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Finaltag der Amateure | Magazin | 09.05.2026 | 08:30

SV Pastow: Nach Drei-Tore-Rückstand noch zum Finaltag

Sie haben es wieder getan: Verbandsligist SV Pastow spielt erneut um den Landespokal.[Foto: Marc Lukas Meyer/SV Pastow]

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Déjà-vu für den SV Pastow: Der Tabellenvierte der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern steht zum zweiten Mal in Folge als Außenseiter im Endspiel um den Landespokal. Gegner des einzigen sechstklassigen Teilnehmers am "Finaltag der Amateure" ist am Samstag, 23. Mai (ab 13.30 Uhr, live in der ARD-Konferenz), erneut Drittligist FC Hansa Rostock. Gespielt wird im Volksstadion in Greifswald.

"Wir konnten es schon im vergangenen Jahr kaum glauben, dass wir im Finale stehen", sagt Tom Kleiminger, Sportlicher Leiter beim SV Pastow, im Gespräch mit FUSSBALL.DE. "Auch diesmal hat es zwei, drei Tage gedauert, bis wir das realisiert haben. Hinzu kommt noch die Art und Weise unseres Erfolges im Halbfinale. Die Freude war daher umso größer."

Dreierpack von Ex-Profi Kocer

Kein Wunder, denn der SV Pastow legte einen wahren Kraftakt hin. Im Duell mit dem FC Anker Wismar aus der NOFV-Oberliga Nord schien sich nämlich zunächst der Favorit durchsetzen zu können. Nach einem Nackenschlag kurz vor der Pause durch Pascal Breier (44.) zog Wismar in der zweiten Halbzeit innerhalb weniger Minuten durch einen Doppelpack von Luis Billep (56./58.) sogar auf drei Tore davon. "Das war zunächst schon ein enormer Dämpfer", erinnert sich Kleiminger.

Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Aufholjagd hatte der eingewechselte Ex-Profi Guido Kocer. "Als er ins Spiel kam hat man direkt gemerkt, dass er die Partie nicht einfach austrudeln lassen wollte. Er gibt auf dem Feld immer 120 Prozent", lobt der 39 Jahre alte Sportchef den nur zwei Jahre jüngeren Offensivspieler. Der erste Treffer des SV Pastow ging auf das Konto von Tim Fürstenau (67.). Albert Romashkim (72.) ließ die Gastgeber schon kurz darauf auf den Ausgleich hoffen. Guido Kocer (77.) selbst erzwang dann die Verlängerung. Dort konnte sich der 85-malige Zweitligaspieler dann noch zweimal (94./107.) zum 5:3-Endstand in die Torschützenliste eintragen.

Dass der Weg erneut bis ins Endspiel führen könnte, war zu Saisonbeginn eine Hoffnung der Verantwortlichen. "Wenn man einmal Blut geleckt hat, will man das natürlich noch einmal erleben", so Kleiminger. Nachdem sich in der Meisterschaft abzeichnete, dass sich das Ziel, einen Platz unter den besten drei Teams zu erreichen, nicht mehr erreichen lassen würde, rückte dafür umso mehr der Pokalwettbewerb in den Fokus. Schließlich hatte der SV Pastow mit Dynamo Schwerin (11:10 im Elfmeterschießen) bereits zuvor einen Oberligisten ausgeschaltet. "Wir wissen um unsere sportliche Qualitäten", betont Tom Kleiminger. "Mit unserer enormen Geschwindigkeit können wir auch favorisierte Teams ärgern. Viel hängt aber auch von der Tagesform und vom Kopf ab."

"Christopher hat dem Team neues Leben eingehaucht"

Im Halbfinale gegen Anker Wismar stand erstmals Christopher Kaminski in einer Pokalrunde als Trainer an der Seitenlinie. Der 41-Jährige sollte eigentlich erst im Sommer von der zweiten Mannschaft aufrücken und die Nachfolge von Heiner Bittorf antreten. Dann aber wurde der Trainerwechsel schon vorzeitig vollzogen. "Nach der Bekanntgabe war bei uns in den Spielen ein wenig die Luft raus", begründet Kleiminger die dann vorgezogene Maßnahme. Bis zum Saisonende betreut Christopher Kaminski nun beide Teams parallel. "Was Christopher leistet, ist totaler Wahnsinn. Vor allem im mentalen Bereich leistet er bei unserer ersten Mannschaft gute Arbeit. Dem Team hat er neues Leben eingehaucht."

Mit Finalgegner FC Hansa Rostock verbindet den SV Pastow nicht nur der regionale Aspekt - die Spielstätte des ehemaligen Bundesligisten ist gerade einmal knapp zehn Kilometer entfernt. "Wir haben auch eine Vielzahl an Personen im Verein, die eine Vergangenheit beim FC Hansa haben", beschreibt der Sportliche Leiter. "Es herrscht also eine enorme Verbundenheit. Für Viele von uns ist der Verein auch eine emotionale Nummer."

Dazu zählt auch Tom Kleiminger selbst, der zwölf Jahre lang im Rostocker Nachwuchsbereich aktiv war - unter anderem gemeinsam mit Guido Kocer. Die Verbindung des Sportlichen Leiter zu Hansa Rostock geht dabei sogar besonders tief. Opa Heino war Nationalspieler der DDR und wurde mit dem Vorgängerklub SC Empor Rostock dreimal Vizemeister. Vater Ralf absolvierte für den FC Hansa 30 Partien in der DDR-Oberliga.

Stadionbesuch in Rostock

Der SV Pastow drückt dem FC Hansa Rostock in der Meisterschaft aber auch nicht ganz uneigennützig die Daumen. Denn sollten die Rostocker bei derzeit drei Punkten Rückstand noch einen Platz unter den vier besten Teams der 3. Liga und damit die direkte DFB-Pokal-Qualifikation erreichen, würde der SV Pastow als Finalist ebenfalls am bundesweiten Wettbewerb teilnehmen, unabhängig vom Ausgang des Endspiels.

Nachdem der SV Pastow vor knapp einem Jahr beim Ligafinale des FC Hansa Rostock in der Partie bei der zweiten Mannschaft von Hannover 96 (1:2) vor Ort im Stadion war, wird das Team diesmal am Samstag (ab 14 Uhr) das abschließende Heimspiel der Rostocker gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart live verfolgen.

"Sollte sich Hansa wieder nur über den Titelgewinn im Verbandspokal für den DFB-Pokal qualifizieren können, würde das unsere ohnehin schwierige Aufgabe noch anspruchsvoller machen", sagt Tom Kleiminger. In dieser Konstellation musste sich der SV Pastow dem Drittligisten am zurückliegenden Finaltag deutlich 0:7 (0:3) geschlagen geben. "Wir wollen daher vor allem besser als im letzten Jahr abschneiden. Vielleicht können wir ja auch lange die Null und somit das Spiel offen halten. Wir werden einen perfekten Tag erwischen müssen - so wie gegen Anker Wismar."

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