Magazin | 12.06.2026 | 08:30

HEBC im DFB-Pokal gegen BVB: Einnahmen für neues Vereinsheim

"Im ersten Moment waren wir noch ein wenig ungläubig": Der HEBC steht im DFB-Pokal.[Foto: IMAGO]

Die ohnehin schon große Freude über die erste Teilnahme am DFB-Pokal seit 91 Jahren hat beim Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club (HEBC) noch zugenommen. Der Traditionsklub, der die Saison 2025/2026 in der Oberliga Hamburg auf Platz 13 beendete, hat mit dem Bundesligisten und Vizemeister Borussia Dortmund eines der attraktivsten Lose gezogen. Gespielt wird Anfang September.

"Im ersten Moment waren wir noch ein wenig ungläubig", sagt Stilianos Vamvakidis, Liga-Manager beim HEBC, im Gespräch mit FUSSBALL.DE. "Danach herrschte einfach nur pure Freude. Wir hatten zur Auslosung eine Watchparty veranstaltet. Unser Klubheim ist aus allen Nähten geplatzt." Bei der ersten Austragung des damals noch unter dem Namen Tschammerpokal eingeführten Wettbewerbs (1935) war der HEBC ebenfalls dabei. "Durch die mittlerweile notwendige Qualifikation kommt an die nun geschaffte Teilnahme aber kein anderer Erfolg heran", so Vamvakidis.

Mehr als 5600 Ticketanfragen

Das große Los möglich machte das überraschend deutliche 5:1 (2:0) am Finaltag der Amateure gegen den Ligakonkurrenten SC Vorwärts-Wacker Billstedt. "In der Partie hat uns alles in die Karten gespielt", erklärt der 53-Jährige. "Wir haben ein frühes Tor erzielt, was vor allem bei den hohen Temperaturen ein Vorteil war. Noch vor der Pause konnten wir das 2:0 nachlegen. Die Jungs haben es echt gut gemacht und im wichtigsten Spiel mit ihre beste Saisonleistung gezeigt. Von außen war keine Nervosität zu erkennen. Die besondere Atmosphäre mit mehr als 4500 Fans hat uns beflügelt."

Was aber beim Liga-Manager noch nicht für einen entspannten Fußballmittag gesorgt hatte. "So oft wie im Finale habe ich wohl noch in keinem anderen Spiel auf die Anzeigetafel geschaut. Die Zeit ging einfach nicht vorbei", lacht Stilianos Vamvakidis. "Den Titel und die Teilnahme am DFB-Pokal erreicht zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Jeder Einzelne, der dabei war, kann stolz darauf sein." Die Spieler, die zum Pokalerfolg beigetragen haben, sollen deshalb auch in erster Linie die Chance bekommen, im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund dabei zu sein.

"Die Jungs sollen vor allem das Spiel genießen und die Eindrücke aufsaugen"

"Wir wissen, woher wir kommen. Schon die Teilnahme an der Oberliga ist für uns nicht selbstverständlich. Wir werden bei der Kaderzusammenstellung nichts Verrücktes machen. Es gibt schließlich auch eine Zeit nach dem DFB-Pokal-Spiel", sollen die unerwarteten Einnahmen vor allem für infrastrukturelle Projekte - wie etwa das geplante neue Vereinsheim - verwendet werden. "Unsere Neuverpflichtungen sollen nicht nur wegen des Highlights gegen den BVB von uns überzeugt sein", betont Vamvakidis. "Sie müssen vor allem Lust darauf haben, mit unseren aktuellen Jungs zu spielen. Viele kennen sich bereits seit einigen Jahren. Kontinuität spielt beim HEBC eine wichtige Rolle."

Schon jetzt ist klar, dass das DFB-Pokal-Spiel gegen Borussia Dortmund nicht in der eigentlichen Spielstätte des Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club stattfinden wird. "Mit dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV gibt es bei uns in Hamburg zwei Optionen. Mit beiden Vereinen sind wir in Gesprächen", verrät der Funktionär. Dabei hofft der HEBC, auch von den Erfahrungen der klassenhöheren Klubs profitieren zu können.

"Man ist nicht oft an der Organisation eines DFB-Pokals beteiligt. Nun lernen wir aus erster Hand, was da alles dahintersteckt." So erreichten den Oberligisten allein schon in den Tagen kurz nach der Auslosung etwa 5600 Ticketanfragen. Einige davon gingen auch persönlich an Stilianos Vamvakidis. "Vor der Auslosung hatte ich zu einigen Leuten aus meinem Umfeld gesagt, dass ich ihnen bei einem großen Los im Pokal einen Logenplatz organisiere. An diese Aussage wurde ich schon mehrfach erinnert", freut sich der Liga-Manager ebenfalls auf die Begegnung.

Alle heiß aufs BVB-Spiel

Dass sich der HEBC bis Anfang September gedulden muss, bis gegen den BVB der Ball rollt, weil die Dortmunder als Vizemeister am 22. August zunächst den Franz Beckenbauer Supercup gegen Double-Sieger FC Bayern München bestreiten, ist für Stilianos Vamvakidis kein negativer Faktor. "So bleibt uns sogar mehr Zeit, um uns auf das Spiel zu freuen und alles Organisatorische zu erledigen." Auch für die Arbeit von Trainer Philipp Obloch erwartet er "einen positiven Nebeneffekt. Ich gehe davon aus, dass die Jungs ihre Urlaube kurzfristig so gelegt haben, dass nur sehr wenige Spieler während der Vorbereitung fehlen werden. Es wollen sich schließlich alle für das DFB-Pokal-Spiel empfehlen".

Einen Matchplan, um das Duell mit dem fünfmaligen Pokalsieger aus Dortmund "möglichst spannend zu machen, wird sich unser Trainerteam garantiert ausdenken", so Vamvakidis. "Die Jungs sollen aber vor allem auch das Spiel genießen und die Eindrücke aufsaugen. Wann hat man schon die Gelegenheit, eine solche Partie zu bestreiten?"