Volunteer beim Supercup: "Die Nähe zum Geschehen ist das Besondere"
Bietet Volunteers einen Blick hinter die Kulissen: der Google Pixel Supercup der Frauen.[Foto: Getty Images]
"Mittendrin statt nur dabei": Als Volunteer erlebt Ute Schuler den Google Pixel Supercup der Frauen aus einer ganz besonderen Perspektive.
Seit 13 Jahren ist Ute Schuler als Volunteer bei Fußballveranstaltungen im Einsatz. Von Europameisterschaften der Männer und Frauen über Nations-League-Partien bis hin zu Turnieren und Wettbewerben, wie dem Google Pixel Supercup. Der besondere Reiz liegt für sie dabei nicht nur im Fußball selbst, sondern in all den Highlights, die man als Volunteer hautnah miterlebt.
"Diese Nähe zum Geschehen ist für mich das Besondere. Man bekommt so viele Eindrücke, die als Besucher oder vor dem Fernseher gar nicht sichtbar werden. Dazu kommt dieser Adrenalinkick. Man ist aktiv mittendrin und nicht nur ein stiller Beobachter. Dadurch hat man zu so einem Spiel nochmal einen ganz anderen Bezug."
"Man bekommt so viele Eindrücke, die als Besucher oder vor dem Fernseher gar nicht sichtbar werden"
Sie steht auf dem Spielfeld, blickt hinter die Kulissen, erlebt die Abläufe rund um eine Partie hautnah und ist dabei, bevor die ersten Fans überhaupt ihre Plätze eingenommen haben. Beim heutigen Supercup in Ingolstadt kümmert sich Ute um die Abläufe rund um die Pre-Match-Zeremonie. Gemeinsam mit drei weiteren Volunteers betreut sie 90 Kinder, die vor dem Anpfiff die Teilnehmerflaggen des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg sowie das Supercup-Emblem auf dem Rasen auslegen.
"Hinter so einem Event steckt unglaublich viel Organisation und Management – und das schon Tage vorher. Ohne die ganzen Volunteers wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung überhaupt nicht möglich."
Zum Volunteering gehören auch Freundschaften
Zum Volunteering gehört für sie nicht nur der Blick hinter die Kulissen, sondern auch die Gemeinschaft. Über die Jahre sind Freundschaften entstanden, viele der Volunteers trifft sie bei den nächsten Einsätzen wieder. Genau dieses Miteinander motiviere sie, immer wieder dabei zu sein.
"Wenn nach dem Spiel alle glücklich zusammensitzen und man die Rückmeldung bekommt: Es hat alles funktioniert, es lief reibungslos – das ist eigentlich schon die Motivation für den nächsten Einsatz."
Zum Volunteering kam Ute Schuler über ihren Partner, der beim Bayerischen Fußball-Verband als Spielleiter tätig war. Doch Fußball und freiwilliges Engagement begleiten sie schon seit ihrer Kindheit. Ihre Eltern waren beide als Funktionäre in ihrem Heimatverein, dem SV Scheppach, aktiv. Mit 15 Jahren gründete Ute schließlich die erste Frauenmannschaft des Vereins. "Fußball bedeutet mir wahnsinnig viel. Nicht nur der Sport an sich, sondern vor allem die Gemeinschaft. Ich lebe den Verein. Wir sind eine große Vereinsfamilie."
"Wir haben mittlerweile 13 Jugendmannschaften und sehr viele Mädchen"
Als hauptberufliche Erzieherin war es Utes größtes Ziel, mehr Kinder und Jugendliche für den Sport und das Vereinsleben zu begeistern. Als Jugendleiterin beim SV Scheppach konnte sie diese Idee vorantreiben.
"Wir haben mittlerweile 13 Jugendmannschaften und sehr viele Mädchen, die Fußball spielen. Das war mir auch ganz wichtig, dass nicht nur die Jungs hier eine Plattform finden, sondern auch die Mädchen die Möglichkeit haben, in den Fußball einzusteigen."
Sieben Tage die Woche auf dem Fußballplatz
Rund 200 Kinder sind mittlerweile im Verein aktiv. Ute kennt sie alle persönlich – inklusive ihrer Eltern. Neben ihrem Beruf als Erzieherin steht sie sieben Tage die Woche auf dem Fußballplatz – als Ehrenamtliche in ihrem Heimatverein oder als Volunteer an Spieltagen. "Das ist meine komplette Freizeit. Ich häng mich da voll rein, weil es mir Spaß macht und einfach genau mein Ding ist."
So verbinden sich für Ute zwei Seiten desselben Engagements: das große Fußballerlebnis bei Veranstaltungen wie dem Google Pixel Supercup der Frauen und die tägliche Arbeit im Heimatverein. Hier wie dort geht es ihr darum, Menschen zusammenzubringen, Gemeinschaft zu erleben und etwas zu bewegen.
Bereicherung durch andere Menschen
Für Ute geht es darum, "einfach aktiv mit dabei zu sein, zu unterstützen, einen Beitrag zu leisten, Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen und Teil dieser großen Familie zu sein."
Am Ende ist es genau dieses Wirgefühl, das Ute immer wieder zurück auf den Fußballplatz bringt. Die Zeit, die sie investiert, empfindet sie dabei nicht als Verzicht, sondern als Bereicherung – durch die Menschen, die sie trifft, die Atmosphäre und die vielen Eindrücke, die sie mitnimmt.