100 Jahre SC Eltersdorf - zehn Jahre Bernd Eigner
Bis Juni 2027: Trainer Bernd Eigner verlängert.[Foto: SC Eltersdorf]
Der SC Eltersdorf, Titelanwärter in der Bayernliga Nord, gab jetzt die Vertragsverlängerung mit seinem Trainer Bernd Eigner bis zum 30. Juni 2027 bekannt. Damit macht der gebürtige Bamberger im Sommer 2026 zehn Jahre in seiner aktuellen Funktion voll und geht dann in bereits seine elfte Saison als Cheftrainer der ersten Mannschaft. Auch im höherklassigen Amateurfußball ist eine solche Ära eine absolute Ausnahme.
Passend dazu steht auch der Verein vor einem historischen Meilenstein. Der SC Eltersdorf aus dem gleichnamigen Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen in Mittelfranken wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. Der 53 Jahre alte Ex-Profi Eigner führt die "Quecken" somit auch in ihre Jubiläumssaison.
"In dem schnelllebigen Fußballgeschäft bedeutet es mir sehr viel, so lange für einen Verein tätig zu sein", sagt Eigner im Gespräch mit FUSSBALL.de. "Es ist für mich eine Ehre, mit den Verantwortlichen eine Ära zu prägen. Es zeigt mir, dass wir beim SC Eltersdorf einiges richtig gemacht haben."
Drei Aufstiege in 2. Bundesliga
Seit seinem Amtsantritt am 1. Juli 2016 hat Eigner, der während seiner aktiven Laufbahn für den FC St. Pauli in der Bundesliga am Ball war und gleich mit drei Klubs (Hannover 96, Eintracht Braunschweig und dem SC Paderborn 07) den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte, den Sport-Club sportlich entscheidend geprägt. Unter seiner Leitung gelang 2021 der Aufstieg in die Regionalliga Bayern und damit der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte.
Ebenfalls ein bemerkenswertes Zeichen für die Kontinuität im Klub: Die Mittelfeldspieler Tobias Herzner (35) und Manuel Stark (33) gehörten schon zu Beginn von Eigners Amtszeit zum Team, gingen den gesamten Weg mit und gehören nach wie vor zu den Leistungsträgern. Der aktuelle Kapitän Maximilian Göbhardt (33) kam nur ein Jahr später dazu und ist ebenfalls ein ganz wichtiger Bestandteil des Teams. Thomas Dotterweich (42) war unter Eigner Spieler, ist jetzt als Co-Trainer tätig.
Nie schlechter als Platz sechs
Bei der Auflistung der sportlichen Höhepunkte schießen Bernd Eigner vor allem die beiden Relegationsspiele in diesem Sommer gegen den SV Viktoria Aschaffenburg in den Kopf. Die "Quecken" gewannen das Hinspiel 1:0, unterlagen im Rückspiel durch ein spätes Gegentor 0:1 und verpassten schließlich in einem dramatischen Elfmeterschießen den erneuten Sprung in die 4. Liga.
"Das waren zwei ganz besondere Spiele, in denen die Mannschaft alles abgerufen hat", erinnert sich Eigner. "Für mich war es ein Highlight, auch wenn es am Ende nicht gut für uns ausgegangen ist. Unvergessen bleibt aber vor allem der Aufstieg 2021 in die Regionalliga Bayern, als wir die Liga mehr oder weniger dominiert haben."
Auch nach dem direkten Wiederabstieg aus dem bayerischen Oberhaus etablierte sich der Klub auf Anhieb wieder in der Spitzengruppe der Bayernliga Nord. Seit der Übernahme von Eigner schloss der SC Eltersdorf eine Saison nie schlechter als Platz sechs ab.
Mehr als 300 Spiele an der Linie
"Als ich 2016 hier angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich zehn Jahre später noch Trainer in Eltersdorf bin"
"Als ich 2016 hier angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich zehn Jahre später noch Trainer in Eltersdorf bin", so Bernd Eigner. "Dass das hier so gewachsen ist, zeigt umso mehr, wie besonders dieser Verein ist. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen, das Umfeld und die Spieler - das passt einfach und macht mir nach wie vor eine Menge Spaß."
Manager Joachim Uhsemann meint: "Ich betone immer wieder gerne, dass wir für Kontinuität stehen - sowohl auf dem Platz als auch neben dem Platz. Wir freuen uns deshalb, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt wird und wir gemeinsam mit Bernd in unsere Jubiläumssaison gehen. Erst kürzlich feierte Bernd sein 300. Spiel an der Seitenlinie. Das ist schon fast einmalig in der heutigen Zeit. Die Ergebnisse und Erfolge der zurückliegenden Jahre sprechen eindeutig dafür, dass das auch der richtige Weg ist, den wir gehen."
Vorbereitung beim Skifahren
Auch in dieser Spielzeit mischen die "Quecken" wieder oben mit, liegen mit nur einem Zähler hinter Spitzenreiter ASV Neumarkt auf Platz zwei in Lauerstellung. "Durch das Negativerlebnis in der Relegation sind wir ein wenig schleppend in die Saison gestartet, hatten nach dem 5. Spieltag lediglich drei Punkte auf der Habenseite", erklärt Trainer Eigner. "Es hat ein wenig gedauert, bis wir unseren Rhythmus gefunden haben, spielen aber seit zwei Monaten richtig stabil und überzeugend."
Nach der Winterpause wird Eigner mit seinem Team ab dem 23. Januar die Restrunde mit einigen ganz besonderen Trainingseinheiten einleiten. Die Mannschaft trifft sich wie jedes Jahr für zwei Tage im österreichischen Flachau zum Skifahren. Auch diesmal soll im Schnee der Teamgeist weiter gefördert werden, um danach in der Liga durchzustarten und das 100-jährige Vereinsbestehen im besten Fall mit dem Aufstieg zu krönen.