Magazin | 10.06.2026 | 16:00

VfB Krieschow vor DFB-Pokal-Premiere: "In jedem Moment am Limit"

Bittroff: "Dort weitermachen, wo wir im Endspiel um den Verbandspokal aufgehört haben."[Foto: VfB Krieschow/Bernd Choritz]

Der VfB 1921 Krieschow fiebert einem besonderen Tag in der Vereinsgeschichte entgegen. Zwischen dem 21. und 24. August nimmt der Tabellenachte der NOFV-Oberliga Süd erstmals am DFB-Pokal teil. Seit der Auslosung steht fest: Gegner in der ersten Hauptrunde wird der Bundesligist 1. FSV Mainz 05 sein.

"Das wird eine riesengroße Herausforderung", erklärt Alexander Bittroff im Gespräch mit FUSSBALL.DE. Der 37-jährige Verteidiger muss es wissen. Während seiner Karriere hat der Routinier, für den 185 Partien der 2. Bundesliga sowie 148 Begegnungen der 3. Liga in der Vita stehen, nicht weniger als 17 Spiele im DFB-Pokal bestritten. Zum Vergleich: Von seinen Mitspielern waren lediglich Martin Zurawsky und Colin Raak (jeweils eine Partie) ebenfalls schon mal im bundesweiten Pokalwettbewerb am Ball.

Aufgrund seiner sportlichen Vergangenheit im Verein hatte sich Bittroff im Vorfeld den 1. FC Magdeburg als Gegner gewünscht. "Ich hatte eine tolle Zeit dort, die mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga auch erfolgreich war", so der erfahrene Abwehrspieler. "Ein Duell mit dem 1. FC Union Berlin oder Dynamo Dresden wäre aufgrund der Nähe ebenfalls cool gewesen. Aber wir freuen uns auch darauf, dass wir mit Mainz 05 auf einen Bundesligisten treffen, der seit Jahren hervorragende Arbeit leistet."

Mit Energie Cottbus im Halbfinale

Vor allem "die Duelle Klein gegen Groß" machen für Bittroff auch den Reiz am DFB-Pokal aus. Das gilt für den VfB 1921 Krieschow ganz besonders. Der gleichnamige Ortsteil der Gemeinde Kolkwitz verzeichnet gerade einmal etwas mehr als 500 Einwohnerinnen und Einwohnern. "Wenn man Glück hat, gibt es als unterklassiger Verein solche Vergleiche vereinzelt in Testspielen", so der Routinier.

Wie man sich als Außenseiter durchsetzen kann, erlebte Bittroff auch schon aus erster Hand. Mit seinem Jugendklub FC Energie Cottbus, für den er insgesamt zwölf Jahre am Ball war, erreichte er in der Saison 2010/2011 sogar das Halbfinale. Der damalige Zweitligist aus der Lausitz setzte sich im Anschluss an das Erstrundenspiel gegen den unterklassigen TuS Heeslingen (2:1) nacheinander gegen die Bundesligisten SC Freiburg (2:1), VfL Wolfsburg (3:1) und TSG Hoffenheim (1:0) durch.

"Wir haben im Pokalverlauf eine krasse Entwicklung genommen", erinnert sich Bittroff. "Wir sind immer wieder an unseren Aufgaben gewachsen. Nur das Halbfinale beim MSV Duisburg verlief dann unglücklich." Die "Zebras" setzten sich 2:1 gegen Cottbus durch und verloren dann das Finale gegen den FC Schalke 04 deutlich 0:5. "Da hatten wir dann schon den Gedanken, dass wir uns im Endspiel vielleicht besser geschlagen hätten. Es bis ins Halbfinale geschafft zu haben, war dennoch eines meiner schönsten Erlebnisse."

Verbandspokalsieg als "i-Tüpfelchen"

Die Vorlage, wie eine große Überraschung im Pokal gelingen kann, hat der VfB 1921 Krieschow schon selbst geliefert. Am Finaltag der Amateure gewann der Oberligist sensationell 2:1 (1:0) beim künftigen Zweitligisten FC Energie Cottbus und sicherte sich erstmals den "Pott". Durch den Aufstieg des ehemaligen Bundesligisten hatte der VfB die Teilnahme am DFB-Pokal zwar bereits als Endspielteilnehmer sicher. "Den Pokal gewonnen zu haben, war aber noch das i-Tüpfelchen", so Bittroff.

Für ihn selbst war es allerdings keineswegs der erste Pokalsieg in seiner Laufbahn. Zuvor war er auch schon mit dem Chemnitzer FC (Sachsen, Saison 2016/2017), mit dem KFC Uerdingen 05 (Niederrhein, 2018/2019) und mit dem 1. FC Magdeburg (Sachsen-Anhalt, 2021/2022) in drei anderen Verbandspokalen erfolgreich. "Das mit dem VfB Krieschow als kleinem Dorfverein geschafft zu haben, hat noch einmal einen ganz eigenen Stellenwert. Das Finale vor mehr als 10.000 Fans gegen meinen langjährigen Ex-Klub FC Energie Cottbus bestritten zu haben, macht es für mich zu einer sehr besonderen Geschichte."

DFB-Pokalspiel auch in Cottbus?

Auch das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den 1. FSV Mainz 05 könnte der VfB 1921 Krieschow im nur rund 17 Kilometer entfernten Stadion des FC Energie Cottbus bestreiten. Im Hintergrund laufen aktuell die Planungen, wo die Partie ausgetragen wird. Die eigentliche Spielstätte des Oberligisten bietet ohne weitere Maßnahmen Platz für rund 4000 Fans.

Im DFB-Pokal erwartet Bittroff "eine noch deutlich schwierigere Aufgabe als gegen Energie Cottbus". Um für eine Überraschung in Frage zu kommen, "müssen wir mindestens dort weitermachen, wo wir im Endspiel um den Verbandspokal aufgehört haben. Wir hatten unser Spiel gegen und mit dem Ball perfekt auf den Platz bekommen. Auch gegen Mainz wird es nicht klappen, wenn wir uns komplett einigeln. Es gilt, eklig in den Duellen zu sein, mutig zu agieren und den Gegner mit unseren Umschaltmomenten immer wieder zu beschäftigen. Die Herausforderung wird sein, in jedem Moment an unser Limit zu kommen."