Braunschweigs Lyn Meyer: Erste Torjägerkanone im Kinderzimmer
Gewinnt Lyn Meyer die Torjägerkanone erneut? Im FUSSBALL.DE-Interview spricht sie über ihren guten Lauf in der Oberliga und Miroslav Klose.
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Mews: "Die hohe Anzahl an Toren ist das Produkt einer starken Mannschaftsleistung."[Foto: International Socca Federation/Meusel]
Julie Mews vom neugegründeten 1. Eintracht Spandau zeigt sich in der Frauen-Bezirksliga Berlin äußerst treffsicher. Die 19 Jahre alte Angreiferin war in dieser Saison schon 56-mal erfolgreich und darf sich Hoffnungen auf die Torjägerkanone für alle in der 6. Liga machen. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Mews auch über einen Kurztrip nach Portugal und ihre Ausbildung zur Sport- und Fitnesskaufrau.
FUSSBALL.DE: Im Spiel beim SC Charlottenburg II sind Ihnen kürzlich beim 17:0 gleich acht Treffer gelungen. Wie fühlte sich das an, Frau Mews?
Julie Mews: Acht Tore in einem Spiel gelingen einem nicht jeden Tag. Von daher war ich schon mächtig stolz. Es war ein schönes Gefühl, dass ich im Mittelpunkt stand. Ich habe es genossen, dass sich alle im Team für mich gefreut haben.
Ihre Mannschaft hat mit 148 Toren die meisten Treffer erzielt und führt mit einem Punkt Vorsprung die Tabelle an. Warum läuft es so gut?
Mews: Meine Teamkolleginnen kennen meine Laufwege und bringen mich optimal in Position. Wir haben einen sehr guten Spielaufbau und die hohe Anzahl an Toren ist das Produkt einer komplett starken Mannschaftsleistung.
Sie haben mit sechs Jahren bei Tennis Borussia Berlin angefangen, Fußball zu spielen. Wie sind Sie zum 1. Eintracht Spandau gekommen?
Mews: Als Jugendliche hatte später auch noch für Hertha 03 Zehlendorf gespielt. Nach einer zweijährigen Pause bekam ich wieder Lust auf Fußball, so dass ich mich dem Verbandsligisten Spandauer Kickers angeschlossen hatte. Dort lief es nicht wie gewünscht, so dass ich eine neue Herausforderung gesucht habe. Aus einem Probetraining bei Hertha BSC II, die in der Landesliga spielen, wurde nichts. Zusammen mit einigen Spielerinnen bin ich dann von den Spandauer Kickers zur neugegründeten Frauenmannschaft des 1. Eintracht Spandau gewechselt.
Mit 56 Treffern haben Sie erheblichen Anteil am bisherigen Gesamterfolg. Wie viele Tore haben Sie sich für diese Spielzeit noch vorgenommen?
Mews: Wenn mir bis zum Saisonende noch mindestens zehn weitere Tore gelingen, wäre ich sehr zufrieden. Ich will auf jeden Fall die Torjägerkanone für alle gewinnen.
"Jetzt schaue ich natürlich regelmäßig nach den Spielen auf das Ranking der Torjägerkanone"
Wie sehr haben Sie das aktuelle Ranking für die Torjägerkanone für alle im Blick?
Mews: Zunächst hatte ich nur auf die Torschützenliste in unserer Liga geschaut, bis mich einige Mitspielerinnen darauf aufmerksam gemacht hatten, dass ich auch deutschlandweit derzeit die beste Torjägerin in der 6. Liga bin. Jetzt schaue ich natürlich regelmäßig nach den Spielen auf das Ranking der Torjägerkanone, will meinen Vorsprung über die Ziellinie bringen.
Wie würden Sie Ihre besonderen Qualitäten beschreiben?
Mews: Viele meiner Tore erziele ich durch meine Schnelligkeit. Ich absolviere gerade eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskaufrau, deshalb spielt der Faktor Athletik bei mir eine große Rolle. Im technischen Bereich hatte ich bei TeBe Berlin einen sehr guten Trainer, der mir viel beigebracht hat.
In welchen Bereichen müssen Sie sich verbessern?
Mews: Ich verpasse zu oft den richtigen Zeitpunkt, um die besser postierte Mitspielerin mitzunehmen. Vielleicht bin ich in manchen Situationen auch noch zu eigensinnig. Die Entscheidung, den Ball abzuspielen, kommt dann zu spät.
Sie sind 19 Jahre jung, können im Fußball noch einiges erreichen. Welche Ziele verfolgen Sie?
Mews: Ich möchte mit 1. Eintracht Spandau so hoch wie möglich spielen und auf jeden Fall am Ende der Saison mit dem Team in die Landesliga aufsteigen.
Zuletzt hatte das Team zwischen den Meisterschaftsspielen noch an einem Kleinfeld-Turnier in Portugal teilgenommen. Wie war das möglich?
Mews: Nach dem 6:0 gegen FC Hertha 03 II sind wir einen Tag später nach Portugal geflogen. Dort sind wir am Donnerstag erst spät angekommen, mussten dann am Freitag und Samstag jeweils drei Spiele absolvieren. Für uns war das Spiel auf Kleinfeld Neuland, wir haben bei dem Turnier den sechsten Platz belegt. Am Sonntag sind wir um vier Uhr morgens nach Hause geflogen, haben dann am Nachmittag in der Liga 3:1 beim FSV Hansa 07 II gewonnen. Unter dem Strich waren es sehr stressige Tage. Aber es war eine wertvolle Erfahrung.
Am Ende des Monats steht das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Türkiyemspor Berlin III an. Was ist gefordert, um an die Spitze zu bleiben?
Mews: Jede von uns muss mit höchster Konzentration in die Partie gehen. Wir gehen selbstbewusst in das Topspiel. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Tabellenführung erfolgreich verteidigen.
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