Magazin | 13.09.2026 | 09:00

FCM-Torjägerin Hüfner: "Alles entsteht aus dem Amateurfußball"

Clara Sophie Hüfner (2.v.r.): "Der Teamgeist ist bei uns stark ausgeprägt."[Foto: Leon Schiffner]

Clara Sophie Hüfner erzielte in den ersten beiden Saisonspielen für die U 23 des 1. FC Magdeburg in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt elf Treffer und führt damit die bundesweite Wertung zur Torjägerkanone für alle in der 4. Liga an. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht die 21 Jahre alte Auszubildende zur Erzieherin über Motivation, Saisonziele, Glücksbringer und andere Rituale.

FUSSBALL.DE: An diesem Wochenende ist Ihr Team spielfrei. Wie gerne hätten Sie an Ihren fulminanten Saisonstart angeknüpft, Frau Hüfner?

Clara Sophie Hüfner: Natürlich hätte ich gerne gespielt, aber dafür werde ich die Zeit bei meinen Eltern verbringen. Meine Oma hat an diesem Wochenende Geburtstag, von daher passt es gut. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinen Großeltern, die ungefähr eine Stunde von Magdeburg in einem kleinen Dorf in der Nähe von Halle leben.

Ihre Mannschaft ist noch unbesiegt und mit 23:0 Toren Tabellenführer. Was kann man von der U 23 des 1. FC Magdeburg in dieser Spielzeit noch erwarten?

Hüfner: Die Saison ist noch jung. Auf uns warten noch genügend Gegner, die uns das Leben schwermachen werden. Wir schauen nur von Spiel zu Spiel, wollen möglichst oben mitmischen. Momentan sieht alles sehr vielversprechend aus.

Mit elf Treffern nach nur zwei Einsätzen belegen Sie in der bundesweiten Wertung zur Torjägerkanone aktuell den ersten Platz. Wie viele Tore haben Sie sich in dieser Spielzeit noch vorgenommen?

Hüfner: Eine genaue Trefferanzahl habe ich mir nicht vorgenommen. Ich freue mich auch über jeden Treffer, den eine Mitspielerin erzielt. Die Hauptsache ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind.

In der abgelaufenen Saison waren Sie mit 23 Toren bereits die beste Schützin in der Frauen-Verbandsliga. Warum läuft es in dieser Spielzeit bislang sogar noch besser?

Hüfner: Die meisten Spielerinnen unseres Teams haben schon in der zurückliegenden Saison zusammengespielt. Wir sind deshalb gut aufeinander abgestimmt, meine Mitspielerinnen kennen meine Laufwege. Dadurch fällt insgesamt das Toreschießen leichter. Im Grunde mache ich aber nichts anders, habe meinen Spielstil nicht verändert.

"Mir ist egal, wer die Tore bei uns schießt - Hauptsache, sie werden erzielt"

Haben Sie besonders hart in der Vorbereitung auf die neue Saison hingearbeitet?

Hüfner: Tatsächlich haben wir diesmal sehr früh mit der Vorbereitung angefangen, mussten einige neue Spielerinnen integrieren. Aktuell werden wir für unsere harte Arbeit belohnt.

Was zeichnet Ihre Mannschaft in dieser Spielzeit ganz besonders aus?

Hüfner: Der Teamgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit sind bei uns stark ausgeprägt. Während eines Spiels unterstützen wir uns gegenseitig. Auch außerhalb des Platzes verstehen wir uns sehr gut.

Sollten Sie sich weiterhin so treffsicher zeigen, hätten Sie gute Chancen, die Torjägerkanone zu gewinnen. Was würde Ihnen der Gewinn der Trophäe bedeuten?

Hüfner: Ganz ehrlich: Grundsätzlich ist mir egal, wer die Tore bei uns schießt - Hauptsache, sie werden erzielt. (lacht) Natürlich bin ich motiviert und würde mich riesig freuen, wenn ich auch am Ende der Saison immer noch ganz oben stehen sollte.

Wie finden Sie es grundsätzlich, dass Amateurfußballer*innen eine so besondere Auszeichnung bekommen können?

Hüfner: Das ist eine richtig gute Sache. Der Amateursport sollte meiner Meinung ohnehin noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Alles entsteht aus dem Amateurfußball. Die größten Spieler*innen aus der Bundesliga haben alle als kleine Jungen oder Mädchen dort angefangen. Der Amateursport ist der Grundbaustein für das, was wir jede Woche in den Bundesligastadien zu sehen bekommen.

Wobei können Sie am besten vom Fußball abschalten?

Hüfner: So richtig abschalten kann ich nie, weil ich immer etwas mit Fußball im Hinterkopf habe. Wenn ich mich jedoch mit Freunden treffe, stehen andere Themen im Mittelpunkt. Ich bin aber auch Fan unserer Männermannschaft und überlege, ob ich in den Herbstferien mit einer Freundin nach München reise, um mir das DFB-Pokalspiel bei den Bayern anzuschauen.

Haben Sie besondere Rituale vor jedem Spiel?

Hüfner: Tatsächlich ziehe ich meine Socken und Stutzen von links nach rechts an. Außerdem habe ich in meiner Sporttasche immer einen Stein dabei, den ich in der Kita mit einem FCM-Spruch bemalt habe. Der hat mir bislang immer Glück gebracht. (lacht)

In der zurückliegenden Spielzeit haben Sie für die erste Frauenmannschaft des 1. FC Magdeburg auch eine Partie in der Regionalliga Nordost absolviert. Träumen Sie davon, oben dauerhaft mitzuspielen?

Hüfner: Die Unterschiede und das fußballerische Niveau sind schon gewaltig. Dennoch traue ich mir den Sprung zu. Falls Trainer Nico Koch mich irgendwann dabeihaben möchte, wäre ich bereit und würde mich freuen.