Magazin | 20.09.2026 | 10:15

Oldenburger SV: "Unheimlich viel Bock" auf Finaltag

"Offensiv denkendes Team, das immer Vollgas gibt": Oldenburg-Trainer Florian Stahl.[Foto: Helena Höper/Oldenburger SV]

Der Oldenburger SV aus der Oberliga Schleswig-Holstein arbeitet bereits an der nächsten Teilnahme am Verbandspokal in Schleswig-Holstein, bevor der aktuelle Lauf im Wettbewerb überhaupt abgeschlossen ist. Der Klub aus dem 10.000-Einwohner-Ort in Holstein steht erstmals im Halbfinale und ist gleichzeitig im Kreispokal Ostholstein noch auf Kurs in Richtung Titelverteidigung.

"Dass wir im Verbandspokal als einziger Oberligist unter drei Regionalligisten im Halbfinale stehen, ist für uns eine große Sache. Damit konnten wir nicht rechnen", sagt Trainer Florian Stahl im Gespräch mit FUSSBALL.DE. Die erstmalige Teilnahme am Finaltag der Amateure am Samstag, 29. Mai 2027, ist damit für den Fünftligisten nur noch einen Sieg entfernt.

"Den Favoriten ärgern"

Der Verein darf sich mit der Qualifikation für das Halbfinale nicht nur schon auf Einnahmen in Höhe von 10.000 Euro aus einer Solidarregelung des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) freuen. "Sportlich erwartet uns mit dem Titelverteidiger 1. FC Phönix Lübeck auch eine Herausforderung, auf die wir unheimlich viel Bock haben", wie Stahl betont. Trotz der Außenseiterrolle sieht der 40-Jährige sein Team alles andere als chancenlos: "In den Pokalwettbewerben kam es schon oft genug vor, dass der unterklassige Verein den Favoriten ärgern konnte - genau das macht den Fußball auch aus."

Um gut vorbereitet zu sein, beobachtete der Trainer zuletzt auch den Auftritt des 1. FC Phönix im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten SC Paderborn 07 (2:4). Dass es für den Oldenburger SV jetzt selbst nur noch zwei Partien bis zu einer möglichen Premiere im bundesweiten Pokalwettbewerb sind, hängt unter anderem damit zusammen, dass der OSV auf dem Weg ins Halbfinale beim Landesligisten Eichholzer SV (3:0) der "eigenen Favoritenrolle gerecht wurde", wie es Florian Stahl formuliert.

Hinzu kam ein echter Pokalfight gegen den Ligakonkurrenten PSV Neumünster (4:3). Dabei lagen die Oldenburger nach den Treffern von Rico Mielke (18.), Silas Bünning (62.) und Finn Severin (76.) zwischenzeitlich schon 2:0 sowie 3:1 in Führung. "Durch individuelle Fehler haben wir das Spiel noch einmal spannend werden lassen", so der Trainer. Mit dem Siegtreffer durch Daniel Junge (90.+2) in der Nachspielzeit "ist uns aber noch der große Wurf gelungen. Danach hat man auch in den Ligaspielen bemerkt, dass uns das einen Schub gegeben hat."

"Wir wollen mutig auftreten und zeigen, dass wir zurecht im Halbfinale stehen"

In der Oberliga Schleswig-Holstein will der Oldenburger SV nun eine sorgenfreie Saison spielen, nachdem in der zurückliegenden Spielzeit der Klassenverbleib erst am letzten Spieltag gesichert werden konnte. Derzeit stehen zehn Zähler aus acht Begegnungen zu Buche. "Es wären aber auch fünf Punkte mehr möglich gewesen", meint Florian Stahl. "Wir backen aber kleine Brötchen. Wenn man sieht, wie wir uns in den Spielen präsentieren, ist unsere Entwicklung sehr gut. Es wäre nur ärgerlich, wenn uns die Zähler dann knapp für die Teilnahme am Hallenmasters fehlen würden."

Die Teams, die nach der Hinrunde der Oberliga Schleswig-Holstein die ersten vier Plätze belegen, dürfen am traditionsreichen "Budenzauber" mit dem Zweitligisten Holstein Kiel sowie den Regionalligisten SC Weiche Flensburg, 1. FC Phönix Lübeck und VfB Lübeck teilnehmen. Sollte die zweite Mannschaft eines dieser Klubs in der Oberliga unter den "Top vier" sein, würden entsprechend die Teams auf den Positionen dahinter nachrücken.

Als eine der größten Stärken seiner Mannschaft sieht Florian Stahl "die unglaubliche Moral", die nicht nur im Auswärtsspiel bei Tabellenführer Holstein Kiel II (3:4) unter Beweis gestellt wurde, als ein Zwei-Tore-Rückstand zwischenzeitlich gedreht werden konnte. "In der abgelaufenen Saison hatten wir gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Phönix Lübeck auch schon ein 1:4 noch aufgeholt und gepunktet."

Gegen das Regionalliga-Team eben jener Lübecker ist der Oldenburger SV voraussichtlich am Donnerstag, 25. März 2027, ab 19.30 Uhr auf der heimischen Sportanlage am Schauenburger Platz im Pokalhalbfinale gefordert. "Wir sind ein offensiv denkendes Team, das immer Vollgas gibt", beschreibt der OSV-Trainer. "Uns ist bewusst, dass wir gegen Phönix Lübeck nicht so viele Ballbesitzphasen wie in der Liga haben werden und wir vermutlich auch viel hinterherlaufen und verteidigen müssen. Dabei wollen wir aber dennoch mutig auftreten und zeigen, dass wir zurecht im Halbfinale stehen."

"Pokalspiele machen Lust"

Dabei ist beim Oldenburger SV nicht nur die sportliche Entwicklung positiv. "Seitdem ich im Sommer 2025 die Mannschaft übernommen habe, ist auch im Umfeld einiges entstanden", freut sich Stahl über Fortschritte bei der Infrastruktur, die weiterhin vorangetrieben werden sollen. "Bei uns steht zum Beispiel auf dem Plan, dass die Kabinen saniert und der Rasenplatz erneuert wird. Wir wollen Spieler auch dadurch für uns gewinnen, indem wir für ein geiles Gefühl rund um den Spieltag sorgen."

Besondere Erlebnisse könnte der Oldenburger SV auch in der kommenden Saison wieder im Verbandspokal sammeln. Als Viertelfinalist im Kreispokal ist die Titelverteidigung und damit die erneute Teilnahme am Verbandspokal möglich. Am Dienstag (22. September) ab 19.30 Uhr geht es zum letztjährigen Finalgegner SG Sarau/Bosau aus der Verbandsliga Ost. "Die bisherigen Pokalspiele machen Lust darauf, das noch einmal erleben zu können."