1. FC Mülheim-Styrum: Fabian Nitsch ist jetzt auch "Gladiator"
"Unser Gladiator ist wieder da": TV-Star Fabian Nitsch kickt weiter für den 1. FC Mülheim-Styrum.[Foto: Privat]
Mit seinen Fitnessvideos auf Instagram hat er es ins Fernsehen geschafft. Fabian Nitsch, Kicker beim Kreisligisten 1. FC Mülheim-Styrum, ist derzeit bei Amazon Prime Video und ab dem 11. September auch auf RTL in dem Format "Gladiators: Die Show der Giganten“ zu sehen. "Powerball" oder "Speedrun" heißen die Spiele, in denen sich der 29-jährige gelernte Einzelhandelskaufmann als Herausforderer gegenüber Profiathleten beweisen müssen. Kommentiert wird das Spektakel von Laura Wontorra, Frank Buschmann und Jan Köppen.
Im FUSSBALL.DE-Interview erzählt Fabian Nitsch, von Freunden nur "Maschine" genannt, was er im TV alles erlebt hat - und was seine Mitspieler beim 1. FC Mülheim-Styrum dazu sagen.
FUSSBALL.DE: Fabian Nitsch, wie kam es dazu, dass Sie bei "Gladiators: Die Show der Giganten" gelandet sind?
Fabian Nitsch: Eine Redakteurin von RTL hat mich angeschrieben, das war im Januar 2025. Die Redaktion hätte meine Videos auf Insta gesehen, ich würde mich für die Show eignen. Dann hat sie mir erklärt, worum es bei "Gladiators" geht, was man als Mitspieler dort machen muss und so weiter. Wenn ich Interesse hätte, würden sie mich gerne zum Casting einladen, ich müsse mich aber trotzdem noch bewerben.
"Ich hatte mich gut vorbereitet, viel an meiner Athletik trainiert und war gut in Form"
Sie kannten die Show nicht?
Nitsch: Nein. "American Gladiators", das Original aus den USA, ist aus den 90er-Jahren. Nach dem Anruf von RTL habe ich mir aber natürlich sofort im Internet einige Folgen angeschaut. Danach war mir klar, dass ich gerne dabei sein möchte, und habe mein Training dahingehend umgestellt, dass ich auf jeden Fall sehr gut vorbereitet zum Casting fahren würde. Insgesamt wurden mehrere hundert Bewerber getestet, davon wurden schließlich 16 Frauen und 16 Männer genommen.
Was mussten Sie beim Casting machen?
Nitsch: Zunächst einen Fitnesstest, der lief super. Wir mussten unter anderem rudern, Klimmzüge und verschiedene Sprünge machen und beweisen, dass wir Ausdauer haben. Ich hatte mich gut vorbereitet, viel an meiner Athletik trainiert und war dementsprechend gut in Form. Und in einem Interview wurde getestet, wie sich die Kandidaten vor der Kamera schlagen.
Und, waren Sie sehr nervös?
Nitsch: Es war sicher ungewohnt für mich, da ich bisher keine Erfahrungen vor der Kamera gemacht habe. Als die Folgen dann aufgezeichnet wurden, war ich zunächst gar nicht nervös, aber als es dann in die Maske ging, haben mir schon ein wenig die Knie gezittert. Wenn das Spiel aber erst einmal läuft, dann ist man darauf fokussiert und registriert das ganze Drumherum nicht mehr so.
Jetzt haben Sie bei Ihren Mitspielern in Styrum sicher einen Spitznamen weg, oder?
Nitsch: Ja! (lacht) "Unser Gladiator ist wieder da", heißt es oft. Auch im Fitnessstudio werde ich häufiger auf die Show angesprochen, seit sie bei Amazon Prime Video zu sehen ist. Ich habe natürlich auch auf Insta fleißig was dazu gepostet. Es gefällt mir sehr, vor der Kamera zu stehen und bei einer solchen Show mitzumachen.
"Vor dem Training muss ich natürlich jetzt immer das Aufwärmprogramm machen"
Können Sie sich vorstellen, künftig öfters im TV aufzutreten?
Nitsch: Auf jeden Fall! Mit "Gladiators" ist jetzt ein Anfang gemacht, aber falls demnächst Anfragen in diese Richtung kommen sollten, werde ich mir das gerne anhören.
In der Kreisliga wären Sie dann ein Promi…
Nitsch: Bisher habe ich viele positive Reaktionen auf meine Teilnahme an der Show erhalten. Ab und zu kommen Leute auf mich zu und wollen ein Foto von mir machen. Das hat mein Selbstbewusstsein gestärkt. Und vor dem Training muss ich natürlich jetzt immer das Aufwärmprogramm machen. Dann sagen die Jungs schon mal: "Bitte nicht so heftig!" (lacht)
Es ging Ihnen körperlich nicht immer so gut. Vor fast zehn Jahren haben Sie einen Schlaganfall erlitten, da waren Sie erst 19.
Nitsch: Das war eine schwere Zeit. Es war damals ein Tag wie eigentlich jeder andere. Ich bin zum Training gefahren, und plötzlich ist mir beim Trinken das Wasser aus dem Mundwinkel gelaufen. Ich habe das gar nicht richtig bemerkt und konnte es nicht einschätzen. Beim Training hat dann auf einmal gar nichts mehr geklappt, meine rechte Seite war wie gelähmt.
Und dann?
"Der Schlaganfall war ein echter Schockmoment"
Nitsch: Zum Glück hat unsere Physiotherapeutin sofort reagiert. Sie hat meine Eltern angerufen, die sofort mit mir ins Krankenhaus gefahren sind. Bei den Untersuchungen wurde dann nicht nur festgestellt, dass ich einen leichten Schlaganfall hatte, was in dem Alter sehr ungewöhnlich ist, sondern dass ich ein kleines Loch im Herzen habe. Wegen einer Verletzung hatte sich dann ein Blutgerinsel gebildet, das zu dem Schlaganfall geführt hat. Das war ein echter Schockmoment.
Aber Sie sind vollständig geheilt und können Ihren Sport - Fußball und Fitnesstraining - ohne Einschränkungen betreiben?
Nitsch: Ja, ich wurde operiert und habe seitdem keine Probleme mehr. Natürlich hatte ich aber damals Angst, dass ich nicht mehr Fußball spielen könnte. Das hat bestimmt ein halbes Jahr gedauert, bis ich vom Kopf her wieder frei war. Ich bin sehr froh und dankbar, dass alles ohne Nachwirkungen verlaufen ist und es mir heute so gut geht.