Magazin | 26.04.2026 | 10:50

ETB perfekter Gastgeber für DFB in der EM-Quali

Fleißkärtchen in Pizzaform: Die Frauen II des ETB bekamen vom Verein eine Extraprämie.[Foto: ETB SW Essen]

Fußball-Fest am Uhlenkrug: Eine Woche lang stand das altehrwürdige Stadion im Essener Süden im Blickpunkt der EM-Qualifikation der U 19-Frauen-Nationalmannschaften, die als Vier-Nationen-Turnier ausgetragen wurde. Dabei lockten die beiden Partien der DFB-Juniorinnen am vorigen Freitag gegen Irland (3:0) und an diesem Donnerstag gegen Frankreich (2:1) jeweils fast 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer ins 1922 eröffnete und zuletzt modernisierte Rund am Stadtwald.

"Das waren tolle Tage. Wir sind glücklich und stolz darauf, dass wir den DFB erneut bei uns zu Gast hatten und hier solch eine Veranstaltung ausrichten durften", freut sich Guido Wiethaus, Sportlicher Leiter der Frauen- und Mädchen-Fußballabteilung beim hier ansässigen ETB Schwarz-Weiß Essen. "Der Uhlenkrug ist das perfekte Stadion für solch ein Event", findet der 54-Jährige, der zugleich Co-Trainer bei den Frauen II des früheren Vereins von - unter anderem - den beiden deutschen Ex-Nationalspielern Oliver Bierhoff und Jens Lehmann.

"Wir sind glücklich und stolz darauf, dass wir den DFB erneut bei uns zu Gast hatten und hier solch eine Veranstaltung ausrichten durften."

Schon im vorigen Oktober hatte der DFB mit seinem Nachwuchs die erneuerte Spielstätte im Essener Süden genutzt und für gut befunden. Damals gewann die männliche U 16 im Uhlenkrug zwei Testspiele gegen Rumänien.

Topverhältnisse nach Runderneuerung

Das knapp 10.000 Plätze bietende städtische Stadion war nach etwa zweijähriger Umbauphase im vorigen Sommer offiziell wiedereröffnet worden. Zunächst hatte der hinter der Haupttribüne liegende Aschenplatz einen Kunstrasen erhalten, dann waren der Naturrasen im Stadion ausgetauscht, eine neue Flutlichtanlage installiert und die Tribüne mit teils schwarz-weißen Sitzschalen aufgehübscht worden. Für die Leichtathletik-Abteilung des ETB hatte es zudem neue Nebenanlagen gegeben.

Anfang dieses Jahres kam dann die Anfrage seitens des Deutschen Fußball-Bundes, ob der ETB im April am Uhlenkrug drei Partien im Rahmen der EM-Qualifikation der U 19-Frauen durchführen könne. "Da waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme", macht Guido Wiethaus klar. Der Kontakt zum DFB lief über Ingo Finkenstein aus dem ETB-Marketingteam, der das Fußball-Happening am Uhlenkrug hauptverantwortlich mitorgansierte. "Insgesamt waren vom Verein über 50 Leute im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten", berichtet Guido Wiethaus.

Zu den vielen Helferinnen und Helfern zählten unter anderem Vorstandsmitglied Andre Leu, der sich verantwortlich für die Einkäufe und Planung des Caterings zeigte und selbst am Grillstand im Einsatz war, sowie Susi Dodt und Norbert Kluge aus der ETB-Nachwuchsabteilung, die eine Woche lang fast unermüdlich im Einsatz waren. "Der ganze Verein hat mitangepackt, damit die Veranstaltung zu einem Erfolg wird", erzählt Guido Wiethaus.

Während die erste Herren-Mannschaft, die in der Oberliga Niederrhein am Ball ist, vor dem Spiel Deutschland gegen Frankreich die Tribüne saubermachte, waren die Fußballerinnen des Traditionsklubs praktisch überall im Einsatz. Die U 17-Juniorinnen zum Beispiel boten direkt unter der Haupttribüne Kaffee, Kuchen und Waffeln an, es gab sogar eine Obsttorte in Schwarz-Rot-Gold. Besonders engagiert waren auch die Frauen II, die für ihren fleißigen Dienst vom Verein extra eine Runde Pizza spendiert bekamen.

Mädchenfußball soll weiterwachsen

Zur Saison 2022/2023 starteten die Schwarz-Weißen mit einer U 15 in den Frauen- und Mädchenfußball. Ein Jahr später folgten die Frauen I, die sofort den Aufstieg von der Kreis- in die Bezirksliga schafften. Inzwischen sind in zwei Frauen- und drei Juniorinnen-Teams mit etwa 120 Kickerinnen für den ETB am Ball. "Wir möchten gerne weiterwachsen", gibt Guido Wiethaus zu. Schon in diesem Sommer könnte eine U 19 hinzukommen, zudem möchten die Schwarz-Weißen auch jüngere Mädchen unterhalb der U 15 für Fußball begeistern. "Essen ist eine große Stadt, in der ruhig noch viel mehr Frauen und Mädchen Fußball spielen könnten", meint Guido Wiethaus.

In dem langjährigen Bundesligisten SGS Essen, Heimat zahlreicher ehemaliger oder aktueller deutscher Nationalspielerinnen wie unter anderem Linda Bresonik, Lena Oberdorf, Lea Schüller, Linda Dallmann, Elisa Senß, Sara Doorsoun, Nicole Anyomi oder Carlotta Wamser, hat die Ruhrgebiets-Metropole ein großes Aushängeschild und richtiges Zugpferd für Frauen- und Mädchenfußball. Im Amateurbereich könnte allerdings mehr passieren, der FC Kray stellt den einzigen Landesligisten aus Essen, in der Bezirksliga kicken neben den Frauen I des ETB drei weitere Essener Teams: die SpVg Schonnebeck, die Spvgg Steele 03/09 und der TuS Essen West 1881.

"Da geht sicherlich noch einiges", ist Guido Wiethaus überzeugt und führt aus: "Mit unserer Infrastruktur und den tollen Bedingungen im erneuerten Stadion Uhlenkrug haben wir beim ETB auf jeden Fall viele gute Argumente, dass Frauen und Mädchen, die Fußball spielen möchten, zu uns kommen."

Die super Atmosphäre bei den EM-Qualifikationsspielen der deutschen U 19-Frauen gegen Irland und Frankreich am Uhlenkrug dürfte dem ETB dabei einen weiteren Schub geben.