[Foto: Oldenburger SV]

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Kevin Großkreutz, Nils Petersen oder auch Max Kruse: Die Liste an Ex-Profis, die ihre Laufbahn in niedrigen Spielklassen ausklingen lassen, ist lang. Sebastian Witt hat kürzlich einen umgekehrten Weg angetreten. Statt als Spielertrainer in der Kreisliga Ost Ostholstein beim TSV Lütjenburg ist der variable Defensivspieler nun drei Ligen weiter oben aktiv: Beim Oldenburger SV in der Oberliga Schleswig-Holstein.

"Anfang November wurde der Wechsel konkreter", erinnert sich der 33-Jährige im Gespräch mit FUSSBALL.DE. "Auch nachdem ich den Oldenburger SV vor dreieinhalb Jahren in Richtung meines Heimatvereins TSV Lütjenburg verlassen hatte, gab es weiterhin regelmäßig Kontakt. Trotz meines Abschieds war mein Verhältnis nach Oldenburg immer gut."

Nach einer schweren Knieverletzung - der zweiten in seiner Laufbahn - entschied sich Witt 2022 bewusst dazu, dem ambitionierten Amateurfußball zunächst auf Wiedersehen zu sagen und den Weg als Spielertrainer auf Kreisebene einzuschlagen. "Ich bin nicht die Art Mensch, der dann in Trauer verfällt. Den Ist-Zustand konnte ich nicht mehr beeinflussen, also habe ich schnell den Blick nach vorne gerichtet", so Witt. "Es war nie eine Option, ganz aufzuhören. Ich brenne viel zu sehr für den Fußball."

Aufbauarbeit beim TSV Lütjenburg geleistet

Bei seinem Heimatverein konnte Sebastian Witt "das einige Dinge anstoßen. Ich habe versucht, viele Rahmenbedingungen, die ich kannte, umzusetzen und Aufbauarbeit zu leisten. Mit allem hat das natürlich nicht geklappt. Mir hat es aber dennoch super viel Spaß gemacht, weil man merkt, dass man etwas bewegt", zieht er ein positives Fazit. "Die Spieler kommen mit Freude und Lust zum Training, wollen das Beste aus ihren Möglichkeiten machen. Im Laufe der Saison ist bei der Spielweise auch die eigene Handschrift erkennbar", kann sich Sebastian Witt auch in Zukunft die Arbeit als Trainer sehr gut vorstellen.

Zunächst widmet sich Witt aber noch mit großem Ehrgeiz dem Ziel, in der Oberliga wieder selbst als Spieler auf dem Platz zu stehen. "Ich habe mir schon immer Herausforderungen vorgenommen. Mein Knie macht keine Probleme mehr. Worauf soll ich mit meinen 33 Jahren also noch warten?"

Wobei er bei der Anfrage des Oldenburger SV rund um Trainer Florian Stahl - mit dem er sowohl beim Preetzer TSV als auch bei Eutin 08 zusammengespielt hatte - dennoch nicht sofort zugesagt hatte. "Ich hatte mir schon ein wenig Bedenkzeit erbeten. Denn ein Wechsel ist ja auch mit gewissen Konsequenzen verbunden." In die Entscheidung war vor allem auch die Familie eingebunden, ist der TSV Lütjenburg doch auch der Heimatverein von Vater Christof, der nun den bisherigen Co-Trainer Nils Bollesen unterstützt. Bruder Christian spielt für die erste Mannschaft. "Jeder hatte Verständnis für meinen Wechsel. Ich bin sehr dankbar, dass mich meine Familie schon so lange bei meiner Fußballreise unterstützt."

Zum zweiten Mal beim Oldenburger SV

Für den Heikendorfer SV, den Preetzer TSV, Eutin 08 und den Oldenburger SV hat Sebastian Witt bereits 188 Einsätze in der Oberliga Schleswig-Holstein bestritten. Während seiner nun zweiten Zeit in Oldenburg könnte er die 200er-Marke erreichen. "Einige Jungs von damals sind noch dabei. Ich hatte das Team als sehr familiären Haufen kennengelernt. Es herrscht ein schönes Miteinander, ohne den Konkurrenzkampf vermissen zu lassen."

"Die jungen Spieler an die Hand nehmen und ihnen mit meiner Erfahrung helfen"

Der Routinier, der außerdem noch 27 Regionalliga Nord-Einsätze in seiner Vita stehen hat, soll nun beim Klassenverbleib helfen. Bei einer absolvierten Partie weniger trennt den Oldenburger SV nur die um einen Treffer bessere Tordifferenz gegenüber Eutin 08 von einem Platz in der Gefahrenzone. "Wir haben genügend Qualität, um den Klassenverbleib zu schaffen", zeigt sich Witt überzeugt. "Es ist wichtig, diesen Glauben an die eigene Stärke zu behalten und immer als Team zusammenzustehen. Wenn wir die entsprechende Trainingsbereitschaft und Einstellung an den Tag legen sowie die direkten Duelle für uns entscheiden, stehen die Chancen gut."

Sebastian Witt will dabei "die jungen Spieler an die Hand nehmen und ihnen mit meiner Erfahrung helfen. Dabei habe ich aber auch selbst das Ziel, zu spielen." Dem Defensivspieler ist dabei durchaus bewusst, dass körperlich auf ihn in der Oberliga wieder eine größere Belastung zukommt. "Die Vorbereitung ist aber ja auch dafür da, sich in eine entsprechende Verfassung zu bringen", absolviert Witt derzeit ein individuelles Programm, ehe am 17. Januar der Trainingsauftakt auf dem Programm steht. "Fußballerisch habe ich in zwölf Jahren gezeigt, dass ich in der Oberliga definitiv mithalten kann."

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