Olaf Jödicke: Wenn Leidenschaft stärker ist als jedes Hindernis
Jödicke: "Die Verantwortung, meinem Sport, der mir so viel gegeben hat, etwas zurückzugeben."[Foto: DFB/dpa picture-Alliance]
Zum zehnten Mal sucht FUSSBALL.DE die "Amateure des Jahres". Im Mittelpunkt stehen nicht nur sportliche Erfolge, sondern Menschen, die sich mit außergewöhnlichem Engagement auf und neben dem Platz einbringen. Am 21. Mai startet die Votingphase, dann wählen eine hochkarätige Jury und die FUSSBALL.DE-Community die Amateurfußballerin und den Amateurfußballer des Jahres. FUSSBALL.DE stellt die fünf Kandidatinnen und Kandidaten vor, die es in diesem Jahr in die finale Auswahl geschafft haben.
Der Fußball begleitet Olaf Jödicke nun schon seit 56 Jahren durch alle Phasen seines Lebens. Dabei packt er überall mit an: Er steht selbst auf dem Platz, trainiert die Kleinen, kümmert sich um den Platz und das Vereinsumfeld. Ein echter Allrounder. Und wenn es in der ersten oder zweiten Mannschaft mal brennt, zögert der 62‑Jährige nicht lange und stellt sich selbst ins Tor. Alles eben für seinen VfB Südharz.
Ein Leben ohne Fußball ist für Olaf kaum vorstellbar. Seit er sechs Jahre alt ist, ist der Sportplatz sein zweites Zuhause. Seine Leidenschaft hat er im Tor gefunden, wo er unter anderem bei den Ü 60‑Niedersachsenmeisterschaften dafür sorgt, dass kein Ball in seinem Netz landet. Doch Olaf liebt die Herausforderung und springt auch bei der ersten und zweiten Mannschaft ein. "Der Wettkampf und speziell das Messen mit den Jüngeren ist meine Motivation", sagt er.
"Für mich war es nochmal der Neubeginn meiner Karriere"
Dass er das körperlich überhaupt leisten kann, ist nicht selbstverständlich. Im Jahr 2021 erlitt Olaf zwei Herzinfarkte und benötigte eine Bypass‑OP. Doch aufhalten ließ er sich nicht. Mit viel Ehrgeiz und Leidenschaft kämpfte er sich zurück und stand nur neun Monate später wieder auf dem Platz. "Für mich war es nochmal der Neubeginn meiner Karriere", beschreibt Olaf diesen Moment.
Zusätzlich steht er Woche für Woche als Trainer an der Seitenlinie. Seit nun mehr als 20 Jahren. Aktuell trainiert er die G‑Jugend, die Kleinsten des Vereins. Was ihn antreibt? "Die Verantwortung, meinem Sport, der mir so viel gegeben hat, etwas zurückzugeben", erzählt er.
Mit Blick in die Zukunft sagt Olaf: "Für mich selbst wünsche ich mir, gesund zu bleiben, und für meinen Verein, dass er auch in Zukunft eine tragende Säule in unserer Dorfgemeinschaft bleibt." Der Amateurfußball hat eine besondere Bedeutung in Olafs Leben und ihm immer wieder Kraft gegeben. Mit seinem Engagement möchte er etwas zurückgeben. Und damit hat er sich definitiv einen Platz in unserer Kandidatenliste für den "Amateur des Jahres" verdient.