Finaltag der Amateure | Magazin | 10.05.2026 | 10:00

Eintracht Trier brennt aufs "Finale dahemm"

Im Rheinlandpokal: Thomas Klasen träumt vom Titel im Moselstadion.[Foto: Foto: imago]

In Trier wollen sie am Finaltag der Amateure mit einem Sieg im Endspiel um den Bitburger-Rheinlandpokal dorthin zurück, wo sie in ihrer Vereinsgeschichte schon mehrfach für Furore gesorgt haben – allen voran 1985 und 1997/1998: Mitte der Achtziger siegte Eintracht Trier beim damaligen Titelträger FC Bayer 05 Uerdingen. Zwölf Jahre später kegelten die Blau-Schwarz-Weißen den damaligen UEFA-Cup-Sieger Schalke 04 sowie Champions-League-Gewinner Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb und stießen bis ins Halbfinale des DFB-Pokals vor.

Die Trierer sind mit 22 Finalteilnahmen und 15 Pokalsiegen zwar einsamer Rekordhalter im Rheinland, in den vergangenen Jahren verpasste man das Finale jedoch regelmäßig. Der letzte Pokalsieg datiert aus dem Jahr 2016, ein Jahr später gab es eine 1:2-Niederlage gegen den alten Rivalen TuS Koblenz. Am Samstag, 23. Mai, ab 13.30 Uhr können Trainer Thomas Klasen und seine Mannschaft dafür eine späte Revanche nehmen. "Jede Runde, die du weiterkamst, ließ auch in dieser Pokalserie den Druck steigen. Umso erleichterter sind wir, es diesmal endlich wieder geschafft zu haben", unterstreicht Klasen.

Der heute 42-Jährige war bereits vor gut zwei Jahrzehnten zu Zweitligazeiten Spieler der Eintracht und kehrte Mitte 2023 als Trainer in die Porta-Nigra-Stadt zurück. Auf Anhieb führte er die Mannschaft zum Titel in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und damit zum direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga Südwest. Dort haben die Trierer unter Klasen in der ablaufenden Runde sogar vorzeitig den Klassenverbleib geschafft.

Über den Einzug ins Finale, das der Fußballverband Rheinland diesmal auch noch nach Trier vergeben hat, freut man sich bei der Eintracht sehr – zumal das Moselstadion mit rund 9000 Zuschauern rappelvoll sein dürfte. "Doch im Endeffekt", weiß der Trierer Trainer, "zählt nur der Pokalsieg."

Pokalheld Thömmes fiebert mit

Auf dem Weg ins Endspiel hatte es seine Mannschaft mit einigen unbequemen Gegnern zu tun, allen voran mit Titelverteidiger FV Engers 07. In den vergangenen Jahren war der Oberligist aus dem Neuwieder Stadtteil gleich dreimal Endstation für die Trierer. "Der Pokalfluch ist besiegt", atmeten sie nach dem 4:1 Mitte März in Engers auf. Anfang April folgte ein 3:1 beim ebenfalls klassentieferen FC Emmelshausen-Karbach.

Wie bitter es ist, ein Finale zu verlieren, musste Klasen einst selbst im Moselstadion erleben: Mit seinem damaligen Club TuS Koblenz unterlag er dort 2011 der Eintracht mit 0:2. "Solch ein Gefühl braucht kein Mensch."

"Tommy Klasen ist ein sehr engagierter Trainer und bringt die Eintracht weiter"

Beistand gibt es von der Trierer Pokallegende schlechthin: Rudi Thömmes hatte vor knapp 30 Jahren mit seinen Treffern gegen Schalke (1:0) und Dortmund (2:1) großen Anteil an den damaligen Sensationen. Zwar ist Thömmes mittlerweile Trainer des Bezirksligisten FSV Salmrohr, doch am 23. Mai wird er mitfiebern: "Eintracht Trier ist Eintracht Trier. Das ist mein Heimatverein."

Er sieht gute Chancen für einen Sieg: "Tommy Klasen ist ein sehr engagierter Trainer und bringt die Eintracht weiter. Er wird die Jungs richtig einstellen. Von Beginn an muss es zur Sache gehen." Selbst wird der 57-Jährige der Eintracht allerdings nicht im Moselstadion die Daumen drücken: "Seit Monaten steht fest, dass wir an dem Wochenende mit der Familie in Mailand sind."

Wrusch im Finale gesperrt

Ein gravierendes Manko für die Trierer könnte dagegen das Fehlen eines Leistungsträgers sein: Mit Maurice Wrusch (25), der in der Winterpause bereits eine Anfrage aus der niederländischen Ehrendivision hatte, ist ausgerechnet einer der wichtigsten Trierer Akteure gesperrt. Im Halbfinale sah der Mittelfeldspieler wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Klasen weiß um die große Erwartungshaltung im Umfeld, im "Finale dahemm" gegen den klassentieferen Oberligisten den Pokal zu holen. "Ich verschwende keinen Gedanken an etwas Negatives. Die Freude, im eigenen Stadion den Pott zu holen und sich die Siegermedaille umhängen zu lassen, mit der du anschließend auf Mannschaftsfahrt nach Mallorca fliegst, muss im Fokus stehen."

Ob er selbst mit auf die Baleareninsel fliegt, will Klasen vom Ausgang des Endspiels abhängig machen. Den Sieg knüpft er an jede Menge Arbeit: "Koblenz bringt gegen die besten Mannschaften immer seine beste Leistung. Das haben sie in der Oberliga bereits beim 0:0 in Unterzahl gegen den 1. FC Kaiserslautern II und beim 2:1-Heimsieg gegen den FK 03 Pirmasens bewiesen. Das sagt schon alles aus. Sie haben Waffen, mit denen sie uns wehtun und schlagen können. Diese müssen wir neutralisieren und selbst unsere Qualitäten auf den Platz bringen."