TSV Altenberg: Aytekin-Klub stolz auf sein Schiri-Idol
"Er ist unser Aushängeschild": Deniz Aytekin beim TSV Altenberg.[Foto: privat/IMAGO]
Mehrmals die Woche ist er auf der Anlage an der Jahnstraße in Oberasbach, dreht seine Runden, macht Steigerungsläufe und gymnastische Übungen. Für die Mitglieder beim TSV Altenberg ist es daher völlig normal, wenn sie Deniz Aytekin, den beliebtesten Schiedsrichter Deutschlands, auf der Sportanlage antreffen. Der 47-Jährige, der jetzt seine Bundesligakarriere beendet hat und in den vergangenen Jahren vom DFB dreimal zum Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet wurde, wohnt nur etwa einen Kilometer vom Platz entfernt.
Meistens meldet er sich dann bei Martin Hascher, wenn er zum Beispiel mal einen Raum auf dem Hans-Reif-Sportzentrum benötigt. Martin Hascher ist der Schiedsrichter-Beauftragte beim TSV Altenberg. Er kennt Deniz Aytekin schon, seit der als Kind bei den Blau-Weißen selbst am Ball war und dann mit 17 Schiedsrichter wurde. Im FUSSBALL.DE-Interview erzählt Hascher, wie der Verein Deniz Aytekin künftig gerne bei sich einbinden würde.
FUSSBALL.DE: Herr Hascher, wie eng ist die Verbindung zwischen Deniz Aytekin und dem TSV Altenberg?
Martin Hascher: Sehr eng! Er macht regelmäßig sein Fitnessprogramm auf der Anlage, läuft mehrmals die Woche seine Runden auf unserer Bahn. Wir haben hier eine gute Laufbahn für unsere Leichtathleten, zuletzt haben im Hans-Reif-Sportzentrum die bayerischen Landesmeisterschaften im Zehnkampf stattgefunden. Die Möglichkeiten nutzt Deniz gerne, zumal er ja auch hier um die Ecke wohnt.
"Für uns ist es imagemäßig ein Riesengewinn, dass Deniz Schiedsrichter des TSV Altenberg und häufig hier anzutreffen ist"
Es ist also nichts Besonderes mehr, wenn der bekannteste Schiedsrichter Deutschlands auf dem Sportplatz des TSV Altenberg rumläuft?
Hascher: Ja und nein. Für uns ist es imagemäßig natürlich ein Riesengewinn, dass Deniz Schiedsrichter des TSV Altenberg und häufig hier anzutreffen ist. Wenn dann zum Beispiel Kinder auf der Anlage sind, wollen die gerne ein Foto mit ihm machen. Dafür ist Deniz immer zu haben, aber er ist keiner, der nach seinem Training zum Beispiel noch im Vereinsheim sitzt und dort Pläuschchen hält. Dafür hatte er einfach zu wenig Zeit. Doch es könnte natürlich sein, dass sich das jetzt nach seinem Karriereende ein wenig ändert.
Wie eng ist Ihr persönlicher Kontakt zu ihm?
Hascher: Wir sehen uns ab und zu, telefonieren oder schreiben. Wir kennen uns ja schon seit über 30 Jahren und daher bin ich auch so etwas wie das Bindeglied zwischen ihm und dem TSV. Ab und zu kommt Fanpost, dann fahre ich bei ihm zu Hause vorbei und werfe die Post in den Briefkasten. Und wenn er mal ein Video bei uns auf der Anlage drehen möchte, dann ruft er mich vorher an, ob das in Ordnung geht. So war es zum Beispiel bei Werbeaufnahmen mit Bülent Ceylan.
Ist schon geplant, ihn im Verein einzubinden? Wird Deniz Aytekin demnächst mal ein Spiel in Altenberg pfeifen?
Hascher: Da er Mitglied bei uns ist, darf er offizielle Spiele des TSV Altenberg ja nicht leiten. Aber es ist für uns natürlich gut vorstellbar, dass er zum Beispiel eine Benefizpartie pfeift. Früher ist er mal bei einem Pfingstturnier oder bei einem Jugend-Hallenturnier eingesprungen. Da hat sein älterer Sohn noch für uns gespielt. Deniz Aytekin ist unser Aushängeschild, und wir versuchen daher, solche Gelegenheiten zu nutzen.
Er ist sicherlich auch ein Vorbild für junge Schiedsrichter. Merken Sie das im Verein, melden sich beim TSV Altenberg mehr Anwärter für Schiedsrichter an, weil Deniz Aytekin hierherkommt?
Hascher: Sein Name ist ganz klar ein Riesenplus für uns, dennoch ist es schwer zu messen, wie viele junge Leute sich wegen ihm für die Schiedsrichterei entscheiden. Das läuft bei uns über die Zirndorfer Schiedsrichter-Gruppe, in der auch der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Hanslbauer aktiv ist. Er ist ebenfalls Mitglied beim TSV Altenberg und hat zum Beispiel auch schon mal ein internes Hallenturnier bei uns gepfiffen.
Und wann wird Deniz Aytekin nun beim TSV Altenberg pfeifen?
Hascher: Ende Juni feiern wir auf unserem Sportplatz das 80-jährige Vereinsjubiläum. Dann werden wir einen Familientag mit einer Rallye für alle Abteilungen des Vereins veranstalten und hoffen, dass Deniz an dem Tag Zeit hat und vorbeikommt. Dabei wird es auch ein internes Jugendfußball-Turnier geben, und es wäre sehr schön, wenn er dann pfeifen könnte.