Eva Werner: "Unterschied zu Männern ist geringer, als ich dachte"
Eva Werner: "Ich will auf Augenhöhe mitkicken."[Foto: Alfons Benz]
Wenn das kein guter Einstand war: Gleich in ihrem ersten Meisterschaftsspiel für die SG Auderath/Alflen in der Kreisliga C 12 des Fußballverbandes Rheinland (FVR) schnürte Eva Werner einen Doppelpack für ihr neues Team. Am Ende hieß es 6:0 gegen die SG Monreal/Mayen. Seit gut zwei Jahren dürfen Frauen im FVR in Männerteams spielen. Ein Tor war einer Spielerin in einem solchen "gemischten Team" zuvor hier noch nicht gelungen.
Bereits in der Vorbereitung hatte die Angreiferin beim 4:2 gegen die SpVgg Cochem II zwei Tore in einer Partie erzielt. "Der Unterschied ist geringer, als ich gedacht habe. Klar ist es vom Tempo und von der Körperlichkeit her etwas anderes. Sonst ist es aber einfach Fußball", berichtet die 26 Jahre alte Studentin, die früher für die SpVgg Cochem (jetzt FSG Eifelhöhe) in der Frauen-Bezirksliga Tore wie am Fließband erzielte. Für sie gelte es, sich "geschickt freizulaufen und den Zweikämpfen öfters mal aus dem Weg zu gehen".
Trainer Laux: "Eva kann auch austeilen"
Der Weg zur SG Auderath/Alflen lag für Werner auf der Hand: Ihr Freund Jan Niklas Barbara spielt dort. Beide haben denselben Freundeskreis, der sowohl die Freizeitmannschaft Auderath, für die sie schon länger spielt, als auch das Herrenteam der Spielgemeinschaft aus der Vulkaneifel umfasst. Im Vorfeld der neuen Saison hatte die SG zudem mit Personalengpässen zu kämpfen. "Umso motivierter war ich mitzumachen", erzählt sie.
Trainer Björn Laux ist froh über die Verstärkung. Ob im Training oder im Wettkampf – ihre Gegenspieler machten keinen Unterschied, wenn es in den Zweikämpfen zur Sache ging. "Eva kann auch austeilen. Man kriegt sie nicht so leicht vom Ball getrennt – auch, weil sie ihren Körper gut einsetzt", lobt der Coach.
Die beiden Treffer zum Saisonstart kamen für Laux nicht von ungefähr: Vor ihrem ersten Tor habe sie sich im Laufduell gut durchgesetzt und dann "eiskalt abgeschlossen". Beim zweiten habe sie "das gemacht, was eine Stürmerin im Strafraum machen muss - nämlich cool abgestaubt".
"Sie hat das gemacht, was eine Stürmerin im Strafraum machen muss - nämlich cool abgestaubt"
Werner wisse einfach, wo das Tor stehe. Laux traut ihr in dieser Saison ohne Weiteres eine zweistellige Anzahl an Treffern zu. "Sie ist in jedem Training dabei, gibt immer alles und feuert ihre Mitspieler lautstark an", sagt der SG-Trainer. Eine Sonderbehandlung will die Angreiferin im Herrenbereich nicht – auch nicht bei den Schiedsrichtern. "Ich will meiner Mannschaft durch mein Mitwirken keinen Vorteil auf dieser Ebene verschaffen, sondern einfach nur auf Augenhöhe mitkicken."
Die körperlichen Unterschiede sieht sie gelassen: "Bei den Männern gibt es ja auch Spieler mit zwei Metern und andere, die vielleicht nur 1,60 Meter groß sind." Angst, sich zu verletzen, kennt sie demnach nicht. Schließlich könne das auch in einem Frauenspiel passieren. Ein Ziel, wie viele Tore sie in dieser Saison erzielen will, hat die schussgewaltige Offensivspezialistin nicht. Vielmehr geht es ihr darum, "dass wir zusammen Spaß haben, eine schöne Saison spielen und dabei ein paar Siege einfahren."
Außerdem hofft sie, dass in Zukunft mehr Frauen den Mut haben, bei den Herren mitzuspielen. Eva Werner ist der Beweis dafür, dass dies bestens funktionieren kann.